ASS mit kPTBS/DDNOS

  • So wie es aussieht steht bei mir nun nach 42 Jahren der Verdacht ASS in Raum, beim AQ habe ich 50/50 Punkte erzielt und bei einem anderen 157 Punkte, eine Überweisung zur ASS Abklärung der PUK wurde nun gemacht. Erkannt hat es eigentlich meine Freundin, all die Psychiater haben mir nur diverse Diagnosen verpasst die teilweise auch nicht mal zusammenpassen.


    Kleine Liste der Diagnosen:


    - POS Psychoorganisches Syndrom in der KJPD 1981 als ich 8 Jahre alt war (Es gab aber keinerlei Betreuung oder Behandlung! Danach stecke man mich in ein Schulheim in dem ich dann unter anderem mehrmals von älteren Vergewaltigt wurde... Auch als das erkannt wurde, gab es keinerlei Betreuung weder während noch nach dem ich aus dem Heim nach 2 Jahren wieder nach Hause kam...)
    - ADHD Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
    - Emotional-instabile (Borderline-) Persönlichkeitsstörung
    - Narzisstische Persönlichkeitsstörung
    - Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung
    - Generalisierte Angststörung
    - Panikstörung
    - Komplexe PTBS
    - DDNOS/EGO-State-Disorder
    - Depersonalisation
    - Derealisation
    - mittelgradige Depressionen
    - rezividierende Depressionen
    - Selbstverletzungen
    - etc


    Nach dem ich nun nach so vielen Jahren endlich darauf aufmerksam gemacht wurde das ich eine ASS habe und mich nun damit befasst habe, erkenne ich plötzlich so vieles in der Vergangenheit und im Alltag was mir bisher gar nicht bewusst war.


    Andererseits, auch wenn viele der bisher gestellten Diagnosen wohl auf die Rechnung des ASS gehen, ich leide definitiv auch an einer komplexen Traumafolgestörung (kPTBS/DDNOS) ausgelöst durch zahlreiche Vergewaltigungen und Missbräuche zwischen 9-11j und jahrelanger sexueller Gewalt von 11-23j.


    Was also von all diesen Diagnosen wohl bleibt ist:


    - ASS wahrscheinlich Asperger
    - komplexe PTBS/DDNOS


    Immerhin, die Liste ist nun kleiner und verständlicher geworden, aber ich frage mich nun was das nun eigentlich genau für mich bedeutet.


    Gibt es irgendwelche Informationen über ASS Fälle die zusätzlich auch noch eine derartige Polytraumatisierung in der Kindheit erlebt haben?


    Ich bin schon 10 Jahren auf der Suche nach einer spezialisierten Therapeutin, aber meistens hiess es Zitat: "...nicht für Langzeitgeschädigte eingerichtet" (Polyklinik für Kriegs- und Folteropfer...) , "Sorry, nur Typ 1 Traumata" (diverse angeblich auf Traumatherapie spezialisierte Theras) oder der Klassiker nach dem man alles erzählt hat "Ohh, ehmm, sorry keine Kapazität".


    Wie auch immer, nun zu was anderem, ich denke das bei mir das Hauptproblem irgendwie das Hyperarousal ist was durch die kPTBS/DDNOS ausgelöst wurde, weil das ist quasi wie eine ständige totale Reizüberflutung. Und ich sehe seit ich mich zurückerinnern kann immer ein Rauschen in der Luft, begleitet von einem Tinnitus. Wenn ich das Rauschen beschreiben müsste, dann etwa so: Millionen von kleinen halbtransparenten multifarbigen räumlichen Teilchen (etwa so wie ein Kanal im Fernseher ohne Signal früher nur eben transparent ohne die weisse Fläche hinten).


    Also dieses Rauschen war schon seit sicher seit ich 10j bin da und (bitte nicht lachen) ich dachte bis ca. 25j das sei bei allen Menschen so, bis mir dann mal jmand erklärte das er das nicht habe, ich konnte es nicht glauben und fragte dann noch mehr Leute und alle meinten sie hätten das nicht, erst dann wurde mir klar das dies nicht normal ist.


    Das selbe mit etwas anderem, also bei mir haben praktisch alle Gegenstände so eine gelblich-weisse Aura, je nach Grösse bis zu 30 cm drum herum, das kommt dann quasi zum Rauschen noch hinzu. So habe ich meine Umwelt schon immer wahrgenommen, die Dichte des Rauschens ist jedoch nicht konstant doch immer da. Manchmal jedoch ist es so stark das ich Mühe habe weit zu sehen, alles ist dann verschwommen von diesem Rauschen in der Luft und die gelblich-weissen Auren erschweren dann die Sicht noch weiter.


    Ach ja diese gelblich-weisse Auren, also manchmal lösen sich die auch ab von Gegenständen, und bewegen sich kurzzeitig weg und verschwinden dann, denke aber das ist so was wie Nachbilder zbs. wenn man sich mit der Taschenlampe ins Auge strahlt und dann die Augen zumacht, nur passiert es bei mir ohne bei grossen Kontrasten. Und wenn das dann eben mehrfach passiert, dann sind da dann eben plötzlich zusätzlich viele dieser abgelösten Linien und Objekte in der Luft die sich bewegen und dann wieder verschwinden. Aber auch das war halt schon immer so und auch da dachte ich halt lange, es sei bei allen so.


    Was auch lustig ist, ist das der Tinnitus Ton mit diesem Rauschen korrelliert, wird er lauter, wird auch das Rauschen stärker und meine Sicht verschwommener. Und ich kann dieses Rauschen auch bis zu einem gewissen Grad kontrollieren, sprich dichter machen oder bisschen schwächen aber das hält sich halt in Grenzen.


    Nun frage ich mich kennt das sonst noch jemand? Ich kann schliesslich nicht der einzige sein der das hat?!


    Ach ja bei Stress, wie zbs. als die scheiss IV-Revisions Formulare im Briefkasten lagen, wird dieses Rauschen fast unerträglich, so dicht das ich fast nichts mehr sehe und neuerdings begleitet von Herzstolpern und generalisierter Angst was dann schnell zu Panikattacken führt. Und dann fängt der Teufelskreis eben an mit den Gedanken und den Existenzängsten und nur noch sterben wollen oder die ganze Welt vernichten wollen.


    Bei mir schaukelt sich das dann halt hoch, zuerst Angst und Panik und das Schwarz-Weiss Denken und irgendwann knallts einfach und ich werde entweder total gleichgültig und apathisch oder aber Ultra-Aggressiv und male mir dann aus wie ich am besten soviele wie möglich oder grad die ganze Menschheit vernichte. Einmal als das passierte, sah ich mich von ausserhalb wie ich tobte, ich war da also gar nicht mehr im Körper irgendwie, sah nur noch zu wie mein Körper ausrastete, das nannten sie dann halt Depersonalisation, doch für mich war das etwas vom krassesten was ich je erlebt habe.


    Ich denke halt auch, dieses Rauschen hängt irgendwo auch am vegetativen Nervensystem, aber wenn man das Psychiatern erklärt, dann verstehen die es nicht, einige meinen dann man habe Haluzinationen, was aber ohnehin ausgeschlossen werden kann wenn ich es ja schon seit ich 10 Jahre alt bin habe.


    Bisher hat sich halt ausser mir niemand wirklich dafür interessiert, andererseits ist das mit dem ASS für mich nun auch sehr neu also könnte ja sein das solche Phänomene eher zum ASS gehören!?

    Irisa Nyira: [zu Nolan] (Defiance): Ich bin nicht wie Du. Ich bin ein Alien!

    Edited 6 times, last by Vulnavia ().

  • Nein, du bist nicht alleine. Ich kenne teilweise die Symptome, die du beschreibst, auch. So habe ich zum Beispiel bis ins Erwachsenenalter gedacht, dass das permantente Rauschen in meinem Kopf - heute weiss ich, dass man dieses Tinnitus nennt - bei allen Menschen so sei. War komisch und ernüchternd, das Gegenteil zu erfahren. Den Zusammenhang zwischen der Sehkraft und dem Tinnitus habe ich auch schon beobachtet. Also: ich lache ganz bestimmt nicht über das, worüber du schreibst.


    Es kommt gelegentlich vor, dass ich farbige Ausdehnungen beim Betrachten von Dingen oder auch mal Menschen sehen kann. Die Intensität des Tinnitus verändert sich je nach Gefühlslage, was mitunter sehr laut werden kann, so laut, dass ich kaum mehr etwas von den normalen Geräuschen um mich herum wahrnehme. Ich frage mich manchmal, wie sich Stille wohl anhören mag? Komische Frage, ich weiss.


    Panikattacken zähle ich ebenfalls zu meinem "Begleiterstab", wie auch diverse Herzprobleme, die auftreten, wenn ich mich fürchterlich aufrege. Ja, da gibt es noch eine ganze Reihe mehr, aber die alle aufzuzählen ist nicht so mein Ding.


    Ich kann deine Frage, ob diese Phänomene zum ASS gehören, nicht wissenschaftlich beantworten, bin jedoch überzeugt, dass diese damit in Zusammenhang stehen.


    Deine Vorgeschichte mit den vielen vermeintlich richtigen Diagnosen ähnelt ein wenig meiner, nur habe ich es nicht auf eine solche Menge gebracht. Mir hat man mein Leben lang immer wieder neue Möglichkeiten von Störungen attestiert, so dass ich immer wieder an den Punkt gelangte, an dem ich mich fragte, wozu lebe ich eigentlich? Ist ein Leben mit all diesen Störungen - ja sogar Abartigkeiten, so nannte ich diese selber - überhaupt auszuhalten? Dass das Sich-anhören-müssen-dass-man-nicht-normal-ist nicht zur Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls beiträgt, ist meines Erachtens fatal und führt zu enormen Problemen, denen man alleine nicht Herr zu werden vermag. Wenn einem ein Leben lang gesagt wird, dass man nicht normal, nichts wert ist etc. dann ist in meinen Augen physische Folter. Mit der Fortdauer solcher Betitelungen fängt man mit der Zeit an, es tatsächlich zu verinnerlichen. Langzeitschädigung könnte man das auch nennen, womit ich bei deiner Ausführung "sorry, keine Kapazität".


    Langer Rede kurzer Sinn: ich habe mir heute folgende Haltung zurechtgelegt: es zeugt von innerer Stärke, wenn ich all das, was ich an Negativen erfahren musste, überlebt habe. Letztendlich wurde mir klar, dass mir keine Therapie und auch kein Mediziner wirklich helfen kann. Im Gegenteil, sie haben mit all den Fehleinschätzungen viel zerstört, was für eine gesunde Einstellung mir und der Welt gegenüber wichtig gewesen wäre.


    Trotzdem, ich lebe noch und werde es auch schaffen, aus der Dunkelheit der Vergangenheit eines Tages doch noch ein wenig Licht zu erleben, auch wenn dies dann wahrscheinlich schon das Abendrot des Lebens sein wird. Es lohnt sich auf alle Fälle, den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren. Es gibt Menschen, die wissen, wovon ich schreibe oder rede, ich muss mich nur auf die Suche nach ihnen machen und das möchte ich dir auch ampfehlen. Du bist nie alleine. Sogar als Alien findet man "Artgenossen". ;)


    Regenbogen

  • Zunächst mal Danke für die Antwort. Ja, das Rauschen ist auch im Kopf, ist halt nicht so klar trennbar ob der Tinnitus quasi das hören des Rauschen ist oder ob der Tinnitus Ursprung des Rauschen ist.


    Und soweit ich mich informiert habe ist ja ein Tinnitus eigentlich immer gleich also Frequenz und Lautstärke, doch bei mir ist das alles variabel und es ist auch nicht ein klarer Ton mit einer Frequenz sondern eben mehr so ein sehr hohes Rauschen, schätze so im Bereich um die 5900-6000Hz (hab das mal für mich gemessen mit einem Tongenerator bis es überlagerte) allerdings ist das nur in Ruhephasen. Bei Stress erhöht sich der Frequenzbereich als auch die Lautstärke und obwohl ich es eigentlich mehrheitlich auf dem linken Ohr höre, oder besser in der linken Hälfte des Kopfes höre, wandert es auch zur Mitte hin und dann ist es weder links noch rechts sondern dann eben "im Kopf".


    Ich schlafe übrigens immer mit Silicon Ohrenpropfen, habe ein paar speziell für mich lassen, absolut dicht ohne dieses blöde Plastikröhrchen, so sind zumindest alle externen Geräusche mal weg. Aber gegen den Tinnitus/das Rauschen nützt das natürlich nichts, also absolute Stille kenn ich auch nicht. Wobei ich glaube das auch andere dann zumindest ihren eigenen Herzschlag hören, also gibt es so erwas wie absolute Stille wohl irgendwie ohnehin nicht.


    Wobei doch, in Träumen gibt es diese absolute Stille und ich vermute das ist der Grund weshalb ich auch lucid Träume, weil wenn dieses Rauschen und der Tinnitus weg ist, dann weiss ich automatisch das ich Träume und auch das ich dann all die Dinge machen kann, die in dieser Realität eben nicht möglich sind... :D


    Ein anderes Phänomen, was ich noch vergessen habe zu erwähnen ist das Flimmern in der Luft, das passiert vor allem bei Stress oder nach Albträumen und ich dann aufwache dabei, besonders Nachts ist es dann besonders krass, weil quasi die Dunkelheit flimmert mit so pulsierenden Flecken.


    Soweit mal dazu, ansonsten ja ist natürlich nicht gerade toll wenn man sich Hilfe holen will und dann irgendwelche Diagnosen gestellt und anstatt einem zu helfen indirekt gesagt wird man sei "langzeitgeschädigt" und einem dann wieder wegschickt. Ich meine die haben mich ja nicht direkt als "langzeitgeschädigt" bezeichnet, doch wenn es dann eben heisst "man sei nicht für langzeitgeschädigte" eingerichtet, dann ist es das selbe wie wenn man mich direkt so bezeichnet.


    Und wenn das dann noch eine Stelle sagt die eigentlich auf genau solche Fälle spezialisiert ist, dann ist das für mich noch schlimmer, weil das heisst ja dann quasi das mir gar nicht mehr zu helfen ist. Ich meine das war immerhin das Ambulatorium der Psychiatrischen Poliklinik für Folter- und Kriegsopfer (AFK) für angeblich schwer traumatisierten Menschen und nicht irgend so ein 08/15 Ding. Wenn die dann einem sagen, sie seien nicht für langzeitgeschädigte wie mich eingerichtet und mich einfach wieder zum überweisenden Psychiater zurückschicken, dann ist das mehr als nur niederschmetternd und für mich so zu verstehen, das mir halt wohl nicht mehr geholfen werden kann.


    Diese Sache kann ich auch nicht einfach so vergessen und beschäftigt mich jetzt schon lange. Mag sein das die das nicht so gemeint haben, aber ich habe es halt so verstanden und ich wüsste auch nicht wie ich es denn sonst verstehen soll. Zudem bestätigen ja dann die anderen Absagen von diversen angeblich auf Traumata spezialisierten Theras diesen Gedanken ja nur noch.


    Und wegen dem überleben, ja also es gibt ja viele die sich dann als "Überlebende" bezeichnen anstatt als Opfer, aber ich bin noch nicht so weit. Es ist mir einfach zuviel von anderen angetan worden. Ja, ich lebe noch, aber sehe mich dennoch noch als Opfer, weil darin mehr zum Ausdruck kommt das mir Dinge von anderen angetan wurde. Bei der anderen Bezeichnung ist es nicht mehr so klar, weil man kann ja auch Unfälle und Katastrophen überleben, das ist jedoch was ganz anderes als wenn einem Menschen etwas antun. Klar spricht man dann auch von, man wurde Opfer von Unfällen und Katastrophen und hat überlebt, aber dennoch ist das nicht das selbe.


    Weil wenn man Opfer von Unfällen und Katastrophen wird hat niemand eine schuld, doch wenn einem Menschen etwas antun und man so Opfer wird, dann hat durchaus jemand eine schuld. Deshalb hasse ich es auch wenn es heisst, dass das was mir angetan wurde, versicherungstechnisch als Unfall gilt. Das mag zwar sein aber ich mag es nicht weil man so quasi die Schuld und Verantwortung aus der Gleichung streicht, weil für Unfälle eben niemand schuld hat, doch wenn jemand einem was antut dann hat jemand schuld und ist/war verantwortlich.


    Das mal zu dem, ich habe nun jedoch einen neuen Psychi gefunden der besser versteht, zumindest blieb mir das Erstgespräch sehr positiv in Erinnerung und da kann ich nächste Woche nochmals hin gehen. Zudem hatte ich nun auch noch ein positives Telefongespräch mit dem Leiter einer Gemeinschaftspraxis der meinte Zitat: "...ich habe auf jedenfall noch einen Platz für Sie" was meine Verzweiflung der letzten Wochen doch merklich vermindert hat, solche positive Erlebnisse geben einem dann wieder ein wenig Hoffnung.


    Und dann kommt ja noch die Abklärung und Beratung bei der ASS Fachstelle der PUK, da erhoffe ich mir dann auch noch einiges davon und werde da dann hoffentlich nicht wieder massiv enttäuscht so wie bei dieser Polyklinik damals.


    Ja und mal sehen wegen den "Artgenossen", habe aber nun das Gefühl zumindest einen anscheinend gefunden zu haben... :)


    Vulnavia

  • Das klingt ja schon mal positiv, dass du Grund zu Hoffnung erlebst. Ich wünsche dir, dass dieser freie Platz in der Gemeinschaftspraxis für dich der richtige sein wird.


    Die Frequenzen meines Tinnitus wechseln andauernd, ich habe oft das Gefühl, in einem Konzert zu sitzen, weil die Frequenzen links und rechts nicht dieselben sind und manchmal sogar fast melodisch klingen. Mir ist auch schon aufgefallen, dass ich in Träumen keinen Tinnitus habe. Dann weiss ich, dass ich träume. Ist schon irgendwie spannend. Ich kann mir also während dem Träumen der Tatsache bewusst werden, dass ich nicht wach bin und dennoch im Traum bleiben.


    Das Flimmern in Stresssituationen kenne ich auch, das kann schon dann und wann mal unangenehm werden.


    Natürlich hast du recht, du bist Opfer - ich auch. Opfer von zig Leuten, angefangen bei den Eltern, Lehrern, anderen Kindern usw. Die Liste ist lang. All diejenigen, die mir Gewalt angetan haben, sind Täter und tragen eine Schuld. Doch was habe ich davon, all diesen Tätern gram zu sein? Ich kann die Zeit nicht mehr zurückdrehen. Die Wunden werden nie wirklich heilen, die haben sich zu tief eingebrannt, als dass sie je verschwinden werden. Die erlebte Gewalt gegen mich zeigt sich in jeder Nacht in Alpträumen, tagsüber in Ängsten, in Panikattacken etc. Das einzige, was ich für mich tun kann ist, Frieden in mir zu finden. Ich werde nie verstehen, wozu alles geschehen ist. Aber es bringt nichts, wenn ich mich dauernd damit auseinanderzusetze. Dieses Verweilen in der Vergangenheit kostet viel Kraft, zu viel und ändern wird sich, so denke ich, nichts daran.


    All meine ehemaligen Psychiater richteten die Aufmerksamkeit immer auf das, was falsch gelaufen ist, oder hoben meine Opferrolle hervor. Auf meine Frage, wozu das denn gut sein soll, ich meine das immer in der Vergangenheit wühlen, all die Schmerzen immer wieder aufs Neue wachzurütteln, kam immer dieselbe Antwort: Aufarbeiten. Ja, aber was denn? Kann ich auch nur eine einzige Sekunde auslöschen- ungeschehen machen? Die Täter eventuell sogar verstehen lernen? Nein, das klappt nicht.


    Mein Wunsch war immer der, in Therapien zu lernen, in die Zukunft zu schauen, zu lernen, wie ich mit meinem Rucksack dennoch, wie bereits erwähnt, ein wenig Licht erleben kann. Nur leider habe ich eine solche nie gefunden. Vielleicht gibt es diesen Ansatz gar nicht. Es sollte doch möglich sein, mit Hilfe eines Therapeuten zu lernen, zum Beispiel positiv zu denken, gerade wenn man dazu neigt, alles Schwarz zu sehen. Gerade in solchen Fällen wäre dies doch gesundheitsfördernd - doch kommt an dieser Stelle die oft als einzige Erklärung hinzugezogene Psychossmatik ins Spiel, wenn die Therapeuten, Ärzte nicht mehr weiterwissen.


    Du schreibst, dass du noch nicht soweit bist. Das ist in Ordnung. Ich habe viele Jahre gebraucht, um an den Platz zu gelangen, an dem ich mich heute befinde. Und doch, jeder Tag stellt eine neue Herausforderung dar, weil die erreichte Energie sehr wankelmütig ist. Es gibt oft auch Tage, an denen ich alles wieder anders sehe und mich sozusagen zurückpfeifen muss, wenn die Gedanken mal wieder allzu schwarz werden, ich finde, das muss ich hier gerechtigkeitshalber anfügen. Es ist eine grosse Herausforderung, das eigene Bewusstsein wahrzunehmen und daran zu arbeiten.


    Ich denke, es gibt viele "Artgenossen". Die Suche kann beginnen :thumbup:


    Regenbogen

  • Hallo


    Ich finde es toll, dass du trotz den vielen schlechten Erfahrungen weiterhin versuchst Hilfe zu erhalten! Bei mir hat es Jahre gedauert, bis ich überhaupt jemandem erzählt habe, dass ich Probleme habe. Und dann hat es nochmals mehrere Jahre gedauert, bis ich vor Kurzem angefangen habe, Hilfe zu suchen. Jetzt warte ich auf einen Termin, um eine Abklärung auf Asperger zu machen.


    Bezüglich Tinitus usw. kann ich dir nicht von eigenen Erfahrungen berichten, da ich damit keine Schwierigkeiten habe. Einzig in starken Stresssituationen nehme ich meine Umwelt nur noch wie durch Nebel wahr und Geräusche sind extrem laut. Ich habe aber von vielen Autisten gelesen, dass sie Ähnliches erleben wie du. Du bist also sicher nicht allein damit.


    Regenbogen stimme ich voll und ganz zu: Es bringt nichts, in der Rolle des Opfers zu bleiben. Das was dir passiert ist, ist schrecklich und natürlich bist du das Opfer. Du hast an nichts schuld. Und du musst das was geschehen ist, weder schön reden noch verstecken. Den Tätern musst du nicht verzeihen. Aber lass nicht zu, dass sie dir auch dein jetztiges Leben zerstören. Sie haben in der Vergangenheit genug angerichtet. Deine Zukunft gehört dir.


    Mein Vater hat mich jahrelang bedroht, angeschrien und beleidigt. Ich hatte ständig Angst vor ihm. Ich habe mich als Opfer angesehen und war wütend und verzweifelt, dass mir niemand half. Mit mir hatte ich Mittleid. Trotzdem habe ich immer wieder versucht, etwas zu tun, was meinem Vater gefällt. Ich wollte ihn glücklich machen. Auch nachdem ich ausgezogen war, habe ich es immer wieder versucht und die Geschehnisse aus meiner Kindheit haben mich immer wieder eingeholt. Nach vielen erneuten Enttäuschungen, habe ich es aufgegeben. Ich hasse meinen Vater nicht, aber ich lasse nicht mehr zu, dass er oder das was er getan hat mein Leben beeinflusst. Das gelingt nicht von heute auf morgen und es gibt auch 'Rückfälle', aber es lohnt sich.


    Liebe Grüsse

  • Hey Danke euch beiden... :)


    Das mit Psychis war halt bei mir auch neu, hatte eigentlich erst mitte 2006 ertsmals mit Psychis zu tun. Das ganze fing damit an weil jemand meinte ich hätte ADHS und mir einen darauf spezialisierten Psychi vermittelte. Also ging halt hin und naja blieb halt bei dem 10 Jahre lang.


    Er war nicht schlecht und hat mich während der Zeit doch stabilisiert, doch eine richtige Therapie war das halt nicht wirklich. Aber eben ich hatte damals ja auch gar keine Erfahrung mit Psychiatern und eigentlich auch heute noch nicht wirklich. Es tat mir einfach gut zu erzählen. Ok, anfangs hat er mir Medis gegeben wegen den Depris und wegen dem ADHS aber danach war das dann mehr so Routine. Es lief irgendwie immer gleich ab, ich ging hin, Jacke abziehen und auf Stuhl tun, Hut abziehen und auf Jacke, ein Glas Wasser auffüllen und hinhocken - dann erzähle ich drauf los, wie es mir grad ging und dann schweifte ich meist ab in meine gerade aktiven Spezialinteressen - bis es dann hiess, Zeit ist um und er aufstand und zur Tür ging, da stand ich auch auf und lief zur Tür redete aber weiter und dann war ich wieder draussen und ging nach Hause.


    So lief das eigentlich 10 Jahre lang, mochte ihn und hatte mich daran gewöhnt, war stabilisierend und war ok. Tja bis er dann meinte er ginge in Pension, so richtig erfasst das es mir eigentlich gut tat habe ich erst als er dann wirklich plötzlich in pension und weg war, was folgte war ein Absturz. Nur schon die Suche nach einem neuen Psychi überforderte mich und dann lagen genau dann auch noch die IV-Revisions Formulare im Briefkasten.


    Nun dem neuen Psychiater erzählte ich das auch und er fand es sehr merkwürdig das er für mich keinen Übergang organisiert hat und auch wie das lief fand er merkwürdig, also das wie das so ablief jeweils. Nunja für mich war ds ok so, aber anscheinend ist das halt auch nicht normal, dass eine Therapie 10 Jahre lang so läuft.


    Aber er hatte mir ja auch gesagt er sei nicht auf Traumata spezialisiert also habe ich mich selbst quasi weitergebildet was das Thema betrifft mit den Büchern von Michaela Huber und anderen die ich teilweise von meiner Freundin bekommen hatte.


    Und in diesen 10 Jahren gab es dann noch weitere Kontakte zu Psychiatern und Gutachtern, doch ich merkte halt schnell das die gar keine Ahnung hatten und ich mehr von der Materie wusste als die. Das war dann auch die Zeit wo ich ziemlich desillusioniert wurde, weil ich halt immer davon ausging das Menschen und besonders Ärzte auch so ehrlich sind wie ich und wenn sie ja Ärzte sind sie sich auch wirklich auskennen, so wie ich mich auskennen würde wenn mich etwas interessiert und ich alles darüber wissen will.


    Und ich hatte auch mit Gerichten und anderen staatlichen Stellen wie die Opferhilfe zu tun, bis dahin dachte ich immer das die besonders ehrllich sind, weil vor Gericht zählt ja die Wahrheit. Aber auch da wurde ich bitter enttäuscht. Ich war immer ehrlich bei allem was ich schrieb und sagte, war halt wohl naiv, glaubte an Gerechtigkeit und Wahrheit, dachte die kümmern sich nun und das ich endlich Hilfe bekäme...


    Doch nein im Gegenteil, die Opferberatungsstellen waren überfordert, schickten mich zum Sozialamt wo ich dnan die Zusatzversicherung und die 3. Säule verloren habe, informierten mich nicht richtig über meine Rechte und sagte mir nichts über die Formulare die ich einreichen konnte, halfen mir auch nicht diese auszufüllen.


    Das schlimmste war aber sie haben mich angelogen, meinten es sei noch nicht alles verjährt, da ja nun die Unverjährbarkeit käme und falls diese nicht durchkäme sei es auch mit dem Gegenvorschlag nicht verjährt. Alles gelogen, nachdem ich mühsam alle anzeigen gemacht hatte, bei der Polizei alles ausgesagt hatte, viele Fotos und Skizzen als Beweise übergab und sogar die Polizei meinte soviele Beweise hätten sie in solchen Fällen sonst nicht - hiess es die Unverjährbarkeit sei nicht Rückwirkend!


    Und deshalb hiess dann es sei alles verjährt, also alles für nichts und ich habe nur zusätzlichen Schaden davon getragen, geholfen hat man mir auch nicht. Das ganze ging dann noch 4 Jahre weiter und überall ging es nur um eines - das der Staat ja auch kein Rappen bezahlen muss. Dabei passierte es ja in einem kantonalen Heim und das Jugendsekretariat wusste davon ber hat mir damals auch nicht geholfen und stattdessen alles verschwiegen.


    Tja also da ist mein Weltbild ziemlich revidiert worden, nix Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Wahrheit, sondern verheimlichen, lügen und sich aus der Affaire ziehen damit ja niemand verantwortlich ist und am Ende noch für die Schäden aufkommen müsste. Die Täter laufen noch frei rum, mich hat man noch mehr geschädigt, mir ging es mies da und ich habe dann ja auch noch die 3. Säule und die Zusatzversicherung verloren, aber bekommen habe ich von der Opferhilfe keinen Rappen.


    Am Ende nach 5 Jahren und viele positiven Urteilen am Bundesgericht, hiess es dann es sei alles um ca.11 Tage verjährt, weil die Formulare damals bisschen zu spät bei der richtigen Opferhilfestelle ankamen. Der Anwalt hatte denen erklärt das mir niemand geholfen hatte und auch das ich diese zuvor bevor diese Frist abgelaufen sei an andere Stellen zugeschickt hatte. Aber das interessierte niemanden, ich hätte sie eben rechtzeitig an die richtige Stelle senden sollen hiess es.


    Nun was da alles gelaufen ist, also das kann ich eben auch nicht vergessen und das hat meine zuvor hohe Meinung über all diese Stellen massiv negativ beeinflusst, dass sind für mich nun alles Lügner und Betrüger, mehr nicht. Denen vertraue ich nie mehr wieder!


    Sogar die Opferberatungsstelle hat sich dann später mittels Ausflösung des Vereins aus der Affaire gezogen, zuvor hatte man mir zugesichert ein Gespräch mit der Opferhilfestelle zu suchen, alles nur blah blah, es hiess dann nur noch, sorry den Verein gibt es nicht mehr.


    Und während dieser Zeit starb auch noch 2010 meine Mutter, die mir zuvor - als ich ihr alles von mir erzählte - noch weinend erzählte, dass auch Sie im Waisenhaus vergewaltigt wurde vom Leiter des Waisenhauses. Also die Zeit von 2008 bis 2014 war die Hölle und ich habe mich da völlig verändert, ich bin nicht mehr der der ich vorher war.


    Aber meine Eltern habe ich auch nie gehasst, die habee schliesslich nichts dafür, ich wurde auch nie von denen geschlagen. Ok, mein Vater ist als ich 16j war einfach abgehauen und meine Mutter hat mich als ich 18j rausgeworfen aber deswegen liebe ich sie trotzdem und die hatten ja auch ihre Probleme.


    Mein Hass richtet sich deshalb mehr auch die Täter und nun auch auf den Staat der mich verarscht hat, nicht geholfen hat und keinerlei Verantwortung übernommen hat und sich einfach aus der Affaire zieht.


    Ich verarbeite das nun auch in einem Blog auf dem ich nun einfach alles öffentlich mache, weil ich einfach nicht mehr schweigen kann. Weil viel zuviele Opfer schweigen und leiden still vor sich hin ohne das mal davon erfährt oder bringen sich sogar noch um, wie schon öfter passiert ist. Für mich ist die Sache halt noch lange nicht vorbei, wird wahrscheinlicn mein Leben lang dauern das alles zu verarbeiten.


    Hab aber auch keine Ahnung wie das mit dem verarbeiten gehen soll, denke immer noch eine Traumtherapie wird mir helfen, aber die hat bis jetzt ja noch nicht einmal begonnen...


    Und also hätte ich meine Freundin nicht, hätte ich diesen Planeten wohl auch schon längst verlassen...


    Hoffe bin nun nicht zu sehr abgeschweift... :huh:


    Aber nun gibt es tatsächlich wieder ein Funken Hoffung, aber die stirbt ja bekanntlich zuletzt... ;) Mal sehen wie es nun mit dem neuen Psychi und der Gemeinschaftspraxis läuft... Es gab nun sogar noch was anderes positives, aber da möchte ich nun noch nichts dazu sagen.


    Hui, nun habe ich ja schon zwei "Artgenossen" gefunden, wenn das so weitergeht, können wir ja bald unser Raumschiff bauen und auf unseren Planeten oder Dimension zurück, wo auch immer der/die sein mag... :D


    Vulnavia

  • War gestern zum zweiten mal beim neuen Psychi. Er machte so Entspannungsübungen mit Anleitung, das erste mal das jemand so was macht, noch lustig irgendwie, driftete auch ein bisschen weg. Danach war das Rauschen voll krass, genau so wie die gelblich-weisse Auren, er wollte es genauer wissen also habe ich es ihm erzählt und er meinte er habe sowas noch nie gehört. Er fragte auch ob ich die gelblich-weisse Auren nur bei lebenden Dingen sehe oder auch bei toten, sagte ihm dann es sei halt bei allen Objekten aber bei ihm seien sie grösser, also die Ausdehnungen halt.


    Und nun soll ich das auch noch malen und das nächste mal mit nehmen um es ihm zu zeigen, echt jetzt? ?(


    Also ich weiss echt nicht was machen, hab zwar nun hellgraues, dunkelgraues und schwarzes Papier und Wasserfarbe geholt, dachte mir halt Wasserfarbe geht noch am besten irgendwie für so halbtransparente Sachen, aber trotzdem weiss echt nicht wo anfangen. Und das Rauschen kann ich ja schlecht malen, weil das ist so fein, da müsste ich ein Photo machen und dann per Photoshop oder so bearbeiten, aber er will es ja auf Papier, da geht dann die Halb-Transparenz verloren beim ausdrucken.


    Und das genau hinzukriegen ist doch ohnehin unmöglich, würde nur gehen wenn ich irgendwie ein Bild aus meinen Hirn raus transferieren könnte oder sowas, aber dafür fehlt mir die Technologie dafür.


    Beim Papier dachte ich halt muss grau sein weil in seiner Praxis ist es nicht hell, eher so ein hell-dunkel-Grau halt und das schwarze wäre dann für das was ich Nachts sehe, aber das ist auch schwer weil diese Flecken eben Regenbogen-mässige-Verläufe haben und das Rauschen besteht ja aus feinen sich bewegenden multifarbigen Pünktchen. Wie soll man so etwas überhaupt malen?! Und ich muss ihm das noch diese Woche liefern, weil nächster Termin ist in paar Tagen...


    Und also er macht nun auch noch Druck wegen der ASS Abklärung bei der PUK, ich soll da anrufen und fragen ob es vorverschoben werden könne, aber die haben mir doch gesagt es gäbe ne Warteliste und das es April/Mai werde bis Termin, getraue mich nun echt nicht da anzurufen und zu stressen... :/


    Zudem will er nicht das ich bei ihm bleibe und bei einer anderen Traumatherapie mache, das führe nur zu Problemen meinte er. Ich fände es halt toll wenn ich zwei hätte, also ihn und eine Traumathera für den Rest, sieht er aber anders. Also wenn ich dann bei dert Gemeinschaftspraxis einen Platz habe, dann verliere ich quasi den anderen, das stresst irgendwie.


    Habe aber nun rausgefunden das mir "Delphinium Staphisagria C30 / C200" bei den Panikattacken hilft, das ist so ein Homöopathisches Ding, allgemein scheinen solche bei mir echt krass zu wirken, meine Freundin gab am Wochenende Kügelchen und das wirkte krasser als jedes Schlafmittel.. LOL!


    Ach ich weiss auch nicht, werde einfach mal versuchen das irgendwie zu malen und ihm mitbringen...


    Vulnavia

  • Ich bin total schockiert von dem, was du da berichtest. Das ist doch kein Therapeut, der dir solchen Druck macht! Wenn der nur ein bisschen sensibel wäre und von seinem Job ne Ahnung hätte, dann würde er so was nie von dir verlangen. Stress produzieren, wo doch eher das Gegenteil angebracht wäre? In meinen Augen ist das keine gute Basis und wenn er dann auch noch von sich aus signalisiert, dass er dich nicht weiter als Patient haben will, na für mich wäre die Sache gelaufen. Danke und tschüss. Ich würde da sofort einen Schlussstrich ziehen.


    Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass man für die ASS-Abklärung auf eine Warteliste gesetzt wird. Daran kann man nichts drehen, es sei denn, es handle sich um einen Notfall. Ich würde dem Therapeuten mitteilen, dass du bei der PUK nicht anrufen kannst. Wehre dich gegen jegliche Form von Manipulation. Du bist ein Mensch mit Rechten, vor allem dem Recht auf Achtung und Respakt.


    Die Sache mit dem Malen sollte ich auch machen, habe aber abgelehnt, weil mir das gegen den Strich ging. Die Deutung von Zeichnungen sind immer sehr subjektiv, das heisst, jeder kann was anderes darin sehen, egal ob das ein Therapeut ist oder nicht. Auch hier: sage ganz klar Nein, wenn dir was nicht passt. Du darfst auch fragen, weshalb du etwas tun sollst. Ich finde es wichtig, dass die Patient-Therapeut-Beziehung sich zu einem Miteinander entwickelt.
    Wenn kein Vertrauen vorhanden ist, dann kannst du dir die Sitzungen echt sparen.


    Das klingt hart, aber das Ziel ist doch, dass dir geholfen wird und nicht, dass du dir da ein weiteres Trauma aufbaust. Durch einen meiner früheren Psychiater ist mir nämlich genau das passiert und ich brauchte dann einen weiteren über Jahre, bis dieses aufgelöst werden konnte.


    Momentan habe ich keinen mehr, weil ich einfach genug hatte, immer dauernd in dem Dreck der Vergangenheit rumzuwühlen. Selbstbestimmung lautet die Devise. Eine Therapie muss FÜR den Patienten stimmen, nicht umgekehrt.


    Regenbogen

  • Naja was das Malen bringen soll, ist mir jetzt auch nicht ganz klar. Wenn er sich nichts vorstellen kann, soll er im Internet oder in der Fachliteratur nachlesen.
    Druck auszüben finde ich für einen Arzt auch nicht ok. Und ich würde ihm klar sagen, dass du da nicht anrufen kannst. Wenn du es beschläunigen möchtest, kannst du ihn ja fragen, ob er anrufen kann. Wenn es für dich aber in Ordnung ist zu warten, sehe ich keinen Grund zu drängen. Warum findet er, es sollte schneller gehen?


    Auch würde ich ihn fragen, wozu du alles aufmalen sollst. Wie gesagt, wenn es nur darum geht, dass er es sich besser vorstellen kann, soll er nachlesen. Vielleicht hat es aber auch irgend einen therapeutischen Wert? Ich kenne mich nicht wirklich aus mit Therapien, aber wäre ja möglich... Ein guter Freund von mir ist Asperger Autist und war lange Zeit in einer psychiatrischen Klinik. Dort gab es auch eine Maltherapie. Ich hab ihn gefragt, was das bringen soll, weil ich keinen Sinn darin sehe, irgendetwas zu zeichnen oder zu malen. Er hat mir erklärt, dass es darum geht, Gefühle oder Anderes, das man nicht in Worte fassen kann, zum Ausdruck bringen kann. Vielleicht geht es in diese Richtung?
    Am besten du fragst ihn. Und wenn es nicht geht, ihn darauf anzusprechen, schreib ihm ein Mail oder schreib alles auf und bring es beim nächsten Mal mit.


    Natürlich bist du wütend auf die Täter und auf alle, die dich im Stich gelassen haben. Es ist sehr schlimm, was dir alles passiert ist. So etwas kann man nicht einfach vergessen. Für mich stellt sich jetzt einfach die Frage, was du möchtest. Möchtest du, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden? Ginge es dir dann besser? Wenn ja, wie soll das gehen? Rechtlich hast du alle Möglichkeiten ausgeschöpft oder? Möchtest du, dass alle erfahren, was sie getan haben? Du kannst ein Buch oder einen Artikel darüber schreiben und veröffentlichen. Das bedeutet aber auch, dass bei dir nochmals alles aufgewühlt wird. Möchtest du das wirklich?
    Die andere Möglichkeit wäre, dass du dich auf deine Zukunft mit deiner Partnerin konzentrierst. Dass du versuchst einen Weg zu finden, trotz deiner Vergangenheit glücklich zu sein. Tu Dinge, die du gerne machst, die dich ausfüllen und glücklich machen. Deine Vergangenheit wird dich immer wieder ein holen. Das ist klar und lässt sich nicht verhindern. In diesen Momenten, ist es wichtig, nicht alles für sich zu behalten. Rede mit deiner Partnerin, mit Freunden oder schreib in deinem Blog darüber. Ich weiss nicht warum, aber dadurch geht die Vergangenheit immer weiter weg und wird weniger schmerzhaft.
    Aber versuch dann immer wieder in dein jetztiges Leben zurückzufinden.
    Es ist absolut ungerecht, was passiert ist ja, aber weder du noch jemand anderes kann es rückgängig machen. Du kannst nur versuchen, für dich und für deine Freundin eine positive Zukunft zu gestalten.


    Liebe Grüsse

  • Ist halt wohl auch ein Problem bei mir das ich so Grenzüberschreitungen nicht bemerke. Und bei mir wechselt es halt auch dauernd zwischen Depressionen und Aggressionen mit Selbstverletzungen. Das hat der Psychi gestern dann auch merken müssen als er dumme Fragen zum Bild stellte das ich extra für ihn gemalt habe und dafür extra noch Wasserfarbe und Papier gekauft habe.


    Der fragte echt weshalb ich ihm das nun gegeben hätte und auch noch was ich gefühlt hätte beim malen, da hat es mir den Nuggi rausgeblasen und ich wurde ziemlich aggro. Ich meine sorry, er wollte das ich den scheiss male und ihm mitbringe und dann fragt er mich warum ich es ihm gegeben habe? X(


    Und dann die blöde Frage was ich beim malen gefühlt habe, mann ehh, gar nichts, was soll ich denn bei sowas schon fühlen, ging ja nur darum das zu malen was ich seit jeher sehe damit er es versteht, mehr nicht, da fühlt man nichts dabei, das ist so wie wenn ich ein Foto von was machen soll damit ein anderer es sehen kann, mehr nicht. :huh:


    Irgendwie hat mich das dann getriggert und dann kam alles andere mit rauf, es wurde ziemlich heftig und er meinte auch er sei nun bisschen geschockt, was für eine "Bombe" ich da hätte platzen lassen. Nun, ja, bin halt sehr wechselhaft. Wenn ich Depri bin geht gar nichts mehr, gar kein Antrieb mehr aber auch keine Selbstverletzungen, schlicht zu schlapp aber eben dennoch ständige Reizüberflutung. Aber das kann eben schnell kippen, denke das auch die Medis daran schuld sind, plötzlich bekomme ich dann wieder Antrieb und wenn man mich dann triggert knallts eben sehr schnell. Leider kommt mit dem Antrieb auch die Selbstverletzung wieder. Ist halt wohl so wie bei denen die voll Depri sind und erst durch die Medis dann den nötigen Antrieb für den Suizid bekommen, nur das bei mir dann eben die Wut auf andere kommt.


    Zudem auch das mit dem Anrufen bei der PUK, also ich habe denen halt ne EMail geschrieben, weil Anrufen schaffte ich nicht, und natürlich kam dann ne EMail das es nicht gehe und alle Fälle wichtig seien, vorverschieben geht nicht. Habe ihm gesagt das ich das gemacht habe und was dabei rauskam. Für mich war das eine Riesensache was mich nerven gekostet hat, aber er meinte nur "ach so, nu nja dann kam man da wohl nichts machen, na wenigstens hätte ich es ja versucht", was mich dann innerlich grad nochmals hässig machte, hatte ihm ja vorher schon gesagt das es nicht gehen wird.


    Er meinte dann auch noch sowas wie, warum ich meinen Frust bei ihm rauslasse oder sowas, Echt jetzt? Ich meine sorry aber ja auch dafür sind Psychi's doch auch da. Zudem ist es ja auch ein Unterschied ob ich es an ihm oder bei ihm rauslasse. Sehe auch keinen grossen Unterschied ob man seine depressiven Gedanken bei einem Psychi rauslässt oder dann eben seine aggressiven Gedanken. Aber für ihn war es wohl einfach ein bisschen überraschend wie schnell das von voll Depri zu voll Aggro wechselte. Aber immerhin mir hat es doch gut getan und dafür sind solche Gespräche doch da oder? :D


    Nun wenigstens habe ich nun einen Termin bei der Gemeinschaftspraxis und der Psychi ist ja nachwievor dagegen das ich bei ihm bleibe und die Traumatherapie nebenbei wo anders mache, also ist ein Tag nach dem Erstgespräch bei der Gemeinschaftspraxis auch gleich das Abschlussgespräch beim anderen.


    Tja, das mit dem ins Leben zurückfinden ist halt nicht so einfach wenn man schon soviel durchgemacht hat und nach wie vor keine echte Hilfe bekommen hat. Eigentlich war das ja 2008 mein Ziel, doch stattdessen wurde ich ja wieder nur verarscht und habe noch mehr Schäden erlitten. Und obwohl ich ja echt keine grosse Erfahrung mit Psychis und so habe, komme ich bereits vielfach an den Punkt wo ich mir sage, wofür überhaupt noch Therapie machen, das wird ohnehin nie mehr 100% gut werden.


    Aber eben einfach vergessen geht auch nicht, es sind dafür einfach zuviele Rechnungen offen. Also eigentlich müssten diejenigen die mir alles angetan haben froh sein bemühe ich mich überhaupt für Therapie, denn die Alternative wäre das ich die einfach wegmache. Ob das mir viel bringen würde , keine Ahnung, aber wenigstens wären dann die Rechnungen beglichen. An sich wäre es ja Aufgabe des Staates das zu erledigen, doch der macht nix weil es ja "verjährt" ist, die Diskrepanz dabei ist jedoch für mich verjährt das eben niemals.


    Hab auch keine Ahnung ob da eine Therapie überhaupt helfen kann, eigentlich wäre das ja die Aufgabe der Justiz gewesen, doch die hat genau so wie die Opferhilfe versagt. Der Psychi meinte, er fände es krass wie falsch alles gelaufen sei und er wisse nun auch keine Lösung. Ich denke keine Therapie wird das jetzt noch 100% lösen können, denke das einzige was noch möglich ist, ist das es mir wieder einigermassen gut geht, doch stabil bleibt das wohl nur wenn man mich danach einfach in Ruhe lässt.


    Aber eben wechselt bei mir ja ständig und sehr schnell... :S


    Vulnavia

  • Ein wahrlich ver-rückte Geschichte!


    Auch wenn meine Lebensgeschichte anders verlaufen ist, bringe ich es leider auch auf einen solchen Diagnosekatalog...
    Auch war ich längere Zeit auf einer spezialisierten Station für Traumafolgestürungen. Damals hatte ich - auch hier leider - die ASS-Diagnose noch nicht. So verlief der Aufenthalt katastrophal und war kontraproduktiv. Ich bin unterdessen überzeugt, auch aus meiner beruflichen Erfahrung (ich arbeite teilweise in einem ähnlichen Bereich), dass eine herkömmliche Traumatherapie für Menschen mit einer Basisstörung wie Autismus so nicht funktioneren kann. Da würde es Anpassungen brauchen, damit gewisse Verhaltensweisen auf Grund der anderen Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung richtig eingeordnet werden können und nicht Zuschreibungen passieren, die sich re-traumatisierend auswirken.
    Wenn du eine Traumatherapie beginnen möchtest, wäre es fundamental zu wissen, ob der Therapeut / die Therapeutin sich gut (!) mit Autismus auskennt. Ansonsten sind die Missverständisse und Frustrationen auf beiden Seiten vorprogrammiert.
    Gute Erfahrungen mache ich nun seit vielen Jahren in einer Psychotherapie mit einem Therapeuten, der sich unterdessen in beiden Bereichen auskennt. Es war ein gemeinsamer Weg dahin, der sich bewährt hat. So lebe ich heute noch, auch wenn es eigentlich "nur" ein fortwährendes Überleben ist - doch immerhin dies!

  • Ich frage mich, ob es generell überhaupt Sinn macht, sich in die Hände eines Therapeuten zu begeben. Meine langjährige Erfahrung diesbezüglich hat zu der ernüchternden Bilanz geführt, dass ich heute keinen Schritt weiter bin als vor sagen wir mal 40 Jahren. Bei mir fing es mit einem Jugendpsychiater an und fand vor etwa einem Jahr sein Ende mit meinem letzten Psychiater. Schon sehr früh wurden diverse Diagnosen gestellt und keine darauf folgende Therapie hat mir etwas gebracht ausser ein Gefühl der Schuld. Schuld in dem Sinne von Versager, den Ansprüchen der Gesellschaft nicht zu genügen. Heute heisst es lapidar, als Autist konnten all die Therapien ja nicht greifen können, da das Grundproblem, das ASS nicht als Ursache erkannt worden sei. Ja super, da fühle ich mich doch gleich viel besser! All die Erfahrungen während der Therapien und "Behandlungen" haben sich als unlösbare Traumata in meine Seele eingefressen und sitzen dort fest. Man könne mir nicht mehr helfen, das heisst ich bin austherapiert. Aus und Ende.


    Mein Versuch, aus all dem herauszukommen ist der des Selbstverzeihens. Ich denke, dass ich nur mir selbst helfen kann um Frieden zu finden. Die Welt vermag ich nicht zu ändern, sondern nur mich selbst. Daher finde ich, dass es sich lohnt, all die Gräuel und Rachegefühle mental abzugeben und üben, nach vorn zu schauen. Die Vergangenheit ist passé, daran kann ich nichts mehr ändern. Wozu auch? Das einzige was ich für mich tun kann, ist im Jetzt zu leben und mein Bewusstsein zu schärfen, indem ich mich an Begebenheiten, Dingen etc. erfreue. Ein kleines Lächeln von jemandem kann schon viel auslösen. Dieses Gefühl will ich mir nicht, indem ich immer wieder in die Vergangenheit abdrifte, zerstören lassen. Mein Ziel ist es, so wenig wie möglich mehr in Gedanken in die Vergangenheit abzudriften.
    Dies sollte möglich sein, verlangt, wie ich feststelle, aber auch sehr viel Kraft und die ist nicht immer in ausreichendem Masse vorhanden. Ein wichtiges "Instrument" hierzu ist die Liebe. Die Liebe zum Leben, die Liebe gegenüber all dem, was mein Herz erfreut.


    Es ist ein einsamer Weg, der sich für mich aber gut anfühlt und die Dankbarkeit, ihn erstens entdeckt zu haben und zweitens gehen zu dürfen, wird mich zur Heilung führen.


    Dies ist meine Geschichte, die, so hoffe ich, vielleicht auch andere inspirieren wird, sich auf neue Pfade zu begeben.

  • Ja, ich denke auch das die Grundstörung ASS sich erschwerend auf Therapien auswirkt oder gewisse gar verunmöglicht und diese deshalb angepasst werden müssen. Aber ich habe ja derzeit schon Mühe eine Traumatherapie zu finden die speziell für DDNOS angepasst ist.


    Weil schon bei DDNOS brauchts anscheinend eine spezielle Traumatherapie, die 08/15 Traumatherapie klappt nicht und ist teilweise sogar gefährlich. Das überfordert mich ja schon, wenn ich nun also noch eine finden muss die zusätzlich auch noch auf ASS angepasst ist, dann ist das mein Ende.


    Und das ASS kann ja ohnehin nich therapiert werden, da kann höchstens gecoacht werden damitz ich im Alltag besser zurecht komme. Doch das DDNOS ist sicher irgendwie therapierbar und das ist auch wichtig, weil darunter leide ich am meisten.


    Bei mir ist das DDNOS so das bei mir mehrere Persönlichkeitsanteile mit unterschiedlichen Geschlechter und Alter existieren, einige habe ich mal in Träumen getroffen, andere kenn ich noch nicht, weiss aber das es noch paar mehr gibt. In Träumen habe ich fünf getroffen, ein kleiner Junge, ein etwa 18 jähriges Mädchen, eine Frau, ein Mann, einen schwarzen Panther. Und es gab da eben auch verschiedene Häuser, einige waren in den Häuser, andere waren quasi draussen frei. Und dann gabs noch ein Riesen Komplex mit vielen Räumen und Glaswände wo ich nicht reinkam obowhl ich vom kleinen Jungen einen Schlüsselbund bekam.


    Ich erlebe halt auch switches, also das Persönlichkeitsanteile quasi übernehmen, aber anders als bei einer DIS ist das nicht immer voll und ganz und mehr so parallel, ich merke zwar nicht immer wenn ich switche aber wenn mich jemand anders darauf aufmerksam macht, dann wird es mir bewusst. Bei einer DIS wäre das soweit man mir erklärt hat nicht der Fall, deshalb ist es eben ein DDNOS Ego-State-Disorder.


    Einige Persönlichkeitsanteile kommen bei mir nur in sicherer Umgebung, zbs. bei meiner Freundin raus, andere kommen nur wenn ich in Gefahr bin raus. Wie gesagt kennen tue ich nur fünf davon die sich mir halt auch in Träumen gezeigt haben. Und dann gibt es halt auch noch so Gefühlsswitches, ob das nun auch Persönlichkeitsanteile sind weiss ich nicht aber die sind auch mühsam, weil bei diesen Switches die ganze Gefühlsebene inkl. Gedanken und Wissen wechselt.


    Ich hatte das mal eine Psychi so erklärt, das sich meine Datenbanken switchen, was eben mühsam ist, weil ich quasi nicht dauernd zugriff auf alle habe und je nach dem welche gerade aktiv ist ich eben nicht auf gewisses Wissen zugreifen kann. Kann man sich so vorstellen, man ist Arzt und hat zbs. gelernt wie man Blut abnimmt und dann kommt ein Patient bei dem man genau das tun muss und irgendwann switcht man und hat keinen Zugriff auf das Wissen wie man Blut abnimmt - ziemlich blöde Situation oder? Und genau so läuft es teilweise bei mir, nur zusätzlich wechselt sich auch noch die gesamte Gefühlsebene inkl. Geschlechtsgefühl etc.


    Und das hat ja garantiert nichts mit ASS zu tun, das ist eben das DDNOS. Die Lösung ist das man die Persönlichkeitsanteile irgendwie wieder integriert, zumindest steht das in den Büchern die ich zum Thema habe. Aber eben dafür brauchts jemand der sich wirklich mit der Thematik auskennt und bisher habe ich niemand gefunden.


    Weil bei der normalen Traumatherapie geht es ja mehr darum Traumata aufzulösen. Doch genau das klappt bei DDNOS nicht so einfach, weil alles fragmentiert ist, also einige Anteile haben gar keine Traumata und diejenigen die sie haben kommen gar nicht hervor und verstecken sich. Wieder andere schützen die anderen oder haben nur Wut oder verletzen sogar andere Persönlichkeitsanteile. Einige sind weiblich, andere männlich, einige sind Kinder, andere Erwachsene. Einige bestehen nur aus Gefühlen von gewissen Zeiträumen andere nur aus Wissen von gewissen Zeiträumen usw.


    Und eben ich kenne ja nicht mal mein eigenes System vollständig und frage mich teilweise auch wer ich eigentlich bin, das wäre mal ein Anfang, dann müsste man irgendwie mit denen kommunizieren und irgendwie integrieren, also das alles wieder eins wird und alle Datenbanken konsolidiert sind.


    Tja, und in wie fern sich nun das ASS auf ein DDNOS auswirkt habe ich erst recht keine Ahnung, ich habe bisher dazu noch keine Fallbeispiele in Büchern gefunden. Es sind quasi zwei Spectren die zusammenprallen, das Autismus Spektrum und das Trauma-Dissoziations Spektrum.


    Und wenn es schon schwer ist jemand zu finden der sich im Austismus Spektrum oder im Trauma-Dissoziations Spektrum auskennt, dann ist es halt anscheinend fast unmöglich jemanden zu finden der sich in beiden zusammen auskennt.


    Dies ist dann wohl auch der Grund für die vielen Diagnosen, weil wenn sich jemand nicht auskennt, dann kommen halt allerlei Erklärungsversuche. Und Diagnosen sind ja nichts anderes als Erklärungsversuche. Man leidet ja schliesslich nicht an einer Diagnose, sondern man leidet eben einfach und die Diagnosen sind dann der klägliche Versuch das irgendwie einzuordnen. Trotzdem ist eine richtige Diagnose wichtig und der erste Schritt zur richtigen Therapie. Und ein derart grosser Diagnosekatalog wie bei mir zeigt nur das all die Psychis schlicht keine Ahnung davon hatten.


    Und ich bin noch nicht soweit einfach aufzugeben und mich als austherapiert und nicht mehr therapierbar zu bezeichnen. Ich habe einfach bisher noch nicht das richtige gefunden und eben ich habe auch noch zuwenig Erfahrungen mit Psychis und so Therapien. Hoffe nach wie vor das man mir irgendwie helfen kann. Und für das ASS suche ich auch einen Coach oder sowas damit ich im Alltag besser zurechtkomme.


    Weil die Alternative wäre, kompletter Rückzug und Isolation aus der Welt, was leider in den letzten Jahren mehr oder weniger bereits passiert ist. Nur schon die schon seit 10 Jahren andauernde Tag-Nacht-Umkehr ist wohl nicht gerade optimal, ist aber leider auch Folge von dem was alles geschehen ist. Und meine Kraft schwindet eben auch langsam also hoffe echt ich finde endlich jemand der sich auskennt und helfen kann.


    Vulnavia

  • Ob es eine wirksame Therapie bei DDNOS gibt, weiss ich leider nicht.
    Grundsätzlich sehe ich es aber sehr ähnlich wie Regenbogen: Ich bin bei der Wirksamkeit von allen Therapien sehr skeptisch und grundsätzlich, kann sich jeder nur selbst helfen.


    Selber war ich nur einige Male bei einem Psychologen. Es ging dabei aber nicht um eine eigentliche Therapie sondern mehr um ein Coaching. Und das war in einigen Punkten hilfreich, weil er mir wirklich praktische Tips geben konnte.
    Ich habe aber leider bei einigen Freunden, Bekannten und Familienangehörigen miterlebt, wie es ihnen während/nach Therapien ging. Ein positives Beispiel kenne ich da nicht.


    Daher stimme ich Regenbogen zu. Hilfe von anderen kann man nicht erwarten und ist wohl auch nur sehr eingeschränkt und punktuell möglich. Wenn ich eine konkrete Frage habe, ist es hilfreich, wenn ich eine Erklärung erhalte.
    Damit es einen besser geht, kann man nur sich selbst und sein bisheriges Leben akzeptieren und annehmen lernen. Und dann kann man nach vorne sehen.
    Hilfreich fand/finde ich dabei positive Beispiele. Wenn ich sehe, wie mein Partner Situationen angeht und erfolgreich ist, habe ich eher den Mut es auch zu probieren. Und so öffnen sich immer wieder neue Wege.

  • Ich habe auch eine DIS und ASS und....
    Die Erwartungen an eine Therapie sind oft sehr hoch. Einen zusätzlichen Druck machen hier auch die Krankenkassen, die nur eine gewisse Anzahl Stunden bezahlen möchten oder immer wieder ein Antrag auf Verlängerung geschrieben werden muss mit ungewissem Ausgang.
    Die Therapie von DIS braucht viel Zeit (im Gegensatz zu einer einfachen Traumatisierung). Autismus ist grundsätzlich nach heutigen Kenntnissen nicht heilbar, jedoch schädigende Erfahrungen im Umgang damit zum Teil schon. Dabei darf nicht vergessen werden, dass ASS mit einer Entwicklungsverzögerung einhergeht. Das bedeutet, dass nicht in den "bekannten" Zeiten / Zeiträumen mit einer Veränderung oder Besserung der Lebenssituation oder - zufriedenheit gerechnet werden darf.

  • Sorry, dass ich länger nicht geantwortet habe, hatte bisschen stress mit all den Psychi Terminen und so...


    Danke Moira für deine Antwort, da fühlt sich grad weniger alleine... ;)


    Also den einen Psychi habe ich nun nicht mehr, gab aber gutes Abschlussgespräch.


    Habe nun einen neuen und der ist echt gut, er ist nicht nur Psychi sondern auch Kampffliegerarzt und Notarzt. Er ist der einzige bisher, bei dem ich das Gefühl habe der versteht um was es geht, zudem findet er all die Diagnosen, inkl. Asperger völlig unwichtig. Er meinte in Fällen wie bei mir sei es fast logisch das ich zahlreiche Diagnosen erhalten hätte und auch das in der Schweiz das Thema kPTBS/DDNOS/DIS erst in den letzten 5 Jahren überhaupt Thema ist. Es gäbe eigentlich noch gar keine richtige spezialisierte Stellen dafür in der Schweiz. Es gäbe höchstes was in Bern, doch sei diese Stelle dort bereits mit Kriegstraumatisierte aus Afghanistan gefüllt.


    Er hat auch erkannt das all die 08/15 Traumatherapien sicherlich nicht geeignet sind für mich, da diese nur für einmalige Traumata geeignet sind und diese Theras auch kein Interesse an längerfristigen Dingen hätten, solche Fälle wie ich seien schlicht zu anstregend für die.


    Obwohl er nicht von sich sagt speziell auf Trauma spezialisiert zu sein, habe ich doch das Gefühl er ist der richtige. Habe nun mal eine Anmeldung zu einer offenen DBT Skillgruppe bekommen wo ich dann mal hingehen werde. Ich muss aber nicht, es ist freiwillig, das betonte er immer wieder, wenn es mir nicht passt oder was auch immer, dann steht er voll hinter mir. Zusätzlich habe ich eine Traumaspezifische Klinik bekommen, da ist es stationär, halb-stationär, ambulant möglich, für mich momentan noch kein Thema, höchstens ambulant, weil stationäres Setting gleich wieder retraumatisierend wäre. Auch das hat er verstanden und betonte auch wieder alles ist freiwillig und nur was ich will sei wichtig, und zwar in meinem Tempo und so wie ich es möchte, denn sonst sei es bei meiner Vorgeschichte ja klar das ich entweder gar nicht gehe oder abhauen würde.


    Ist bisher auch der erste Psychi der alle Unterlagen bis zurück wo ich 8j war mit mir angeschaut und besprochen hat, er meinte das sei schliesslich wichtig um zu sehen woher alles käme, denn solche Dinge hätten immer eine lange Entwicklung und kämen ja nicht einfach so.


    Und obwohl er Psychi ist, sind Medis für ihn kein Thema, wenn ich wolle könne ich schon haben und er mache auch Rezepte doch von sich aus Medis verschreiben und mich sogar dazu drängen würde er nie. Seine Meinung ist da, Psychomedis sind nichts anderes als Drogen also halt Hilfsmittel und Krücken, doch in Fällen wie bei mir sei es ja nicht das Ziel mich wieder von was anderen abhängig zu machen, sondern mich so wiet wie möglich aus sämtlichen Abhängigkeiten, Ängsten und so weiter zu befreien und mich selbstbewusster zu machen, damit ich möglichst ohne Medis aber auich ohne Psychis wieder einigermassen zurechtkäme.


    Für mich ist es das erste mal das ich so ein Psychi treffe, aber naja ich hatte ja auch nicht so viel Erfahrungen... ;)


    Vulnavia

  • Bekam endlich Termine für die ASS Abklärung, waren 4 Sitzungen mit diversen Tests und Gespräche und nun ist es offiziell, bin Asperger-Autist mit hochbegabung, ach ja und hochsensibilität, so in etwa. Der ausführliche Bericht mit allen Details kommt dann noch (geht an mich und an Psychi) aber Ergebnis steht ja bereits fest.


    Hab ne Addressliste mit auf Asperger spezialisierte Stellen bekommen und sogar eine Empfehlung für eine Art Coach der auch zu mir nach Hause käme, natürlich alles freiwillig. Zusätzlich bekam ich auch noch so ne Broschüre von einer Integrations-Firma die auf Asperger spezialisiert ist, auch freiwillig natürlich. Der Rest den ich bekam, so ne Gersprächsgruppe und so, sei wohl nichts für mich, hiess es, dafür sei ich zu intelligent, wäre für mich viel zu langweilig.


    Wichtiger ist, die ganze ASS-Abklärung verlief sehr positiv, waren alle sehr nett dort und hatte nie das Gefühl schubladisiert zu werden oder so und wurde auch immer wieder betont das es nicht nur Schwächen sondern auch Stärken gäbe. Und wenn ich dann den detailierten Bericht habe, kann ich mich auch wieder melden wenn ich Fragen habe.


    Also das wars vorerst mal, mal schauen wie es nun weitergeht...