Wettbewerb zum 2.4.: Welches sind unsere Träume, Visionen und Wünsche?

      Wettbewerb zum 2.4.: Welches sind unsere Träume, Visionen und Wünsche?



      Liebe Freundinnen und Freunde von autismusforumschweiz.ch


      Als Mutter eines Sohnes mit Autismus, der demnächst seinen 18. Geburtstag feiert, habe ich mich in den letzten Monaten intensiv mit seinen/unseren Träumen und Zukunftswünschen sowie den bestehenden Realitäten auseinandergesetzt.

      Dom Hélder P. Câmara (1909-1999), ehemaliger brasilianischer Erzbischof und bedeutender Kämpfer für die Menschenrechte, hat gesagt: «Wenn ich allein träume, ist es nur ein Traum. Wenn wir gemeinsam träumen, ist es der Anfang der Wirklichkeit.»

      Gerade die Zeit um den Welt-Autismus-Tag am 2. April bietet uns die Gelegenheit gemeinsam zu überlegen, welches unsere Träume, Visionen und Wünsche im Hinblick auf die Lebensbedingungen von Menschen mit Autismus sind. So bilden sich Ziele, die durch das Engagement von uns allen zur Wirklichkeit werden können.

      Deshalb rufen wir dieses Jahr innerhalb unseres Wettbewerbs zum 2. April dazu auf, Träume, Visionen und Wünsche im Forum zu veröffentlichen. Wir laden Menschen mit Autismus, ihre Angehörigen, Fachleute – ja einfach alle, die zu diesem Thema etwas schreiben möchten – ein, ihre Gedanken innerhalb eines Satzes oder kurzen Beitrags den anderen Mitgliedern unseres Forums zugänglich zu machen.

      Wir freuen uns auf ganz viele Beiträge aus unterschiedlichen Perspektiven. Und natürlich verlosen wir wieder einen Büchergutschein: Auch dieses Jahr dürft Ihr beim autismusverlag.ch in St. Gallen bestellen. Sämtliche Bücher und Produkte werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Autismus produziert und vertrieben.

      Wer seinen Beitrag zwischen dem 31. März und dem 3. April im Forum veröffentlicht, nimmt an der Verlosung des Autismusverlag-Gutscheins im Wert von 100 Franken teil. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird am 10. April bekannt gegeben.

      Wir freuen uns bereits sehr darauf, von Euch zu lesen und sind gespannt, wie viele Träume, Visionen und Wünsche wir gemeinsam zusammentragen!

      Herzlich

      Eure Nicole Ulrich-Neidhardt
      Präsidentin Autismus Forum Schweiz
      Ich träume von Menschen, die ihr Vermögen in den Aufbau von Autismus-Kompetenzzentren investieren, damit Kinder und ihre Eltern mit der Diagnose nicht allein gelassen werden, sondern durch das ganze Leben begleitet werden. Ich träume davon, dass jedes betroffene Kind eine angemessene Schulbildung bekommt.
      unsere träume und wünsche sind leichtigkeit liebe frieden harmonie. in den letzten 7 jahren zerbrach man innerlich immer wieder aufs neue. heute ostern wieder da das osternest an einem in den augen unseres sohnes verspinnten ort war (wurfbox von hund in trocknungsraum waschküche). ich legte die sachen in einen anderen korb und über gab ihm diesen da flog alles und er trampte darauf herum. in mir tat es so weh und die traurigkeit überkam mich. ich wünsche mir von ganzem mutterherzen einfach frieden und ruhe in allem und die nötige hilfe und kraft damit man weiter schritt um schritt gehen kann und dies zusammen.
      Ich habe die Vision.... dass Autismus bekannter wird und nicht nur das Bild bei den Menschen im Kopf ist "Autist = Supertalent " . Schön wäre ein bekanntes Symbol, das man trägt um erkannt zu werden. Auf einen Behinderten im Rollstuhl nimmt jeder Rücksicht, aber Autismus ist unsichtbar. Da ist die Inklusion noch nicht so weit! Leider!!!!

      Ja, und träumen tue ich von einer Heilung.
      Ich wünsche mir mehr Menschen die wahre Freundschaft verstehen und dass mehr Menschen in diesem Land ein höheres Bewusstsein erlangen und auch schon in jungen Jahren über relevante Themen im Leben sprechen können. Auch wünsche ich mir dass Menschen offener werden (besonders in der Schweiz) damit man mit allen offen umgehen kann, ohne dass man andere missversteht oder verurteilt.
      Wahr-Nehmung

      Regentropfen klopfen ans Fenster
      tok- tok- tok
      rinnen langsam übers Glas
      jeder seinen Weg
      Schneeflocken tanzen im Wind
      ihren Winterzauberflockentanz
      husch husch
      Sonnenstrahlen flackern an der Wand
      malen ihr eigenes Bild

      laut polternd
      die Stimme einer Frau
      die sich Mutter nennt
      Sand rieselt durch meine Finger
      fein fühlt er sich an
      sanft
      ein leises Summen
      kaum hörbar
      erzählt mir seine Geschichte

      ein Schmerz durchzuckt mich
      eine Hand packt meinen Arm
      eine Stimme schreit meinen Namen
      die Regentropfen rinnen
      die Schneeflocken tanzen
      die Sonnenstrahlen malen
      der Sand rieselt
      seine Geschichte
      ich schreie

      es regnet, stürmt
      ein Schneegestöber
      die Sommerhitze flimmert
      komm, es gibt Essen

      ich nehme ihn an der Hand
      sage leise seinen Namen
      es gibt Essen
      er schreit

      doch
      welche Wahrheit
      ist die wahre?
      wer fühlt, hört,
      sieht wahr?
      ist wahr
      wirklich wahr?
      oder unsichtbar?

      auf welche Wahrheit
      nehm‘ ich Rücksicht?
      ist Rücksicht
      meine Pflicht?
      wenn sie doch
      nicht
      meine Wahrheit ist

      deine?
      meine?
      keine?

      ich wünsche mir
      dass sie wahrgenommen wird
      deine
      und meine
      ja, das wünsche ich mir
      Bis Ende 2015 führte ich eine psychotherapeutische Praxis mit den Schwerpunkten ADHS und Autismus-Spektrum-Störung. Nur zu gut weiss ich aus meiner früheren Arbeit um die gravierenden persönlichen Auswirkungen brachliegender Potentiale von intelligenten, schwierigen und unangepassten Kindern. Ich kenne ihre innere Leere, ihre quälenden Nöte und ihre Sehnsüchte. Auch die Sorgen ihrer Eltern sind mit bestens bekannt.

      In der Schweiz sind wir in zahlreichen Bereichen der Forschung, der Medizin sowie in anderen Gebieten führend. Die Seelen und Talente vieler intelligenter Kinder mit Handicaps hingegen lassen wir verkümmern. Das darf nicht sein.

      Ich habe einen Traum: Trotz Verhaltensstörungen, Behinderungen, Funktionsschwächen und Handicaps entfalten diese Kinder ihr zwischenmenschliches, kreatives und intellektuelles Potenzial. Ihre Erfolgserlebnisse und ihr Identitätsgefühl hängen in Zukunft nicht mehr wie bis anhin alleine am labilen Faden eines schulischen und sozialen Erfolges. An ihren Stärken anknüpfend werden sie gezielt und individuell gefördert. So werden sie trotz ihrer Handicaps zu wertvollen und zufriedenen Mitgliedern in unserer Gesellschaft.

      Ich bin fest davon überzeugt, dass auch Kinder und Jugendliche mit sozialen Handicaps und anderen Problemen ein Recht darauf haben, sich zu entwickeln und stolz auf sich zu sein. Das sind wir ihnen und unserer Gesellschaft schuldig.

      Glückliche Gesichter und strahlende Augen will ich sehen. Dafür stehe ich ein mit meinem neuen Projekt: www.piero-rossi.ch
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      piero-rossi.ch
      leise... behutsam.. ein Schatz.. verpackt und versteckt... nicht für jedermann.. ganz besonders.. mal zermürbend und belastend.. dann staunen und Stille..

      Dankbarkeit das Erleben zu dürfen mit so wunderbaren, einzigartigen Kindern - Hoffen, dass mehr Menschen Autismus als Bereicherung und Herausforderung annehmen können (Betroffene, Angehörige und Mitmenschen),offen sind für eine ganz andere Welt, ihnen Platz geben, ihnen Platz machen in ihrer Welt...
      Ich träume von einer Insel, die weit weg von der Menschheit liegt. Dort will ich arbeiten und alles Notwendige zum Leben selber erwirtschaften. Weit weg von all dem Schubladen-Denken unserer Welt. Was bringt es, von der Gesellschaft Kenntnis und Akzeptanz in Sachen Asperger-Syndrom zu erhoffen oder gar Verständnis für meine Andersartigkeit? Zerrüttung - Energieverlust - Lebensmüdigkeit - um nur ein paar Erscheinungen zu benennen. Ich kann keinen Menschen zu einer Einstellungsänderung zwingen, wenn er es nicht von sich aus will. Diesbezügliche Mühen sind aus meiner Sicht Kämpfe gegen Windmühlen. Miguel de Cervantes lässt mit seinem Don Quijote grüssen.

      Es gibt so viele Syndrome, von denen auch ich nie etwas vernommen noch Kenntnis darüber habe. Wer kennt zum Beispiel das Chitayat-Meunier-Hodgkinson-Syndrom? All die Menschen, die davon betroffen sind, wollen im Grunde dasselbe wie diejenigen mit dem Asperger-Syndrom = es ist unmöglich, von ALLEN Menschen verstanden zu werden.

      Daher gilt für mich der Satz: hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Gott lebt in jedem Lebewesen, also auch in mir, wie auch in jeder Pflanze, jedem Tier, jedem Stein - egal - in allem, was uns umgibt.

      Wenn ich mir also ein Inselleben wünsche, dann helfe ich mir selbst und somit trage ich auch zu meinem Urwunsch - in Frieden leben zu dürfen - bei. Dies wiederum führt dazu, dass ich gesunden und die Lebenszeit, die mir noch vergönnt ist, meinem wahren Ich entsprechend verbringen kann und darf. Die Menschheit braucht mich nicht - also wozu weiter jeden Tag um Anerkennung etc. kämpfen? Es ist illusorisch zu erwarten, dass sich an der Haltung der "normalen" Welt mir gegenüber je etwas ändern wird. In dem ich mich verändere, verändere ich MEINE Welt. Meine Welt = das ist mein Wunsch, meine Vision und mein Ziel.

      Nur um nicht den Eindruck eines Einsiedlers zu erwecken: alle, die mich mögen und so nehmen wie ich bin - von denen gibt es auch welche - dürfen mich natürlich jederzeit besuchen :)
      mein traum ,meine vision und mein wunsch ist ganz einfach:
      mein sohn soll glücklich und zufrieden sein so wie er ist und lebt.
      auch wenn seine träume,visionen und wünsche nicht den gängigen entsprechen!
      es sind seine träume , seine visionen und seine wünsche!!
      wir lieben ihn so wie er ist!
      Die am schwersten wiegende Folge meiner Reizfilterschwäche als Asperger ist meine Elektrosensitivität. Eine grosse Zahl von Menschen leidet wie ich auch an der alles durchdringenden Strahlung von Handy-Antennen, Wifis und Schnurlos-Telefonen, sowie den weitverbreiteten Hochspannungsleitungen. Wir können nirgendwo mehr hingehen, ohne unterschiedlich schwerer Beeinträchtigung ausgesetzt zu sein, bis hin zur völligen sozialen Isolation, Verursachung von Depressivität, Zittern und Unfähigkeit, normal zu denken.

      Mein Traum, meine Vision, mein Wunsch ist, dass Elektrosensitivität in der Gesellschaft ernst genommen wird, unabhängig davon ob sie im Zusammenhang mit der AS-Reizfilterschwäche steht oder nicht. Die Freundin einer Bekannten von mir ist letztes Jahr durch Exit aus dem Leben geschieden, weil sie die Strahlung nicht mehr aushielt. So schlimm kann es sein. Durch die 99 % Abdeckung mit immer aggressiveren Handy-Strahlen der Swisscom und anderer Anbieter werden alternative strahlenfreie Plätze immer schwieriger zugänglich.

      Ein Wunsch für mich selbst ist, dass ich einen Zufluchtsort finde, wo ich der Bestrahlung durch gedankenlose Mitmenschen, die im Grunde auch nichts dafür können, nicht ausgesetzt bin.

      Die Thematik "Elektrosensitivität" ist für mich ein Gradmesser für die Schwierigkeit, das Thema Autismus angemessen gesellschaftlich zu vertreten. Ich sehe, wie schwer es andern Leuten fällt, mich zu verstehen, wenn ich meine diesbezüglichen Symptome erläutere; um wieviel schwieriger muss es daher sein, Zusammenhänge mit der AS-Problematik rüber zu bringen?!

      Statt grosse Themen zu predigen, kleine Schritte tun - dies ist (m)eine Devise. Mögen alle Menschen, alle Wesen, glücklich sein.
      Erst einmal Danke für die gute Frage.
      Träume Visionen Wünsche
      So spreche ich einmal von mir in der Annahme, dass ich hier nicht die Einzige bin die anders ist:So war ich als Andersartige mutig durchs Leben gegangen. Bin immer wieder umgefallen und aufgestanden. Bis es nicht mehr ging.

      Und ich stehe wieder auf und ich hoffe, dass ich diese Zeit in eine Chance verwandeln kann. Tag für Tag versuche ich kleine Schritte vorwärts zu gehen, Schwieriges hinter mir zu lassen. So wird mir bewusst, dass ich zwar Schritte tue, doch nicht weis wohin. So bin ich damit beschäftigt zu Verarbeiten was geschehen ist… raus gefallen zu sein aus der Arbeitwelt… in-valide. So hoffe ich, dass der Rausfall den kreativen Raum bietet, um Neues entstehen zu lassen. Klar rede ich immer wieder davon, dass ich wenn meine Altlasten bereinigt sind, ich an Visionen arbeite, um raus zu finden, wo eine Nische für das spezielle Pflänzchen sein könnte. Gleichzeitig zweifle ich daran. Die Frage nach Wünschen zeigt mir, dass ich zynisch geworden bin, mir Wünsche und Träume vertrieben habe um Ent-täuschungen zu vermeiden. So bin ich in einem leeren Raum, in rotierendem Stillstand übe ich mich in wachsamer Gelassenheit.

      Doch insgeheim wünsche ich mir, dass das unmögliche, möglich wird. Es soll möglich werden aus den In-validität wieder zurück in die Validität zu kommen. Damit meine ich eigentlich zurück in die Arbeitswelt, in gesellschaftliche Teilhabe. Ja so hatte ich in der Vergangenheit immer wieder unmögliches möglich gemacht, unglaubliches geleistet bis ich zerbrochen bin. So muss ich vielleicht jetzt, um vom Unmöglichen ins Mögliche kommen, von der (Selbst !?!)-Entwertung in die Wertschätzung gehen. So wünsche ich die Klarheit und Grösse, um Unmögliches akzeptieren zu können, um so in die Kraft zurück zu gehen, das jetzt mögliche zu tun. So wird auf einmal Unmögliches wieder möglich werden.

      So wünsche ich allen:
      Die Kraft immer wieder aufzustehen.
      Aus Zweifel wird Zuversicht
      Aus Gedankenflut und Erschöpfung wird Klarkeit, Mut und Tatkraft
      Anders-Sein wird zur Stärke

      Vielfalt ist Reichtum
      Vielfalt ist nötig für das Überleben unseres Ökosystems
      Vielfalt unter den Menschen macht eine ganze Gesellschaft aus

      Vision für die Akzeptanz und Wertschätzung von Andersartigkeit!