Wie gehe ich mit meinem behinderten Bruder um

      Wie gehe ich mit meinem behinderten Bruder um

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      Hallo zusammen, habe nochmal eine Frage zwecks Umgang mit meinen behinderten, autistischen Bruder. Wie würde ihr mit folgender Situation umgehen? Mein Bruder wollte heute mittag unbedingt mit auf den Friedhof. Natürlich hatte ich nix dagegen. Aber als wir bei dem Grab unseres Onkels/Bruder meiner Mutter angekommen waren konnte unsere Mutter sich nicht mal 5 min da aufhalten ohne das mein Bruder anfing zu schreien. Ich kann es nicht sagen was ihm da immer wieder so Angst macht. Aber ich bin der Meinung sowas könnte man bestimmt trainieren. Aber da bekam ich sie wieder mal von meiner Mutter das ich ja absolut kein Verständnis für ihn hätte und das nun mal so wäre. Aber andererseits schreit sie ihn hinterher auch an er solle sich nicht so anstellen etc. Sie weiß halt auch nicht mit der Situation umzugehen. Möchte aber keine Hilfe von außen. Und ich stehe mal wieder zwischen zwei Stühlen. Möchte eigentlich viel lieber das komplette Wochenende mit meinem Freund verbringen, aber nein am Wochenende ist nun mal einkaufen angesagt und halt zwischendurch andere Erledigungen. Mir geht das ganz langsam so was auf den Geist. Das kann sich keiner vorstellen. Ich habe auch Angst das mein Freund irgendwann auch kein Verständnis mehr dafür hat und ich wieder allein stehe. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

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      Hallo Alexis72, ich würde an deiner stelle Hilfe für dich holen. Ich weiss nicht, wie alt du bist, aber du hast recht an eigenes Leben. Es ist für uns im Forum sehr schwierig abzuschätzen, wie die Situation bei euch zu Hause ist. Deswegen entweder KJPD, KESB, eine Psychologin oder eine Mediatorin ansprechen. Deiner Mutter muss jemand klar sagen, wie es weiter gehen soll. Warte nicht zu lange! Nur du kannst etwas ändern und zwar jetzt!

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      Das Thema wiederholt sich: siehe den Beitrag - Ängste eines Autisten ausleben lassen? Wie bereits dort geraten kann ich den Beitrag von happy nur unterstreichen: Hilfe holen. Alles dreht sich im Kreis. Jemand muss den ersten Schritt unternehmen, sonst geht alles weiter wie bisher. Auch was deine Mutter betrifft: ich stimme happy vollumfänglich zu, aber auch das habe ich schon geschrieben.
      Mir scheint - sorry für die Offenheit - fast, wie wenn du im Grunde gar nichts ändern willst. Die anderen sollen den ersten Schritt tun. Aber wer hat denn hier ein Problem? Nicht die anderen, sondern du selbst. Wir im Forum können dir noch so oft raten, obiges zu unternehmen, aber tun musst du es von dir aus, das kann dir niemand abnehmen.

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      @ Regenbogen, entschuldige bitte jetzt wirst du aber etwas ungerecht. Meine Schwester und ich versuchen immer wieder auf unsere Mutter einzureden. Aber sie läßt sich ja nicht helfen. Und wer am meisten unter der Situation leidet, das bin ich. Ich wäre schon längst zu meinem Freund gezogen wenn ich das Geld hätte. Habe meine Wohnung noch abzubezahlen. Das ist ja mein Problem. Und entschuldige wenn ich mich mit dem Thema wiederhole. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Hatte auch schon mit der Lebenshilfe gesprochen da wo mein Bruder arbeitet. Aber sie können da auch nix machen solange unsere Mutter keine Entscheidung treffen möcht

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      Ich habe nur das geschrieben, wovon ich denke, dass es angebracht ist. Ob ungerecht oder nicht, bleibt Ansichtssache.

      Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Dies ist ein offener Austausch, da kann es vorkommen, dass jemand Dinge schreibt, die man vielleicht nicht so mag oder man damit nicht einverstanden ist.

      Zum Thema Wohnung: die kann man verkaufen, oder wenn man das nicht will, dann kann man sie auch vermieten.

      Als letzten Tipp würde ich dir vorschlagen, dich juristisch beraten zu lassen. Vieles lässt sich auf diese Weise regeln.

      Alles Gute für dich. Verliere nicht den Glauben an das Gute. Manchmal muss man dafür kämpfen, aber es lohnt sich immer.

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      Und noch zum Thema das ich angeblich nix ändern will, Ich flüchte mich schon so oft es geht zu meinem Freund. Aber dann kann ich mir immer wieder die dicksten Diskussion mit meiner Mutter anhören. Oder wenn ich ich mit Freunden treffen möchte, genau das gleiche. Und warum, weil sie einfach sie nicht allein sein möchte. Und das ist verdammt anstrengend. Das hat sie ja früher schon mit meinem Vater gemacht als der noch lebte. Wehe er kam nicht direkt nach Hause. Ich möchte ihr ja helfen ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Aber anscheinend will sie das nicht.

      Und mir geht das langsam aber sicher an die Substanz!!

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      Hallo Alexis

      Alexis72 schrieb:

      Ich möchte ihr ja helfen ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Aber anscheinend will sie das nicht.


      Oder kann sie nicht?

      So weit ich aus Deinen Texten herauslesen konnte, willst Du es ihr wo möglich Recht machen, auch um ellenlange und sich im Kreis drehende Diskussionen zu vermeiden... Für sie und Deinen Bruder da sein. Gleichzeitig weigert sie sich, Hilfe von aussen anzunehmen und scheint auch nicht auf Deine Argumente einzugehen.
      Deine Mutter ist wie jeder erwachsene Mensch auch prinzipiell für ihr Leben selbst verantwortlich. Diese Verantwortung kann und darf sie nicht anderen Menschen aufbürden. Macht sie offenbar aber und darunter leiden dann andere Menschen wie eben auch Du.
      Von ihrer Seite wird sich vielleicht nie etwas ändern... Du bist ja schliesslich für vieles da, schaust nach dem Rechten usw. Wieso soll sie aus ihrer Sicht etwas an diesem Zustand ändern?
      Du aber solltest Dein Leben leben dürfen, so wie Du es willst und Dich nicht immer von Deiner Mutter einspannen lassen und ihr so ihre Verantwortung abnehmen, dazu noch ihr Privatpsychiater und Prellblock für ihre Launen sein.
      Im Umkehrschluss heisst das in Deiner Situation vermutlich, dass Du die Schritte einleiten "musst", damit Deine Mutter ihre Verantwortung wieder selbst in die Hand nehmen kann oder aber jemand anderes die Verantwortung für Deine Mutter übernimmt (Beistand z.B.).
      Es bliebe auch die Extrementscheidung, Dich komplett von Deiner Mutter zu trennen... Ich würde aber vermuten, das dies nicht in Deinem Interesse liegt.

      Es ehrt Dich, das Du Deiner Mutter helfen willst, wenn sie die Hilfe von Dir aber nicht annehmen will oder kann, wird sich von ihrer Seite her wohl nichts ändern. Der Impuls, welcher Art auch immer, wird von Dir alleine kommen müssen.

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      Hallo Lumpi, ja da hast du recht. Ich möchte ja auch mein Leben ändern. Das Problem ist aber das ich immer ein ungutes Gefühl wenn ich fahre da wie schon im anderen Beitrag beschrieben, ich Angst haben muss das mein lieber Bruder wieder austickt und unsere Mutter wieder schlägt. Ich bekomme sie ja auch öfters ab. Und dann ist niemand da der ihr im Notfall helfen könnte. Das macht mir halt immer Angst. Habe ja schon öfters bei der Lebenshilfe und beim Autistischen Verein mein Leid geklagt aber die machen auch nix. Wenn ich nur jemand finden würde der meine Mutter unterstützen könnte wenn ich nicht da bin. Habe aber keine Idee wo ich nachfragen kann.