Asperger und Ehebruch

      Asperger und Ehebruch

      Hallo zusammen, ich bin Partnerin eines Aspergers seit 38 Jahren. Es ist eine sehr anstrengende Beziehung und fernab von dem, wie sich meine früheren Beziehungen angefühlt haben.
      Da ich durchaus die positiven Seiten meines Partners sehe und schätze, bin auch ich oft an den Rand meiner Grenzen gekommen (Rückzug, Schweigen, kein Zulassen von Nähe, beinahe kein Bedürfnis nach Sexualität und übermässiger Alkoholkonsum).
      Nachdem mir mein Partner anlässlich meiner Erschöpfungsdepression auf wüste und zerstörerische Art seine Seitensprünge unter Alkoholeinfluss gestanden hat, haben wir psychologische Hilfe gesucht und vor drei Jahren endlich die Diagnose Asperger erhalten.
      Die Seitensprünge sind kein Thema mehr, dafür der Alkoholkonsum.

      Ich bin davon ausgegangen, dass mein Partner treu und ehrlich ist. Wir haben diverse Fachbücher gelesen und ich beschäftige mich intensiv mit dem neuen Wissen.
      Da mein Partner immer wieder Rauschtrinker ist, bin ich natürlich eifensüchtig, dass er diesen Kontrollverlust immer wieder sucht und damit auch das Fremdgehen in Kauf nimmt. Macht es noch Sinn, so eine Beziehung aufrecht zu erhalten? ?(
      Macht es noch Sinn, so eine Beziehung aufrecht zu erhalten?

      Hallo Virgul, niemand kann dir diese Frage beantworten, nur du selbst. Nimm einen Papierblatt und schreibe an die rechte Seite, alles was positiv an eurer Beziehung ist und auf die linke alles was negativ ist. Dann nimm dir die negative Seite und analysiere alle Punkte mit der Frage: Warum es negativ für dich ist. Dann, hoffentlich, bekommst du die Antwort an deine Frage.

      Mit einem Asperger wird eine Ehe nie so wie mi einem NT. Ich wünsche dir viel Kraft!
      Ich denke, was in dieser Situation wichtig ist, ist gemeinsam das Suchtthema anzugehen. Ich vermute, das sei schon in der psychologischen Beratung zur Sprache gekommen. Du bist koabhängig (codependent) vom Alkohol, insofern du den Konsum des Partners tolerierst, verschleierst, für dich selbst oder andere rechtertigst oder was immer (zB jetzt in deiner Rationalisierung in deiner Post).



      Ich denke, du musst klar Stellung beziehen, was du willst, in erster Linie, was du für dich selbst willst, dann für die Beziehung, und schliesslich für den Partner. Wenn der Partner nicht bereit ist, sein destruktives Verhalten als solches zu sehen und davon zu lassen, ist nur ein Rückzug zum Schutz deiner selbst sinnvoll, so weh es auch dir selbst zu Anfang tun mag. Der beste Weg wird wohl derjenige der Anonymen Alkoholiker sein, da kenne ich mich nicht so aus; ich weiss nur, dass dort sehr viel Erfahrungswissen im Umgang mit Alkohol vorhanden ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Cello“ ()

      So wie ich das sehe, ist die Frage im Grunde doch schon beantwortet. Wenn du dir selber gegenüber ehrlich bist, dann ziehst du einen Schlussstrich unter die Beziehung. Alles andere ist Selbstbetrug und führt zu nichts anderem, als dass die Frage weiterhin im Raum stehen bleibt und das kann nicht die Lösung des Problems sein. Wenn der Partner kein Einsehen und die Bereitschaft, etwas zu ändern, nicht aufbringen will, dann bringt ein Festhalten an der Beziehung wohl nichts mehr.

      Noch eines zum Schluss: Niemand ist dir näher als du dir selbst!