Meine Diagnose bringt mir nicht viel?!

      Meine Diagnose bringt mir nicht viel?!

      Hi,

      Ich wusste nicht genau in welchen Thread ich das poasten soll, darum ist es jetzt hier...

      Ich muss hier mal meinen Frust rauslaussen und hoffe darauf, dass es hier Menschen gibt die mich verstehen.

      Wie man schon im Titel liest, habe ich das gefühl die Diagnose bringt mir nicht viel... Alle berichten davon, dass ihre Diagnose eine riesengrosse Erleichterung in ihr Leben brachte.. Ich verstehe das jedoch nicht ganz, denn für mich ist das anders.

      Ich habe sie bereits seit Anfang Pubertät und hatte viel Unterstützung meiner Mutter. Sie wollte halt unbedingt eine Asperger Diagnose für mich, weil sie sah wie anders ich bin und die entsprechende Unterstützung für mich wollte. Aber trotzdem wussten meine Eltern häufig nicht wie sie mit mir umgehen sollen. Hatte millionen Streitereien mit meiner Mutter weil sie mega emotional ist und auch sie hat genug oft nicht auf meine Gefühle geachtet, es war ihr egal. Sie dachte immer, alles was ich tue mache ich aus böswilligkeit. Genauso wie mein Bruder.

      Auf Arbeit weiss man dass ich ne Diagnose habe, aber bis auf die Tatsache dass ich ein bisschen weniger arbeite, nimmt man meine Probleme selten wahr... Auch wenn eigentlich klar sein sollte womit ich Schwierigkeiten habe. Und ich werde immer wieder ohne mein wissen absichtlich auf Grenzen getestet, damit mein vorgesetzter sieht wie weit er bei mir gehen kann. Der Stress wird sozusagen getriggert. Und ich kann das eigentlich alles ganz gut bewältigen, das ist nicht das Problem. Ich weiss ja das ich es kann, darum ist es völlig unnötiger Stress und ist frustrierend, neben all den Dingen die mich sonst schon stressen auf Arbeit. Aber das checkt keiner.

      Und jetzt zu den Freunden... Von aussen her sieht man es mir nicht an... Ich bin ein Künstler wenn es darum geht sich normal zu verhalten. Ausser manchmal in konservationen in denen die meisten Leute dies wahrscheinlich als niedriges selbstvertrauen sehen, wenn ich plötzlich komisch spreche und nervös werde... Freunde und gewisse Partner jedenfalls kannten meine Diagnose und meine Schwierigkeiten, aber es wurde kaum bis gar nicht drauf eingegangen. es kamen auch selten bis nie Fragen diesbezüglich, also praktisch kein interesse.. So scheint es mir zumindest, auch wenn das Menschen waren die verrückt nach mir waren und denen ich wichtig war. Es gibt so viele Situationen welche mir mühe bereiten, welche ich häufig auch versuche zu erklären, aber es wird irwie weder verstanden noch wahrgenommen! Es kommt mir irgendwie keiner entgegen um mir das Leben zu erleichtern. Wenn ich über belastende probleme spreche, bekomme ich bloss Ratschläge welche für NTs gelten, aber nicht für mich! Mein AS ist für niemanden ein Thema.
      Alleine zu sein ist auch keine Lösung, denn ich fühle mich sonst sehr einsam...
      Und was sonst auch noch sehr verletzend war, ist das ich mir schon oft anhören musste ich sei ständig am "rummotzen", obwohl ich das gaaaanz anders sehe... Eigentlich bin ich für meine verhältnisse extrem locker drauf und gehe immer und immer wieder kompromisse ein, welche alle wahrscheinlich als Selbstverständlich ansehen. Denn grundsätzlich bin ich ein sehr flexibler und anpassungsfähiger Mensch, der jedoch nicht unbedingt zu Spontanität neigt. Dies habe ich mir jedoch alles über Jahre mit grosser Mühe angeeignet und gelernt, ist für mich häufig jedoch nach wie vor stressig und braucht viel Energie.

      Ich habe mein leben lang immer alles hingenommen und meine Gefúhle nicht gezeigt und nicht gesagt wie schlecht es mir mit vielem geht.. Und jetzt wo ich offen darüber sprechen kann, bin ich nur am rumnörgeln??? Das kann doch nicht wahr sein....
      Mein Bruder hat mich als Kind auch ständig provoziert, ausgelacht und beleidigt aufgrund meiner Gefühle und Probleme. Es war ihm alles egal, ich werde generell nicht immer wirklich ernst genommen von Mitmenschen...

      Ich bin so gestresst, mich blockiert alles nur noch.. Ich bin (wieder) richtig depressiv geworden...

      Ich wollte meine Diagnose selbst lange nicht wahrhaben und habe immer alles verschwiegen weil es mir unglaublich peinlich war. Aber jetzt wo ich mich seit ein paar Jahren sehr damit auseinandergesetzt habe und drüber sprechen kann, will es niemand wirklich wahrhaben....? Toll.

      Ich hasse es solche Dinge an die grosse Glocke zu hängen, mich zu wichtig zu nehmen oder mich als Opfer darzustellen. Aber ich bin mir selbst genug wichtig geworden, damit meine Gefúhle ernst genommen werden. Ich bin auch nicht jemand der davonrennt wenn Schwierige Situationen/Reizüberflutung kommen oder ähnliches... Ich stelle mich dem und beisse die Zähne halt zusammen, aber keiner sieht wie sehr ich darunter leide.
      Meistens beschwere ich mich nicht und immer wieder haben Menschen gesagt dass ich diese Dinge sagen soll. Jetzt tu ich das, aber angeblich motz ich nur rum?
      Ich verstehe es nicht und es ist umglaublich verletzend.

      Die meisten Menschen profitieren mehr von mir als umgekehrt.. Die wenigsten Dinge die mit Menschen zu tun habe geniesse ich noch... Innerlich werde ich immer leerer und gefühlsloser

      Was soll ich tun?
      Hallo.

      Entsage all jenen, die dich nieder machen. Entgehe jeglicher Resistenz dir gegenüber und interagiere mit Menschen, die deine Ansichten teilen und bestehe auf deine Meinung/Idealen bei kontroversen Unterhaltungen. Du solltest möglichst deiner Realität gerecht werden, nicht die der anderen.

      Es ist eine energetische Verschwendung in der Gegenwart anderer zu lamentieren, wenn diese nie gelernt haben andere perspektivische Betrachtungsweisen anzunehmen, folglich zu verstehen.

      Du solltest lernen dich zu verstehen/akzeptieren, dann werden dir auch andere mit ähnlichem Verständnis entgegen kommen, doch musst du konsequent und überzeugend dein Sein präsentieren, damit andere dich ernst nehmen. Ein ambivalentes Verhältnis zu dir selbst stört dich und verunsichert andere dazu. Darum solltest dringlich dein Verstellen unterlassen und authentisch sein, eine psychologische Kriegsführung gegen dich selbst bringt keinen Nutzen ein.

      Viele fanden anhand der Diagnose eben zu sich selbst und legten ihr Schauspiel ab, um von nun an eigen zu sein und sich demnach erklären zu können. Natürlich bedarf es dennoch ein bestimmtes Verhalten, um der allgemeinen Höflichkeit gerecht zu werden, doch dies beruht auf Gegenseitigkeit und erklärt sich von selbst.

      Reflektiere also dein Verhalten und entlarve jegliche Missstände, denen du unterliegst und dir Kraft rauben.
      Hallo Soulvarver

      Soulcarver schrieb:

      Ich wollte meine Diagnose selbst lange nicht wahrhaben und habe immer alles verschwiegen weil es mir unglaublich peinlich war. Aber jetzt wo ich mich seit ein paar Jahren sehr damit auseinandergesetzt habe und drüber sprechen kann, will es niemand wirklich wahrhaben....? Toll.


      Vielen Menschen ist nicht bewusst, das man Menschen mit Asperger ihr anders sein eben nicht auf den ersten Blick ansieht.
      Im Gegenteil, viele mit Asperger sind sehr intelligent, anpassungsfähig und haben schauspielerische Qualitäten, um möglichst nicht aufzufallen. Diese Fähigkeiten werden dann - oft unbewusst - gegen sie gerichtet, weil viele Menschen davon ausgehen, man könne alles und es wäre ganz einfach für einen.

      Ich für mich hatte schon Jahre vor meiner Diagnose begonnen, einen Bogen (Redewendung) um Menschen zu machen, mit denen ich nicht klar komme. Davor war ich immer bemüht, es möglichst allen Recht zu machen und bin dabei oft gescheitert und habe zuviel Kraft dafür gebraucht.
      Manchmal, wie eben auch im beruflichen Umfeld, muss man auch mit Menschen umgehen, die einem alles andere als symphatisch sind. Bei solchen Menschen gibt es dann eben nur streng beruflich umrissene Kontakte und rein gar nichts persönliches.

      Asperger soll und darf Dir nicht peinlich sein, denn es ist ja auch ein Teil von Dir - ob Dir das nun gefällt oder nicht. Sehe in Asperger nicht nur die negativen Auswirkungen, sondern eben auch und vorallem die positiven Seiten. Wenn Du lernst, Dich so zu akzeptieren wie Du bist, dann kannst Du Dir selbst die Wertschätzung zukommen lassen, die Du verdient hast. Dann sendest Du auch andere Signale an die Menschen, die Dich dadurch anders wahrnehmen und die sie veranlassen werden, anders mit Dir umzugehen.
      Hey! Danke für die schnellen Antworten. Sehr Hilfreich, vielen Dank.

      Naja es ist halt interessant. Bei mir ist es halt auch so, dass wenn Menschen meine Diagnose kennen, sie eher eine Distanz zu mir aufbauen. So als wäre ich behindert oder als hätten sie angst mir zu Nahe zu kommen oder mit mir zu sprechen. Selbst bei meinen eigenen Verwandten. Ich reflektiere mein Verhalten sehr, manchmal fast zu sehr, was in endlosen Grübeleien endet. Und ich habe kein riesen Problem mit Menschen umzugehen die mir unsympathisch sind, wenn ich es muss. Man merkt mir das Aspergers-Syndrom nicht an, wenn ich nicht will. Dementsprechend komme ich vielen Menschen mehr entgegen als umgekehrt, weil ich gelernt habe, dass man nur so durchs Leben kommt. Aber damit hör ich jetzt auf, das ist es tatsächlich nicht wert.

      Ich bin es einfach leid immer Vorwürfe zu hören, auch wenn die Menschen wissen womit ich Mühe habe. Oder das es ihnen schlicht egal ist. Das ist mir jetzt einfach alles zu blöd. Dass ich mir selbst treu bleiben muss, ist mir schon lange klar und verstellen tu ich mich auch nicht absichtlich. Aber was solls...
      Vielleicht wäre es hilfreicher, wenn du Autismus vermehrt und primär mit den Vorteilen dessen assoziierst und demnach so erklärst. Und die Defizite in Relation zu Neurotypischen schlichtweg generalisierst anstatt es auf deine Andersartigkeit zurück zu führen, denn alle Menschen haben Schwächen, egal welcher Wesensart sie angehören.

      Soulcarver schrieb:

      Bei mir ist es halt auch so, dass wenn Menschen meine Diagnose kennen, sie eher eine Distanz zu mir aufbauen. So als wäre ich behindert oder als hätten sie angst mir zu Nahe zu kommen oder mit mir zu sprechen. Selbst bei meinen eigenen Verwandten.


      Die meisten um mich herum wissen nichts von meinem Asperger... Aber sie wissen auf der Arbeit zum Beispiel, das ich nie an Firmenfeiern gehe. Ich sagte immer "das ist mir ein zuviel an Menschen, der Lärm überfordert mich, ich könnte die Feier nicht geniessen".
      Es ist
      - die Wahrheit
      - es ist nicht gelogen
      - andere können das besser nachvollziehen (als wenn ich sage ich hätte Asperger)

      Das ist dann eine praktische Zwischenlösung finde ich... Asperger verstecken ist auf Dauer vielleicht mühsam. Asperger den Leuten erklären kann auch mühsam sein und wer weiss, welches Bild diese Menschen dann von einem haben?
      Der Mittelweg hatte mir schon oft geholfen... Viele Menschen haben Mühe mit grossen Menschengruppen und fühlen sich nicht wirklich wohl darin, dann können sie es besser verstehen, wenn man so argumentiert wie ich oben.

      Soulcarver schrieb:

      Ich bin es einfach leid immer Vorwürfe zu hören, auch wenn die Menschen wissen womit ich Mühe habe. Oder das es ihnen schlicht egal ist. Das ist mir jetzt einfach alles zu blöd. Dass ich mir selbst treu bleiben muss, ist mir schon lange klar und verstellen tu ich mich auch nicht absichtlich. Aber was solls...


      Sie wissen vielleicht dem Namen nach, was Du hast, wenn Du es ihnen sagst... Aber weisst Du wirklich, ob sie verstehen, was Du hast und wie sich das bei Dir auswirkt?

      Diejenigen, die von meinem AS wissen wissen zugleich auch, das sie mich nicht mit Samthandschuhen anfassen müssen (Redewendung), ganz im Gegenteil. So muss ich lernen, meine Bedürfnisse selbst besser zu erkennen und sie auch zu kommunizieren - was bis heute nicht einfach für mich ist.
      Das ist eine sehr gute Idee eigentlich. Aspergers erstmals mit dem positiven zu assoziieren, wenn man davon spricht. Und alles Positive hat grundsätzlich ja auch Negatives. Ich wollte mich selbst damit sowieso nie schlecht machen. Ich war eine Zeit lang sogar stolz darauf, Eigenschaften zu haben die Andere nicht haben und einfach nicht 0815 zu sein.

      So wie du es machst Lumpi, finde ich auch die beste Möglichkeit zu machen. Du sagst was dich stört und Punkt. Man muss sich nicht dafür rechtfertigen wenn einem etwas nicht gefällt. Es gibt auch Menschen ohne AS die solch diverse Schwierigkeiten haben. An diesem Punkt war ich eigentlich auch schon mal, die ganze Sache aus diesem Winkel zu sehen und es auch so zu kommunizieren. Dafür braucht man meiner Meinung nach viel Selbstsicherheit.

      Und nein, ich glaube nicht das sie es verstehen, wenn ich ihnen beim Diagnosenamen sage was ich habe etc. Und das ist es ja, was mich manchmal frustriert. Klar ist es dann meine Aufgabe es verständlich zu machen. Aber man muss es aus beiden Blickwinkeln betrachten. Denn die Menschen denen ich wichtig bin, könnten doch aus Interessensgründen auch mir einen Schritt entgegenkommen und vielleicht mal etwas dafür tun um (Selbstständig) Informationen zu bekommen und diese auch Umsetzten. Besonders beim Umsetzen und beim respektieren(!) haben die Meisten ihre Schwierigkeiten. Deswegen frage ich mich dann schliesslich, was es mich bringt die Leute zu informieren? Denn ich fühle mich dann meistens ein wenig gedemütigt. Vorallem weil ich mich damit "wichtig" gemacht habe und schliesslich nicht wirklich ernst genommen wurde oder meiner Meinung nach nicht darauf eingegangen wurde. Und ich rede von Menschen im näheren Umfeld.

      Und ja, ich bin noch dran meine Bedürfnisse kennen zu lernen, das ist keine Frage und ich denke ich werde eines Tages besser dazu in der Lage sein, das zu kommunizieren. Das ist mein Ziel.

      Soulcarver schrieb:


      Und nein, ich glaube nicht das sie es verstehen, wenn ich ihnen beim Diagnosenamen sage was ich habe etc. Und das ist es ja, was mich manchmal frustriert. Klar ist es dann meine Aufgabe es verständlich zu machen. Aber man muss es aus beiden Blickwinkeln betrachten. Denn die Menschen denen ich wichtig bin, könnten doch aus Interessensgründen auch mir einen Schritt entgegenkommen und vielleicht mal etwas dafür tun um (Selbstständig) Informationen zu bekommen und diese auch Umsetzten.


      Es wäre wünschenswert, wenn andere Menschen den einen Schritt entgegenkämen, aber zumindest bei mir hat das erst einmal stattgefunden: meine Frau hatte sich über Autismus eingelesen und mir zu verstehen gegeben, dass sie anhand der gelesenen Texte vermutet, ich könnte davon betroffen sein.

      Es ist eben auch sehr schwer zu erklären und anderen begreiflich zu machen...
      Zwei Beispiele, geschehen jeweils mit meiner Frau:

      1.) mich stören Berührungen massiv. Nicht einmal meine Frau darf mich jederzeit berühren, vorallem dann nicht, wenn ich gerade eine Reizüberflutung durchmache oder diese gerade hinter mich gebracht hatte. Ebenso stört es mich, wenn (vorallem) Fliegen auf meiner Haut und in den Haaren rumlaufen. Meine Frau hatte das jahrelang nicht verstanden, bis ich es ihr vor ein paar Wochen erklären konnte:
      ich empfinde den Reiz, den die Fliege verursacht, wenn sie auf meiner Haut herumläuft (vorallem Beine oder Arme) so intensiv, als würde mich jemand richtig fest kneifen, einfach ohne den Schmerzreiz, wohl aber den Berührungsreiz.

      2.) Ich laufe Sommer wie Winter immer mit Socken rum... Auch in unserem Haus bei den jetztigen Temperaturen über 30 Grad. Meine Frau meinte letzte Woche, weshalb ich nicht ohne Socken laufen würde, dann hätte ich nicht so heiss.
      Das stimmt... Aber eigentlich... Soweit ich mich zurück erinnern kann, hatte ich immer Socken an und wenn nicht, zum Beispiel in einem Hallenbad oder einem Freibad, lief ich immer extrem auf Zehenspitzen.
      Ich dachte die letzten Tage öfters darüber nach... und vermute(!) ein wenig, dass Socken wie ein Filter wirken, damit die Füsse nicht die unterschiedlichen Böden berühren. Im Haus haben wir Holzboden, Parkettboden, Steinplattenboden und in zwei Gängen so Flauschteppiche.... Diese unterschiedlichen Böden empfinde ich sehr unangenehm, ich versuche nämlich heute Nachmittag ohne Socken rumzulaufen (und laufe oft wieder auf Zehenspitzen).

      Meine Frau versteht nun besser, weshalb Fliegen mich derart stressen und warum ich Socken auch im Sommer trage.
      Vorher verstand sie es nicht, und ehrlich gesagt... Ich auch nicht. Bis ich es für mich erkennen und dann auch formulieren konnte, dauerte es lange.

      Jeder mit Asperger hat unterschiedliche Herausforderungen. Deshalb ist es auch so schwer bzw unmöglich, eine auf einen selbst zugeschnittene Beschreibung zu finden und anderen zum Lesen in die Hand zu drücken.
      Viele kleine intensiv rote Punkte... Da wissen viele gleich "Ah... Masern", da reicht die Standardbeschreibung z.B. bei Wikipedia als Erklärung aus.
      Bei Asperger und den unterschiedlichen Ausprägungen jedoch.... Wird es schwer, genau das zu vermitteln, womit man selbst Mühe oder Probleme hat... Wenn man die Mühe und Probleme selbst erkennen kann (war bei mir jahrelang oder gar jahrzehntelang nicht so!).
      Hallo Zusammen
      Die Berichte hier sind auch schon etwas älter trotzdem habe ich das Bedürfniss mich einzuklicken.Ich selber bin nicht betroffen.Unser Sohn hat ASS und ab der Diagnose hatten wir als Eltern endlich ein Instrument an der Hand, womit wir gelernt haben, mit gewissen Situationen besser Umgehen zu können.Auch wir haben die Erfahrung gemacht,wenn wir direkt sagen, dass unser Sohn eine ASS hat und was er nicht kann haben, sich die Eltern distanziert.Die Kinder durften nicht mehr abmachen.Natürlich wurde dies nicht offen kommuninziert.Es hiess immer, keine Zeit,ist im Training,hat andere Termine...blablabla.Bis ich als Mutter umgedacht habe.Statt zu erwähnen was unser Sohn nicht kann, erwähne ich absofort, was er kann und das man direkte Ehrlichkeiten von unserem Sohn akzeptiert ohne persönlich sich angegriffen zu fühlen.Natürlich gelingt dies nicht jedem.Und wir ecken immer noch an.Aesserungen Ihr habt euer Sohn nicht unter Kontrolle,dieser muss nur mal erzogen werden, hören wir immer noch.Doch diese lassen wir nicht an uns ran.Unser Sohn geht seinen Weg davon sind wir als Eltern überzeugt.Wichtig ist, dass wir zu ihm stehen und ihm eine Stütze geben,wenn es mal ganz hart kommt.In der Kinderwelt ist es auch heute sehr hart.Der nicht mit schwimmt wird ausgegrenzt, gemoppt, aussen vor gestellt.Das ist der Mensch und ich glaube das sich dort nicht viel ändern kann, wenn wir Eltern nicht der erste Schritt machen.Ich rate jedem ASS Betroffener zeigt eurer Fähigkeiten und versucht nicht NORMAL zu sein den dass seid ihr nicht.Es ist eurer Stärke und was ganz Besonderes in unserer Leistungagesellschaft.Ich hoffe Ihr versteht was ich meine?Es wäre doch wundervoll wenn beide Seiten voneinander lernen könnten....
      Und Soulcarver Du bist auf deinem Weg :-))...toll mach weiter so.
      Herzlichste Grüsse
      Guten Tag miteinander,

      "normal" gibt es nicht. Niemand ist: "normal".

      es ist fuer mich als Begleiterin in der Grundschule sehr hilfreich eure Beitraege zu lesen. Meine Herausforderung ist die Selbe. Was ist sogenannt "normal" und was ist anders im Verhalten und im Verstaendnis aufgrund des Autismus/Asperger? Seien wir doch objektiv: alle Menschen sind verschieden! Es gibt kein Einziger der genau gleich ist wie ein Zweiter. Nicht mal eineiige Zwillinge verhalten sich gleich. Das soziale Umfeld in welchem ein Mensch aufwaechst praegt ihn enorm. Ob mit oder ohne Diagnose. Was wir alle wirklich noetig haben ist: Empathie.
      Um anderen Menschen Mitgefuehl, Empathie und Verstaendnis entgegen bringen zu koennen, bedarf es der Selbstwahrnehmung. Deshalb erklaere ich meinem "Schuetzling" das er ein wundervoller Mensch ist, so wie er ist. Er ist ein Perfektionist, wenn er "Fehler" macht und ich ihn darauf aufmerksam mache, dann wird er richtig stinke sauer auf sich selbst. Dann sage ich ihm, dass es ok ist Fehler zu machen. Das wir alle Fehler machen und das wir in der Schule sind, um gemeinsam und voeneinander zu lernen.

      Das allerwichtigste waere: Respekt.
      Ihn zu haben und ihn zu geben.

      Gehe mit anderen Menschen so um, wie du moechtest das sie mit dir umgehen.

      Liebe Gruesse
      euer Herz
      Hallo Herz
      Da gebe ich dir voll und ganz recht.Es ist nur so: Unser Sohn kann durch das ASS nicht die Empathie geben und eckt deswegen immer an.Er kann sich nicht einfühlen...das ist eben sein Problem.Somit ist er durch seine Ehrlichkeit (weil er eben nicht Lügen kann) bei anderen Kinder angeckt, er kann kein Geheimniss für sich behalten.Ja es gibt Therapieformen in dem er lernt Strategien zu entwickeltDas ist noch ein langer Weg.Und in der Zwischenzeit ist er auf Empathie von anderen Menschen angewiesen...paradox.

      'Herz',Das soziale Umfeld in welchem ein Mensch aufwaechst praegt ihn enorm. Ob mit oder ohne Diagnose. Was wir alle wirklich noetig haben ist: Empathie.[/quote]
      Das ist immer eine heisse Diskussion.Soziales Umfeld.....da gebe ich dir auch wieder recht.Es prägt ungemein jedoch nicht für einen mit ASS.Jedenfalls kann ich da aus eigener Erfahrung sprechen.Ich bin hochsensibel und sehr empatisch...ich lebe dies vor und trotzdem kann unser Sohn dies nicht annehmen.Soziale Kontakte halten ist ein grosses Thema...durch Sensibilisierung der Umwelt auf dieses Thema gelingt es uns immer mehr unser Sohn zu integrieren, dass aber nur weil wir Menschen um uns haben die Empatisch sind.
      Wie gesagt es ist ein langer steiler Weg.Ich finde es toll das du Herz Empathie zeigst in der Betreuung, das ist bestimmt nicht immer einfach.Du lebst es vor und das ist ein guter Weg für alle anderen Menschen die dir begegnen.Doch ASS Betroffenen sehen dies nicht, jedenfalls nicht in der Situation,vielleicht im Nachhinein.
      Hmm es kommt auch daauf an in welchem Alter sie gelernt haben Strategien zu entwickeln um einiger Massen zu reagieren,so dass die Umwelt sich nicht so stark vor den Kopf gestosst fühlt.Versteht ihr was ich meine?
      Seid alle herzlichst gegrüsst

      Neu

      Hallo Ela,

      danke fuer deine Worte.
      Es ist mir bewusst, dass Menschen mit ASS das Mitfuehlen und die Emotionen nicht, anders und wie auch immer aeussern, empfinden oder interpretieren koennen. Das erschwert auch das Lernen darueber.
      Ohja, die Direktheit ;) "mein" Kleiner spricht (noch) nicht und deshalb "erschreckt" er seine Freunde auch nicht mit direkten fadengraden Antworten. Aber das kommt ja vielleicht noch.
      In dieser Beziehung musste ich an mir selbst auch arbeiten, da ich gerne direkt sage was ich denke.
      Kommt nicht immer gut an. Aber ich denke wie man etwas sagt, macht die den Ton.

      Es freut mich Dich/euch kennen zu lernen
      und einen Teil unseres Lebens zu teilen

      Ganz liebe Gruesse
      dein Herz