Sekundar Schule für ASS

      Sekundar Schule für ASS

      Hallo Zusammen,
      unseren Sohn, 13 Jahre, Asperger, besuch eine Sonderschule in Kanton ZH. Zurzeit will er nicht mehr in der Schule. Nach seiner Ansicht, die Schuler dort sind sehr provokativ, unerzogen und er wird ständig geschlagen. Ausserdem möchte unseren Sohn an der Uni. Habt jemand Erfahrung mit Oberstufe, Gymi? Schule? Stattliche Finanzierung? Danke für die Hilfe. :(
      Hallo Sapa
      Wir stehen jetzt vor dem ersten Jahr im Gymnasium. Unser Sohn absolvierte die letzten zwei Jahre in einer SpezSek (Untergymnasium, das es eigentlich nicht mehr gibt). Er wurde viel geplagt und schikaniert. Aber er weiss, dass er dort durch muss, damit er ins Gymnasium gehen kann. Wir machen jeden Abend ein Debreefing mit ihm. Jetzt sind es noch 14 Schultage bis er mit der SpezSek fertig ist. Je schwieriger der Schulstoff wird, je besser gefällt es ihm. Er weiss immer noch viel mehr, als in der Schule gewünscht wird, was oftmals zu Konflikten führt. Er hat eine Heilpädagogin als Coach zu Seite. Die Heilpädagogin wird von der Erziehungsdirektion bezahlt.
      Nun für Gym 1 (9. Schuljahr) haben wir noch eine Hürde betreffend der Finanzierung der Heilpädagogin durch die Erziehungsdirektion zu nehmen. Ab Gym 2-4 übernimmt vermutlich die IV die Finanzierung der Begleitung. Die IV-Anmeldung muss sehr früh gemacht werden. Wir haben das Gesuch letzten Herbst eingereicht, für die Finanzierung des übernächsten Schuljahres (Stand heute). Wir sind im Moment voll am aushandeln der Finanzierung. Manchmal scheitert das Ganze fast, wegen einer Person. Aber da darf man einfach nicht aufgeben.

      Wenn dein Sohn bereit ist für eine Sek, so würde ich es probieren. Wenn er Glück hat, trifft er auf eine gute Klasse. Wir hoffen es. Dieses Glück hatten wir nicht. In der Regel funktioniert es, wenn ein Kind mit ASS etwas will und ein Ziel vor Augen hat.

      Unsere Kinder haben Anrecht auf Nachteilsausgleichsmassnahmen, wenn dies begründet ist. Defizite können so ausgeglichen werden. Der Schul- und Prüfungsstoff bleibt gleich wie bei den andern Kids. Aber vielleicht darf ein PC benutzt werden, Hörverstehen werden schriftlich abgegeben oder Kind mit ASS bekommt mehr Zeit, da es sehr langsam arbeitet. Es gibt viele Möglichkeiten. Das Gesuch für Gewährung von Nachteilsausgleichsmassnahmen muss möglichst bei Eintritt in neue Schule gestellt werden.

      An der Uni sind solche Massnahmen selbstverständlich (habe ich gehört). Je höher die Schule, desto mehr Verständnis für Menschen mit Defiziten.

      Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

      Liebe Grüsse Svalbard

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      Hallo Sapa

      Sohn geht seit August 2018 in ein öffentliches Gymnasium im Kanton Bern.

      Wir haben sehr früh das Gespräch mit der Schule gesucht. Wir führten vor der Schulwahl Gespräche mit Studenten, welche vorher an dieser Schule waren.

      Bisherige HP wurde vom Gymnasium angestellt. Für das zweite Jahr wird die bestehende HP von der IV unter Vertrag genommen.

      HP ist nur im Hintergrund und macht ein Coaching. Sie informierte LehrerInnen. Sohn informierte zusammen mit Klassenlehrer die Klasse. Es ist bis jetzt alles Bestens. Kein Mobbing mehr! So kann sich Sohn auf Schule konzentrieren und bringt auch sehr gute Noten heim.

      Ich denke, dass die Gespräche mit der Schule im Vorfeld wichtig sind.
      Hallo Sapa
      Wir waren endlos auf der Suche nach einer Sekundarstufenlösung.
      Die kleinste Klasse im kleinsten Privatgymi in der Stadt Zürich (selbst finanziert) ist nicht auf Asperger spezialisiert, aber wir wollten es nach der bestandenen Gymiprüfung fürs Langgymi probieren. Der Rahmen war dennoch nicht passend, es hätte viel mehr Sonderpädagogik, whs. eine Schulbegleitung gebraucht, die a) meist an Privatschulen nicht ermöglicht wird (Absprachen, Anstellungs- und Haftungsproblematik) und b) auch selbst finanziert werden müsste. Wir sind dann ins Ausland an inklusive Internate, nach D und nach GB, bei beiden war der Wille anfangs da, aber die in Aussicht gestellte Unterstützung war nicht vorhanden wegen Rekrutierungsproblemen. Wir mussten auch einsehen, dass es für einen Asperger bzw. für das eigene Kind zuviel Neues und Fremdes war, also viel Stress.
      Wir sind nach holprigen Beschulungsversuchen nach Zürich zurück gekehrt und wir besuchten die Momo Greifensee mit Schnuppern, die IWW Wetzikon (kein Platz auf sicher), die Fähre Meilen hat unseren Sohn schon nach der ersten Anfrage abgelehnt. 2 Jahre zuvor hatten wir die KUK besichtigt.
      Jetzt ist unser Sohn recht zufrieden in der SILASS in Volketswil. Wir sind sehr zufrieden mit der Schule, weil sie sich auf Asperger mit guter Intelligenz spezialisiert hat und sehr individuell und sorgfältig mit den Schülern umgeht. Es ist gut strukturiert dort und wir haben seit langem (!) mal wieder eine stabile Phase.
      Bei uns waren es vor 2 Jahren das Problem mit der Wegefähigkeit (er hätte den Weg nicht geschafft oder nur mit Risiko), in den Klassen das unstrukturierte Chaos (für einen Asperger), welches dann zu meltdowns geführt hatte.
      Da die Problematik bei jedem Betroffenen anders ist, bleibt einem nichts übrig, als sich die Schulen /zumindestens als Eltern) anzuschauen, zu telefonieren, auf die webseiten zu gehen und eine Vorauswahl zu treffen mit der Schulpsychologin, wenn diese nicht selber mit Vorschlägen kommt.
      Unser Sohn würde an den Gymi-Lernfabriken im Kanton Zürich nicht klar kommen- der Nachteilsausgleich wurde uns zwar für die Gymiprüfung bei einem von drei Gymnasien gewährt (hier: Küsnacht vorbildlich, Rämibühl und Hohe Promenade zogen nicht, es machte für sie keinen Sinn, da für den weiteren Gymibesuch dann keine Anpassungen mehr gewährt würden) Heute denke ich, evtl ist es von Vorteil, nach der Sek eine IV-unterstützte Lehre (EFZ) zu machen und später die Erwachsenenmatura oder Fachmatura zu machen, weil es an den Hochschulen und auch weil die Kinder dann etwas reifer sind, etwas leichter werden könnte. Die IV ist meines Wissens nicht zuständig, wenn es für das Studium Unterstützung braucht.
      Ich hoffe, Ihr findet Euren Weg, viel Erfolg und viel Glück!
      Cassiopeia

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      Hallo Cassiopeia,
      danke für deine Antwort. Ich habe von der Schule gehört, werde mal anschauen.
      Unsere Sohn war in der Fähre Schule, und jetzt will er nicht mehr von Sonderschule hören. Wir wissen dass er Schwierigkeiten hat aber seid er nicht mehr in der Sonderschule ist geht im besser.
      Danke noch mal für alle. Die Suche geht weiter.! LG Sapa

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      In Sachen Schulen bin ich nicht versiert aber ein wichtiger Tip kann ich Dir aber geben:
      Kinder mit ASS sollten tunlichst keine anthroprosophische Rudolf Steiner Schule besuchen, diese Schuleinrichtungen sind konservativ, verstockt, rassistisch (arische Wurzelrasse) und reaktionär im Denken und Handeln.
      Habe selbst sehr negative Erfahrungen diesbezüglich machen müssen. Passt ganz und gar nicht in die Landschaft einer modernen und progressiven Pädagogik und Heilpädagogik.

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      Lieber Fritz
      Das waren deine schlimmen und schrecklichen Erfahrungen vor einer langen Zeit, welche dich geprägt haben.
      Ich bin froh, dass ich immer wieder erfahren darf, dass die heutigen Steiner-Schulen oft einen guten Zugang zu autistischen Kindern finden. Dass auch sie manchmal an Grenzen stossen, hat dann meistens mehr mit systemischen Hürden zu tun, wie in den meisten anderen Schulen auch...