Wettbewerbsfrage: Wie gelingen Sozialkontakte?

      Wettbewerbsfrage: Wie gelingen Sozialkontakte?




      Sei es ein kurzes Gespräch mit der Nachbarin im Treppenhaus oder ein Kinoabend mit Freunden: Soziale Kontakte bereichern das Leben und schützen vor Vereinsamung. Jeder Mensch – ob mit oder ohne Autismus – hat das Bedürfnis, sich auszutauschen, gehört und verstanden zu werden und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

      Für Menschen mit Autismus sind Sozialkontakte allerdings eine grosse Herausforderung und mit enormem Stress verbunden – darauf macht auch unsere aktuelle Kampagne aufmerksam.

      Zum Tag des Autismus vom 2. April fragen wir Euch deshalb: Wie gelingen Sozialkontakte? Was braucht es von beiden Seiten? Wo liegen Stolpersteine und wie können diese überwunden werden? Und wie schafft man einen Rahmen, der gelungene Sozialkontakte ermöglicht?

      Teilt Eure Tipps, Erfahrungen und Überlegungen mit uns: Postet Eure Beiträge einfach zwischen dem 31. März und dem 3. April direkt im Forum. Unter allen Teilnehmern verlosen wir folgende Preise:
      1. Preis: Gutschein im Wert von 100 Franken des Autismusverlags in St. Gallen oder oder (nach Wahl) ein süsser Konfitüre-Koch-Nachmittag – natürlich samt Konfitüre zum Mit-nach-Hause-nehmen – bei autPartners in Adliswil inkl. Anfahrt per ÖV innerhalb der Schweiz
      2. Preis: Gutschein im Wert von 50 Franken des Autismusverlags in St. Gallen
      3. Preis: Buch „Asperger, mein Leben zwischen Intelligenz und Gefühlsleben“ von Leo M. Kohl
      Die Gewinner werden am 7. April bekannt gegeben.

      Wir sind gespannt auf viele verschiedene Perspektiven – von Menschen mit Autismus, ihren Angehörigen oder Personen, die sich beruflich mit dem Thema Autismus beschäftigen.

      Als Community verfügen wir gemeinsam über ein riesiges Know-how. Teilen wir dieses Wissen doch miteinander, sodass alle davon profitieren!

      Erfolgreiche soziale Kontakte üben!

      Neulich im Fast-Food-Restaurant: Jonas' Augen waren wieder einmal hungriger als sein Magen. Das Ergebnis: Pommes und einige Chicken Wings liegen bereit für ihre letzte Reise in den Abfall. Das muss besprochen sein, dachte meine Frau Nicole - mit dem Ergebnis, dass die Stimmung 'leicht' absackte.
      An und für sich nichts Aussergewöhnliches. Welcher junge Mann wird schon gerne von der Mutter kritisiert? Auch der nachfolgende österliche Grosseinkauf im Supermarkt erfolgte in etwas angespannter Atmosphäre. Bis Jonas an der Kasse von einer ehemalige Schulkollegin mit einem strahlenden Lächeln angesprochen wurde. Es entwickelt sich ein kurzes, ganz einfaches, von vollständiger Offenheit und unvoreingenommener Freundlichkeit geprägtes Gespräch zwischen den beiden. Danach sagte mir Jonas begeistert: "Das Gespräch mit Sarah hat mir wieder super gute Laune gemacht."

      Wie gelingen Menschen mit Autismus soziale Kontakte? Indem sie immer wieder geübt werden. Und indem durch viele - erfolgreiche - soziale Kontakte Sicherheit und Vertrauen in die eigenen sozialen Kompetenzen entwickelt werden.

      Ein anderes Beispiel: Jonas und ich sind seit Jahren Mitglieder in einem Gospel Chor namens mim chor&band. Jonas singt zwar selten mit, er ist aber fast immer dabei, auch bei den Auftritten. Können wir einmal nicht in die Probe, dann 'stinkt' ihm dies gewaltig (was ich in der Regel gehörig zu hören bekomme). Natürlich gefällt Jonas unsere Musik. Was Jonas aber besonders gefällt, sind die sozialen Kontakte. Die Chorproben und insbesondere das gemütliche Beisammensein danach bei Fanta, Bier - und in seinem Fall Eistee, sind ein hervorragendes Experimentierfeld für soziale Kontakte - die ausnahmslos erfolgreich sind: Komplimente machen, sich gegenseitig hochnehmen, Witze reissen und herumschäkern - alles kann in sicherer und von vorbehaltlosem Wohlwollen geprägtem Umfeld geübt und ausprobiert werden. Da geht zwar auch das Eine oder Andere schief - das kann man aber besprechen (natürlich nicht mit dem Vater - aber bei allen anderen funktioniert's ) und die sozialen Kontakte sind ausnahmslos erfolgreich. Das schafft Sicherheit - das schafft (Selbst)vertrauen. Für mehr schöne und auch für Menschen mit Autismus so wichtige Begegnungen mit anderen Menschen!

      PS: Ein Umfeld, in welchem sich unser Sohn im Hinblick auf soziale Kontakte entwickeln kann, schaffen wir durch Transparenz, Offenheit und immer wieder erklären, worum es geht und was wichtig ist. In der Regel kommt dabei vorbehaltloses Wohlwollen sowie Wille und Bereitschaft zur bedingungslosen Teilhabe zurück. Das tut auch uns Eltern sehr gut!
      Unser Sohn (15 J.) trifft sich gerne mit Freunden. Wenn er abmachen will, ruft er seine ehemaligen Klassenkameraden bei uns im Dorf an, bis er jemanden findet, der Zeit und Lust hat. Am liebsten geht er mit ihnen Velo fahren, zum Beispiel im Wald auf dem Vita Parcours, weil es ihm Spass macht, über Wurzeln und im Dreck zu fahren (mit uns Eltern auf den regulären Velowegen ist es bedeutend langweiliger…).

      In den Weihnachtsferien hat er mit einem ehemaligen Schulfreund bei uns zu Hause abgemacht, wusste aber nicht so genau, was sie spielen sollten. Der Freund hatte jedoch vorgesorgt: Nach einer Runde Velofahren holte er das Spiel „Was bin ich?“ hervor und spielte es geduldig mit unserem Sohn — und wies ihn auch mal freundschaftlich zurecht, wenn er sich nicht an die Regeln hielt.

      Ich hatte mich derweil in den oberen Stock zurückgezogen, hörte die beiden lachen und sich necken. Nach einem Zvieri führte der Freund dann sein Weihnachtsgeschenk vor: eine Drohne. Unser Sohn war begeistert und durfte sie sogar mal selber steuern. (Der Wunsch für das nächste Geburtstagsgeschenk war geboren…)

      Was braucht es, damit ein solch positives Zusammensein möglich ist?

      Von unserem Sohn ist Mut und Selbstvertrauen gefordert - er muss den Mut haben, seine Freunde zu kontaktieren, auch Absagen hinzunehmen und ein anderes Mal wieder anzurufen oder ein SMS zu schreiben. Es braucht zudem Flexibilität — eine grosse Herausforderung für ihn —, um auf Spielideen des Gegenübers einzugehen und von den eigenen Plänen abzuweichen.

      Vom Freund ist Offenheit, Geduld und Humor gefragt, und auch das Wissen, dass er nicht bei allen von unserem Sohn geplanten Aktivitäten mitmachen muss, wenn er nicht möchte — ein „Nein“ soll auch möglich sein.

      Allgemein hilft es uns sehr, wenn wir offen über die Bedürfnisse unseres Sohnes informieren. Damit nehmen wir uns einerseits selbst den Druck weg, dass unser Sohn möglichst „normal“ und „unauffällig“ rüberkommen soll. Das ist entlastend für die ganze Familie.

      Anderseits können wir unser Umfeld informieren, was unserem Sohn am besten hilft, welche Situationen schwierig sind für ihn etc. Bei Einladungen beispielsweise wissen wir gerne im Voraus, was es zu essen gibt, wer sonst noch eingeladen ist, wie lange der Apéro dauert und wann der Hauptgang beginnt etc. Oder wir können darauf hinweisen, dass unser Sohn gerne einen Stuhl für sich „reserviert“, auf den sich niemand sonst setzen darf — denn es gibt ihm Sicherheit, einen festen Platz für sich zu haben. So können wir ein Stück weit dafür sorgen, dass die Sozialkontakte für unseren Sohn positiv verlaufen und er sich auf weitere Besuche, Einladungen etc. freut.

      Wir treffen in unserem Bekannten- und Freundschaftskreis auf viel Goodwill, Verständnis und Rücksichtnahme — gerade weil wir (so glaube ich jedenfalls) durch die offene Information den anderen die Möglichkeit geben, auf unseren Sohn einzugehen. Es gibt aber natürlich immer wieder schwierige Situationen, sei es aufgrund kurzfristiger Planänderungen, unerwarteter Situationen, zu viel Trubel oder weil wir Eltern uns nicht getraut haben, die Bedürfnisse unseres Sohnes genügend klar anzumelden. Aber wir bleiben dran… denn auch als Familie möchten wir unser Sozialleben weiter pflegen!
      Meine Sozialkontakte finden hauptsächlich in den Therapiestunden, bei der Arbeit und mit der Familie statt. Ich bin froh um diese, mir bekannten, Strukturen. Zu wissen, wen ich sehen werde, wo und vor allem wie lange ist für mich sehr wichtig. In diesen fixen Strukturen sind dann aber auch einmal Variationen möglich. Heute ist es nicht mehr so schlimm, wenn wir zuerst Kaffee trinken und dann einkaufen gehen.
      Ich finde spontane Begegnungen sehr herausfordernd. Aber mein Umfeld weiss und respektiert das. Sie fragen immer so früh wie möglich, ob ich zb zum Kaffee vorbeikommen möchte am Wochenende.
      Damit meine Sozialen Kontakte gelingen, bin ich froh um Kontakt an mir bekannten Orten, mit bekannten Menschen an vorgeplanten Zeiten. Genau so wichtig, damit soziale Kontakte möglich sind und bleiben, sind für mich die Möglichkeit, davor und danach alleine zu sein und zur Ruhe zu kommen.
      Die Termine bei der Ergotherapie und mit der Spitex sind toll. Ich lerne und arbeite an meiner Selbständigkeit. Meine eigenen Fortschritte zu sehen macht mir Mut.
      Ich hatte gute Erfahrungen in zwei Bereichen gemacht und kenne einige, denen es ählich geht.

      Die Bereiche sind "Tiere" und "Hobby".

      Eine Bekannte von mir mit Aspergersyndrom zog letztes Jahr aus dem Elternhaus aus an einen 600 km entfernten Ort. Sie hat zwei Hunde, mit denen sie am neuen Ort spazieren geht und fast zwangsläufig trifft man so auf Gleichgesinnte. Die Hunde sind für sie eine Möglichkeit, mit anderen gleichgesinnten Menschen in Kontakt zu treten und so die ersten Hürden einfacher zu überwinden.
      Am Ort des Elternhauses zog die Bekannte es vor, an den Wegen zu spazieren, die nur wenige Menschen nutzen. So kam es auch, dass sie in all den Jahren keinen Kontakt zu anderen Menschen mit Hunden aufbauen konnte.
      Am neuen Ort hat sie durch die Hunde und die Spaziergänge eine gute Freundin gefunden, die sie so akzeptiert wie sie ist.

      Ich selbst war jahrelang und lange vor meiner Autismusabklärung ehrenamtlich in einem Tierheim tätig. Dort kümmerte ich mich gleichermassen um Hunde und Katzen und so entstanden dann auch viele Konkakte zu Tierheimmitarbeitern, anderen ehrenamtlichen Helfern und Menschen, die sich für ein Tier interessierten.
      Man ist einerseits für die Tiere da, beschäftigt sich mit ihnen, andererseits kann man so auch gut Kontakte zu anderen Menschen knüpfen, mit anderen Helfern zum Beispiel mit Hunden spazieren gehen und diskutieren.

      Ein Hobby von mir war jahrelang die Aquaristik. Nein, eigentlich war es mehr, es war mein Spezialinteresse während fast 15 Jahren. So kam ich über Foren und Vereine mit vielen Menschen in Kontakt und der "Eisbrecher" bei mir war dabei immer das gemeinsame Hobby "Aquaristik". Das war mein Fachgebiet, in dem ich vieles über Fischarten, ihre ursprüngliche Herkunft, die dortigen Wasserwerte und sonstigen Gegebenheiten, ihre Vermehrung und vieles mehr wusste. Mit meinen Aquarien züchtete ich ein paar Fischarten, aber auch Pflanzen und Wasserschnecken. Den Nachwuchs gab ich immer wieder ab, was auch immer wieder zu neuen Kontakten führte.

      Ich denke, dass Tiere und Hobbies oder sogar ein Spezialinteresse sehr gut geeignet sein können, um Kontakte zu anderen Menschen aufzubauen und man so auch seine sozialen Fähigkeiten gut üben und ausbauen kann.
      Gestern erlebt: In die Hände klatschen :) ! Tönt ganz simpel? Mein Sohn Abdelhedi ist 8 Jahre alt und spricht nicht und seine Sozialkontakte sind sehr limitiert. Mit unseren Fachpersonen (Orthophonistin/Ergotherapeutin/Begleiterin) wird das gegenseitige Händeklatschen gefördert und nach guter Arbeit oftmals als Motivation angewendet.

      Nun gestern zu Hause, bestaunte er die Zähne seiner kleinen Schwester (2 Jährig) diese hat auch vor kurzem entdeckt das in die Hände klatschen lustig ist. Also was mach sie?Hände hoch, lächelt ihn an und was passiert?
      Abdelhedi klatsch dagegen was dieses spannendendes klatsch-Geräusch gibt und beide haben eine Riesenfreude und lachen ZUSAMMEN.

      Fazit:
      Zu Hause, dies ist sein bekanntes Umfeld was ihn beruhigt und entspannt. Schwester, ein bekanntes Gesicht und kennt das von ihr keine *Gefahr* ausgeht. Die Verhaltensweise von der Schwester, Sie sieht ihren Bruder und keinen Autisten.

      Meiner Meinung nach brauchen Autisten ein vertrauenswürdiges Umfeld wo sie ihre Kontakte testen und erlernen. Gegenüber welche Geduld haben und trotzdem sie nicht speziell unterschiedlich zu behandeln als andere.
      Meine Erfahrung zu dem Thema sind etwa die, dass ich mich nur frei meiner Natur gemäss verhalten kann, wenn ich vom Umfeld ernst genommen werde. Damit meine ich zum Beispiel, dass ich während eines Essens in einer Gruppe mitteile, dass ich mich aufgrund des Lärmpegels überfordert fühle und mich deshalb zurückziehe oder wenn ich mich während eines Gespräches dahingehend äussere, dass ich mich nicht mehr konzentrieren kann, was ebenfalls einen Rückzug meinerseits zur Folge hat.

      Ernst genommen zu werden, ist für mich die wichtigste Voraussetzung für einen gelingenden Sozialkontakt. Ernst genommen werden aufgrund der Tatsache, dass ich mich nicht so verhalten kann wie Neurotypische. Mit Leuten die ich kenne, kann ich begrenzt besser umgehen, da ich die meisten von ihnen von meinem ASS Kenntnis haben. Hier spielt jedoch ein Annehmen meiner Bedürfnisse eine grosse Rolle. Nicht immer werde ich verstanden, weil die Bereitschaft, sich auf mich einzulassen sehr variiert.
      Es gibt viele verschiedene Grade von Bereitschaft, sodass ich mich bei jeder Person erinnern muss, wie weit diese bereit ist, auf mich einzugehen, was den Wert eines Kontaktes für mich sehr beeinflusst. Ich versuche mich soweit wie möglich anzupassen, doch alles hat seine Grenzen.

      Warum lege ich grossen Wert auf eine solche Bereitschaft? Es ist sehr anstrengend für mich, wenn ich mich gegen im Laufe eines Gespräches überfordert fühle und dem Bedürfnis, mich vor weiterer Reizüberflutung zu schützen, nicht nachgeben kann. Extrem Mühe habe ich in Fällen, wenn mein Verhalten - wie genanntes Beispiel - in abschätzender und verletzender Weise kommentiert wird und man mich aufgrund fehlender Bereitschaft, sich mit meiner Andersartigkeit auseinanderzusetzen, anfängt auszuschliessen.

      Ich wünsche mir, dass man mich einfach so nimmt, wie ich bin. Wenn ich mich angenommen fühle, dann entsteht für mich aus einem Sozialkontakt viel Wertvolles, was sich in einem Anheben meines Selbstwertgefühls zeigen kann, welches wiederum für das Pflegen weiterer Kontakte unabdingbar ist.
      Wie gelingen Sozialkontakte?

      Was braucht es von beiden Seiten? Wo liegen Stolpersteine und wie können diese überwunden werden? Wie schafft man einen Rahmen, der gelungene Sozialkontakte ermöglicht?

      Autisten sind per Definition weniger sozial kompetent als Neurotypische, wobei das Konzept für Aspergerinnen nicht immer zutreffend ist. Alle Personen mit einer Autismus-Spektrums-Störung aber leiden darunter, wie schwierig es für sie ist, Sozialkontakte zu knüpfen und aufrechtzuerhalten. Alle sind sich dessen bewusst, dass Autisten eine Minderheit sind. Die Welt spielt nach neurotypischen Regeln, was oft heisst: silly unpredictable.

      Alle Autisten wollen die Möglichkeit haben, Kontakte zu knüpfen, und wollen wissen, wie Sozialkontakte funktionieren. Lernen will man aber in einem vertrauten Rahmen.

      Um meinen Klienten die Möglichkeit zu bieten, durch Small Talk ihre sozialen Kompetenzen zu trainieren, habe ich vor 4 Jahren eine neue Form der Gruppentherapie entworfen.

      Im Verlauf ist mir klargeworden, wie der Sozial Treff auch für Neurotypische wichtig ist. Wie sich gezeigt hat, haben auch die freiwilligen Neurotypischen von den Autisten gelernt und wurden bereichert.

      Dies ist ein Stück Pionierarbeit. Es braucht mehrere solche Initiativen, um die Leute zu sensibilisieren. Neurotypische haben keine Schwierigkeiten, zu einem Asperger-Treff zu erscheinen, Asperger schon. Und wenn das Treffen denn auch noch so offensichtlich als ein Event für Asperger angekündigt würde, würden sie gar nicht erscheinen.

      Die Gastgeber waren auch zufrieden mit der Initiative, da es um Asperger-Klienten ging, das heisst um bereits integrierte Personen. Die Integration von auffälligen Autisten ist nicht gelungen. Viele Lokale heissen keine auffälligen Gäste willkommen wie Parkinson-Betroffene, die unkontrolliert zittern, demente Personen, die Unbekannte umarmen wollen, oder sonstige Gäste die durch Ganzkörperticks (wie einige meiner Klienten mit High-Functioning Autismus) auffallen.

      Der „Zürcher Sozial-Treff 3 x 15‘ ist ein autismusspezifisches Training der Sozialkompetenz für Erwachsene

      Unter einem Defizit der Sozialkompetenz leiden nicht nur High-Functioning Autisten.

      Alle wollenen Sozialkompetenzen lernen und die Möglichkeit haben, diese anzuwenden.

      Durch den Sozialtreff üben Autisten „in vivo“ und zusammen mit Neurotypischen.

      Ganz nach dem Motto „No drugs, no alcohol, no test! Just talk and fun!” trifft sich die Trainingsgruppe in bis zu 7 Zweiergruppen (1 Klient/in und 1 Freiwilliger/e) einmal im Monat abends in unterschiedlichen Restaurants. Während einer Stunde sprechen Klienten 3 x 15 Minuten mit 3 verschiedenen sozialkompetenten Freiwilligen. Die Gruppenleiterin koordiniert die Paarbildung, schlägt allgemeine aktuelle Gesprächsthemen für alle vor sowie individuelle Themenwünsche von Klienten.

      • Allen Teilnehmern wird ein alkoholfreies Getränk offeriert.

      • Nach einer Stunde verabschieden sich die Freiwilligen zur Intervision.

      • Die Klienten können im „Klientenkränzli“ weiter vor Ort verweilen.

      • Jedem Klienten wird eine Stunde als Gruppentherapie verrechnet.


      Danksagung zu 4 Jahre Zürcher Sozial Treff 3 x 15'

      Liebe Alle

      4 Jahre Sozial Treff 3 x 15' sind gerade im Autismus-Monat April 2018 fällig, was mir ein gutes Omen scheint!

      Danke

      den Klienten, meinen strengsten Kritikern, die alle meine Fehler sofort korrigieren, aber auch sich melden, wenn ich vergesse, die Rechnung zu stellen (könnte ein pathognomonisches Zeichen für Asperger sein!), denen das Lokal „zu laut war, zu klein, zu dunkel ...“, die aber immer wieder kommen.

      der Kassiererin, die seit der ersten Stunde präsent ist und Vorbild für alle!

      den Familien, die sich beteiligt haben, die mich immer ermutigt und mir geholfen haben und die die eigenen Sprösslinge „sanft gezwungen“ haben, zu kommen.

      dem Helfernetz der Klienten, die die gemeinsamen Klienten sogar zum Treff begleitet haben.

      den Freunden und Freundinnen, die immer wieder deklariert haben: wir haben von den Klienten mehr gelernt, als wir gegeben haben.

      den Lokalen: Andorra, Delish, Starbucks, Sphères, Pur Pur, McGees, die uns so nett empfangen und unsere Treffen bereichert haben, auch dafür, dass sie nicht gesagt haben, wir seien wirtschaftlich nicht interessiert, im Sommer seien es Stosszeiten, aber nicht im Winter usw.

      meinem Mann, der die Planungen sofort an die Bedingungen angepasst hat und selber eingesprungen ist!

      Eure und meine Zufriedenheit ist für mich eine grosse Belohnung!

      Danke auch

      den Sponsoren, die sich in der nächsten Zukunft melden werden.

      den Kreditgebern, die keine Zahlung gefordert haben, wahrscheinlich weil es sich mit 0,5 % Ärzte-Anwesenheit nicht lohnt, Kredite zu vergeben.

      den Ärzteverlagen, die mich durch Ablehnung meiner Beiträge stets ermutigt haben, neue Publikationswege zu finden: Jetzt habe ich einen Blog auf meiner Webseite eröffnet!

      all jenen, die mir so oft auf die Schulter geklopft haben und die an Therapien und Freizeitgestaltung für erwachsene Autisten beteiligt sind.

      Es ist für mich ein grosser beruflicher Erfolg, dieses Originalkonzept der Gruppentherapie für erwachsene Asperger erschaffen zu haben und ausleben zu dürfen. Einige Ergebnisse sind grösser als jene, die durch das Konzept vorgesehen waren. Beispielsweise habe ich Freunde und Freundinnen gewonnen. Im Klientenkränzli lernen die Asperger voneinander, was die Neurotypischen an ihnen komisch finden usw.

      Ich habe entschieden, dass ich nach dem 5. Jubiläumsjahr meinen Sozial-Treff beenden werde, damit ich freie Energie für neue Projekte habe. Diese werden sich natürlich um Autismus und benachbarte sozialpsychiatrische Themen drehen

      Gerne werde ich weiter alle beraten, die meinen Rat einholen möchten.
      Hier einige Tipps von mir:

      - Bei Kontakten gilt für mich: Qualität vor Quantität. Kontakte müssen nicht lang sein, sollten aber etwas Erfreuliches sein.
      - Die besten Konversationen hat man, wenn man zu zweit mit jemandem ist. Da fokussieren sich beide auf den Partner und man fühlt sich nicht ausgeschlossen.
      - Sich immer Zeit einplanen alleine zu sein um sich zu erholen.
      - Wenn ich nervös bin und mein Kopf leicht zittert, halte ich eine Hand hinten am Hals, damit mein Kopf weniger zittert.
      - Und das Wichtigste: Die Zeit, die man mit anderen Menschen (und sich selbst) verbringt, versuchen zu geniessen :)

      Und falls ich einen Preis gewinnen würde, würde ich gerne darauf verzichten, da dieser Input relativ kurz ist und ich der Meinung bin, dass es andere Leute hier gibt, die den Preis lieber hätten als ich.
      Nun soll ich jetzt hier auch noch was schreiben…? Obwohl zig Leute seit ewig auf eine Antwort ihrer E-Mails warten… obwohl ich mich längst mal bei dieser oder jener Person hätte melden sollen…? Um nachzufragen wie es geht… oder gar um abzumachen (das braucht enorm Überwindung)… statt hier online anonym irgendwelche „Allgemein-Blätze“ über gutes Miteinander preis zu geben…das dachte ich und schob (respektive klickte weg) den Aufruf hier weg.

      Nun doch hat mich die Fragestellung nicht ganz unberührt gelassen. Hier, obwohl ich zu spät dran bin (…mittlerweile ausserhalb des Wettbewerbs); einige Sachen von letzter Zeit:

      Aktuell bin ich in einem argen Erschöpfungszustand und es bleibt kaum Platz mehr für Sozialkontakte. Die depressive Stimmung verunsichert mich zusätzlich und ich meine beobachtet zu haben, dass ich vermehrt auch andere Leute verunsichere. So wenn mich jemand fragt wie es mir gehe und ich dann ehrlich antworte, ich wüsse nicht was zu sagen… eigentlich schlecht usw. Auch wenn die Frage ehrlich gemeint war, oft sind dann die Leute genauso überfordert.Manchmal läuft es auch nonverbal ab, z.B. eine Gruppe von Leuten die mich eigentlich sehr mögen, reden miteinander… registrieren mich … doch keiner gibt das körpersprachliche Signal das mich einläd auch in den „Kreis“ zu kommen… dabei will ich nur mich bei der Gastgeberin verabschieden da ich müde bin….dann schmerzt es doch ich muss akzeptieren, dass sie wohl damit überfordert sind mich so müde zu sehen. Selber akzeptieren, dass im Moment kein guter Kontakt möglich ist und es besser ist zuhause alleine zu sein. Als eigentlich kontaktfreudige ASS-Frau ist das traurig, doch ich muss lernen wieder in meine Kraft zu kommen. Das ist die Grundlage. Es wird gesagt, jeder muss seine Bedürfnisse kennen lernen und lernen sie bei sich oder anderen einzufordern.

      Meine Erschöpfungszustände machen es sehr schwer auch mit Fachleuten zusammen zu arbeiten. Aktuell habe ich die vor einigen Monaten neu begonnene Spitex abbrechen/pausieren müssen, da es für mich zuviel Kraft kostet die sehr allgemeinen Anweisungen für mich konkret in etwas machbares runter zu brechen…zusätzlich um die Sache die viel Kraft braucht, braucht dann das darum herum zusätzlich mindestens soviel Kraft… mir kommt gerade Temple Grandin in den Sinn: „be specific“… das heisst es hilft, wenn das Gegenüber sich so spezifisch und so genau wie möglich sich ausdrückt. Das Stichwort Vertrauen kommt mir dazu auch in den Sinn…

      < muss jetzt ins Bett… poste mal was ich habe… bevor ich das Ganze wieder hinterfrage… ich hoffe ich schreibe morgen weiter evtl. zu den Stichworten, Kommunikation, Nachfragen, kompliziert sein dürfen, lachen…>
      Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Wettbewerbs

      Zuerst ganz vielen Dank für Eure wertvollen Beiträge zu unserer Frage «Wie gelingen Sozialkontakte?». Wir haben uns sehr gefreut, von Euch zu lesen. Am Freitag haben wir all Eure Namen auf Zettel geschrieben und die Verlosung durchgeführt. Nachfolgend die Gewinnerinnen und Gewinner:
      1. Amina
      2. Emma
      3. Regenbogen

      Wir werden uns in den nächsten Tagen mit Euch in Verbindung setzen, damit wir Euch die Preise übergeben oder zusenden können. Einen schönen Sonntag und bis bald!

      Herzliche Grüsse,
      Nicole Ulrich-Neidhardt