Schlafstörungen Jugendliche

  • Hallo zusammen

    Ich bin Mutter einer 16-jährigen Tochter mit frischer ASS-Diagnose (weiblicher, hochfunktionaler Autismus, Gysi-Schülerin).

    Wir warten zurzeit gerade auf einen Platz in der Tagesklinik und suchen ausserdem eine TherapeutIn für nachher, am liebsten natürlich auch schon ab sofort...(in Zürich).

    Es dauert noch 5 Wochen bis zum Erstgespräch. Meine Tochter kann im Moment nicht mehr in die Schule, sucht eine Lehrstelle, ist aber vermutlich nicht in der Lage eine Schnupperlehre zu machen. Was sie am meisten an all dem hindert ist, dass sie nicht gut schläft, behauptet, sie schläft gar nicht und erst aufstehen möchte, wenn sie mindestens 8 Stunden gut geschlafen möchte. Melatonin hat bis jetzt nichts genützt.

    Wer hat einen Tipp, wie meine Tochter zu besserer Schlafhygiene und vor allem besserem Verständnis ihres Problems kommen könnte? Ich versuche schon länger zu predigen, dass ein gleichbleibender Tagesrhythmus, Bewegung und Sport, ruhiges Abendritual etc. helfen könnte.

    Danke im voraus für eure Erfahrungen und Anregungen.

  • Vielleicht könnte es deiner Tochter helfen, wenn sie lernt sich zu Entspannen. Erst mal unabhängig vom Schlafen, aber das kann sich dann auch positiv aufs Schlafen auswirken.

    Mir hat es sehr geholfen, das meditieren zu lernen. Und zu verstehen, dass es dabei nicht darum geht nicht zu denken - was für mich, wie für viele AutistInnen wohl ein Ding der Unmöglichkeit ist. Mir hat insbesondere Achtsamkeit/ Meditation mit Fokus auf den Körper/ die Körperwahrnehmung eholfen ("Körperreisen") und Yoga Nidra hat mir sehr geholfen zum Einschlafen.

    Es gibt verschiedene Entspannungsverfahren, zb progressive Muskelrelaxation oder autogenes Training. Es gibt auch ein Buch das für AutistInnen geschrieben wurde. "Achtsamkeit für Menschen mit Autismus"

    Was meinst du damit, dass sie zu einem besseren Verständnis ihres Problems kommen kann?

  • Vielen Dank für die Antwort und den Buchtipp! Mit Verständnis des Problems meine ich, dass diese Schlafstörung nicht ein isoliertes Problem ist, sondern eine Folge von anderen. Und dass es nicht hilft, sich vorwiegend darum zu sorgen, dass man nicht genug Stunden geschlafen hat. Gar nicht so einfach, diesem Teufelskreis zu entkommen...

  • Liebe Johanna

    Ja das verstehe ich, das ist eine schwierige Situation. Ist deine Tochter denn inzwischen in der Tagesklinik? Vielleicht würde es ihr ja helfen, wenn sie die Schlafproblematik mit jemand aussenstehenden besprechen kann. Ich weiss nicht, wie das in Kliniken für Kinder und Jugendliche ist, aber in solchen für Erwachsene gibt es oft etwas das nennt sich "Psychoedukation", da werden die Patienten über ihre "Krankheit" aufgeklärt und es wird auch über Zusammenhänge etc. aufgeklärt.

    War deine Tochter denn schon mal in einer Schlafklinik, wo untersucht wurde wie sie schläft? Wie lange besteht die Schlafstörung schon? Und habt ihr, abgesehen vom Melatonin sonst noch was ausprobieren können?