Autismus können sich nur Sieger leisten!

      Autismus können sich nur Sieger leisten!

      Liebe Freunde von autismusforumschweiz.ch

      Nachfolgend ein Zitat aus dem Artikel "15 Thesen zum Journalismus im 21. Jahrhundert" der Online-Ausgabe des Tages-Anzeiges vom 2. Mai 2012.

      13. Autismus können sich nur Sieger leisten

      Involvierung der Leser ist die zweite, grosse ungenutzte Ressource im Journalismus. Dazu gehört zunächst selbstverständlich Transparenz: der Blick des Kunden in Küche und Kochbuch. Das Zugeben von Fehlern, Unsicherheiten, leeren Flecken. Und dass regelmässig auf Fragen des Lesers geantwortet wird. Und noch wichtiger: Dass von Zeit zu Zeit ernsthaft zurückgefragt wird. Denn nichts erobert Menschen leichter als echte Fragen. Und nur mit einer überzeugten Community wird eine Zeitung überleben. Zugegeben, ein kräftiger Schuss Autismus ist die Versuchung für alle Kommunikationsberufe. (Man muss einmal sehen, wie viele Fragen an Werber-, Künstler- oder Journalistenpartys gestellt werden: verdammt wenige.) Aber den Luxus des Autismus können sich nur erfolgreiche Branchen leisten.
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      Wie denken Sie über obige Verwendung des Begriffs „Autismus“? Wird die Gesellschaft dadurch sensibilisiert oder einfach nur falsche Eindrücke vermittelt?

      Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

      Herzliche Grüsse,

      Nicole Ulrich-Neidhardt
      Präsidentin Autismus Forum Schweiz
      Autismus können sich nur Sieger leisten? Der Begriff des Autismus ist im Zusammenhang dieses Artikels mit völlig irreführenden Inhalten gefüllt. So wird der Eindruck erweckt, als wäre Autismus eine Charaktereigenschaft, wie man sie sich in Entspannungsseminaren zulegen kann. Und einmal ausgestattet mit dieser Technik, ließe sich der Alltag relaxt und mit einer Portion Gleichgültigkeit über die Runden bringen. Ich kenne keine vom Autismus betroffenen Menschen, die ihre Situation als besonders komfortabel oder sogar als Luxus erleben. Und davon, dass Autisten als Betroffene in unserer Gesellschaft besonders erfolgreich wären, kann keine Rede sein.
      Ich habe mir diesen Artikel durchgelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass der Verfasser sehr die Polemik als Stilmittel gebraucht (fast schon missbraucht). So z. B. auch die Thesenüberschrift "3. Die Kanzel ist kaputt" bzw. "5. Bravheit und Effizienz sind tödlich" sind hingeworfene Schlagwörter, ohne dass näher darauf eingegangen wird. Was meint er mit "Kanzel" oder wie definiert er "Bravheit"? Genauso benutzt er offensichtlich das Wort "Autismus" - wohlgemerkt er benutzt es als Wort ->> als Schlagwort. Er benutzt nicht den Begriff "Autismus"; möglicherweise kennt er die tatsächliche und weitreichende Bedeutung des Begriffes "Autismus" gar nicht und er erwartet es wahrscheinlich auch nicht von seinen Lesern.

      Auf welchem Niveau soll man sich mit einen solchen Verfasser auseinandersetzen? Soll ich mich zu seinem Niveau hinunterbegeben oder soll ich (kann ich?) erwarten, dass er zu einem höheren Niveau hochkommt, das dem Inhalt des Begriffs "Autismus" würdig wäre?

      LG
      Werner
      Hallo,

      ich melde mich nach langer Abwesenheit mal wieder.

      Früher hätte ich mich sicher sehr über sowas aufgeregt, mittlerweile sehe ich das als Autist entspannter.

      Ich denke wir müssen uns folgendes klar machen:

      Autismus kann man in zwei Bedeutungen verwenden.

      Zum einen die medizinische. Der Artikel hat mit der Behindeurng Autismus nichts zu tun. Insoweit gesehen ist er einfach Blödsinn.

      Zum anderen die sprachliche. Und hier, so schwer es mit fällt das zu schreiben, macht der Autor leider nichts falsch. Er verwendet Autismus im Wortsinne und wie es z.B. im Duden definiert ist. Traurig aber wahr.

      Das Einzige was wir wohl anstreben können ist Autoren solcher Artikel aufzuzeigen, dass Autismus mehr ist als die reine und sprachliche Wortbedeutung. Und das das was dahinter steckt gravierend und weitreichend ist. Und das man eben deshalb vorsichtiger mit der Wortverwendung umgehen sollte.

      Grüße

      Querdenkender
      Interesse an professionellen Weiterbildungen oder Vorträgen über Autismus? Sprechen Sie mich an!

      Ein Autist denkt Quer! quergedachtes.wordpress.com
      Mir ist ehrlich gesagt nicht klar, was der Autor dieses Artikels unter "Autismus" versteht.

      Meine Gedanken dazu:
      • Autismus ist für mich kein Luxus. Mit "Sieger", "erfolgreich" und "Luxus" wird Autismus verharmlost und Menschen mit Autismus (egal in welcher Form) werden so nicht ernst genommen.
      • Vermutlich meint der Autor mit seinen Aussagen, dass Erfolgreiche und Sieger sich nicht mehr um ihre Umgebung kümmern müssen. Das ist aber fatal, denn irgendwann ist sicher ein andere schlauer. So ist das römische Reich untergegangen und auch der FC Basel wird nicht auf ewig so weiter spielen und siegen.
      • Meint der Autor, dass sich die Journalisten mehr um sich selbst kümmern sollten? Wenn er damit kritisches Hinterfragen meint dann bin ich damit einverstanden. Das Problem ist nur: Wenn das die Journalisten nur unter sich machen dann bringt sie das auch nicht weiter. Allen nützt der Blick von aussen oder von einer anderen Perspektive, auch den Journalisten
      • Widerspricht sich der Autor nicht? Er schreibt: "
        Und nur mit einer überzeugten Community wird eine Zeitung überleben. " Aber dann schreibt er im nächsten Satz von Autismus: Genau diese Stelle verstehe ich nicht. Warum schreibt er hier von Autismus?
      qd5
      Die Antwort ist einfach. Die meisten wissen nicht was autismus ist, manche glauben es aber trotzdem zu wissen. Der Artikel ist von einem Journalisten. Es gibt aber mittlerweile nur noch wenige Journalisten die Ihren Job ernst nehmen und recherchieren bevor sie was schreiben. Die weite mehrzahl hat keine Ahnung (und ich erlaube mir das Urteil weil ich mit einigen zu tun hatte und zusammangearbeitet).
      Vermutlich hat er rain main gesehen und denkt jetzt zu wissen was autismus ist und wendet den begriff an. das ist auch in anderen fällen zu sehen wo der begriff missbraucht wird.