Posts by Fritz

    Erstens vielen herzlichen Dank für die Lobbying-Arbeit von Frau Marianne Schweizer und Herrn Andreas Eckert für eine allseitige Akzeptanz und Verständnis autistischer Menschen gerade hier zu Lande.

    Viele Teilnehmende der ‚autismusgruppe winterthur‘, sorry dass ich es nun halt so krass formulieren muss, schämen sich regelrecht die Schweizerische Staatsbürgerschaft zu haben. Unser Land, insbesondere unsere Behörden verhalten sich schäbig, wenn nicht gar kaltschnäuzig zu Menschen mit ASS.

    Wieder einmal mehr bestätigt sich meine Vermutung eines einseitigen Toleranzverständnis - völlig unausgewogen eben. . . . .

    In welcher Gunsten die Waage sehr einseitig ausschlägt darf ich aus Gründen der ‚Political Correctness‘ (= deutsch und deutlich Maulkorb) nicht kommunizieren.


    Anbei der Update zur Lobbying-Arbeit in Richtung Politik und Kantone:


    Update zur Lobbying-Arbeit in Richtung Politik und Kantone

    Im letzten Newsletter haben wir über die ersten Schritte zur Einforderung der Empfehlungen des Berichtes des Bundesrates zum Thema Autismus in den Kantonen berichtet. In einzelnen Kantonen sind politische Vorstösse im Gange, die Antworten sind aber meistens eher unbefriedigend und weitere Schritte nötig.

    Wie zu erwarten war, ist diese Arbeit in den Kantonen hart und aufwändig. Zusammen mit Marianne Schweizer (Fachperson Autismus mit Schwerpunkt Ausbildung und Arbeit) und Andreas Eckert (Leiter Fachstelle Autismus, Hochschule für Heilpädagogik) habe ich mich mit drei Vertreter/innen der für das Thema Autismus zuständigen Departemente des Kantons Zürich getroffen.

    Das erwünschte Ergebnis einer zeitnahen und konkreten Verbesserung der aktuellen Angebote, insbesondere hinsichtlich des im Bundesratsbericht betonten Aufbaus von Kompetenzzentren für die Beratung und Begleitung von Menschen mit Autismus und ihren Angehörigen, konnte auch in diesem Gespräch nicht erreicht werden. Die Dringlichkeit unserer Anliegen wurde unseres Erachtens von den Vertreter/innen der Departemente nicht ausreichend wahrgenommen. Besondere Angebote für eine spezifische Personengruppe zu konzipieren, in unserem Fall für Menschen mit Autismus, scheint zudem aus Kantonssicht eine Hürde darzustellen.

    Zumindest konnten mit dem Gespräch Türen geöffnet und Ansprechpartner gefunden werden. Wir haben das weitere Vorgehen geplant und werden unsere Mitglieder im Kanton Zürich in nächster Zeit kontaktieren und um Mitarbeit bitten. Wir erhoffen uns, mit dem Kanton Zürich eine Vorbildfunktion für andere Kantone erreichen zu können, damit sich in der gesamten Deutschschweiz etwas bewegen wird.



    Regula Buehler, Geschäftsleiterin autismus deutsche schweiz


    Ja gewisse ‚Türen‘ sind da geöffnet, dass heisst aber, wirklich konstruktive Ergebnisse liegen weiterhin in weiter Ferne.


    Die Schweiz als Ort für Menschen mit ASS und deren Angehörigen, ein sein schäbiges Land !!!!

    Man sollte sich da tunlichst nach dem Leuchtturm SCHWEDEN navigieren und orientieren.


    Wenn es, im entferntesten Sinne, um ‚Psychische Andersartigkeiten‘ handelt, sind Begriffe wie etwa Depressionen, Borderline, Schizophrenie, Bipolare Störungen, Phobien, etc., etc. . . . . in unserer Öffentlichkeit sehr geläufige Themen und Begrifflichkeiten.

    Nur bei Autismus bzw. Asperger-Syndrom tut sich unsere Bevölkerung sehr schwer diese Thematik, endlich einmal, ohne doofe Klischees natürlich, richtig zu begreifen. Auf Schweizer Strassen tummeln sich diesbezüglich eine Mehrheit von Bahnhofversteher herum.

    Wenn man Anlässe, Veranstaltungen und Events zur Thematik, nicht Problematik, ‚Autismus‘ plant, gestaltet sich deren Ausführung, fast immer, als harzig, regelrecht widerspenstig, heraus.

    Woran liegt es, dass offensichtlich in der Schweiz da ein grosses Desinteresse offenbart ???

    Kann es womöglich an der mangelnden Publicity und Lobbying der ‚Autismusorganisationen und -institutionen liegen ???

    Ohne vorgängige Publicity ist eine konstruktive Sensibilisierung kaum möglich, weil, wie will man sensibilisieren, wenn man nicht einmal weiss worum es da überhaupt geht ???

    Ohne Lobbying sind auch die finanziellen Ressourcen knapp. Diese werden sich nur dann verbessern, wenn ‚Autismus‘ auch in der Schweiz, und logischerweise auch in deren Behörden, zu einer festen Begrifflichkeit werden kann.

    Weshalb ist etwa in Schweden, Kanada und selbst in der USA ‚Autismus‘ allseits, seit längerem schon, ein fester Begriff ???


    Eure Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse diesbezüglich, würde mich sehr interessieren.

    Die ursprünglich aus New York stammende vor allem in Nordamerika, insbesondere in der USA, sehr aktiv tätige Organisation ‚Autism Speaks‘ ist NICHT, in seiner Ganzheit, mein Vorbild aber spielt zweifellos was Werbung, PR, Publicity und Lobbying anbelangt eine Vorreiterrolle.

    Der schwerreiche Medienmagnat Bob Wright und seine, inzwischen verstorbene, sehr adrette Ehefrau Suzanne haben im Jahre 2005 diese, man könnte fast sagen Bewegung gegründet.

    US-Präsidenten, UNO-Generalsekretäre aber auch die zierliche Ehefrau von unserem Ex-Bundesrat Didier Burkhalter posierten sich professionell neben dem Ehepaar Wright und dem ‚Autism Speaks‘ Logo.

    Inszenieren konnten sich Suzanne und Bob Wright wie kaum jemand anderer.

    Ob das bunte Puzzle-Stück, die königsblaue Farbe und das alljährliche ‚Light it up blue‘ als inzwischen völlig selbstverständliche Symbole, ja sogar Synonyme, für ‚Autismus‘ wirklich ursprünglich von ‚Autism Speaks‘ initiiert und lanciert wurde, habe ich meine Zweifel.

    Tatsache ist, ‚Autism Speaks‘ hat diese Symbole als ihr eigenes ‚Markenzeichen‘ unter den Nagel gerissen und kommuniziert es, natürlich völlig unverfroren, auch, bis heute so, als ihr Eiges.

    Europa ist da weit entfernt, nicht nur geografisch, und nehmen all dies diffuser wahr. Uns ist das, schlicht und ergreifend, zu wenig bewusst. Ferner hat der Spirit von ‚Autism Speaks‘ in Europa, wenn überhaupt, nur einen marginalen Einfluss.

    Wir benutzen, eigentlich gedankenlos, diese Symbolik, diese Logos, Signete und Emblems ohne die geringste Assoziation zur US-Organisation ‚Autism Speaks‘ herzustellen.

    Da haben sich die Teilnehmenden der ‚autismusgruppe winterthur‘ bewusst und ganz gezielt ein völlig anderes Logo zugelegt (im ‚AUTISMUS FORUM SCHWEIZ‘ auch mehrfach beschrieben und abgebildet).


    Zweifelhaft und ethisch erheblich bedenklich ist das ‚Autism Genom Project‘ mit dem ‚Endziel‘ dass die Andersartigkeit ‚Autismus‘ irgendwann einmal ‚ausgemerzt‘ sein soll.

    Das ausschliesslich neurotypische Management dieses Unternehmens hat immer noch nicht kapiert, dass ‚Autismus‘ eine THEMATIK und keine Problematik ist.

    Unschön Derartiges auch erfahren zu müssen, weil gerade ja die Mannigfaltigkeit ein Leben interessant macht. Wollen wir wirklich eine Einheitsgesellschaft von genormten 08/15-Menschen ???? . . .

    - ohne Autismus, ohne Downsyndrom, ohne CB, ohne Rollstuhlfahrer, ohne Blinde -

    Menschen genormt wie Autoreifen etwa (???)


    Andersherum kritisiere ich hier in Europa, in der Schweiz Behinderten-, insbesondere Autismusorganisationen auch. Sie arbeiten zwar oftmals sehr emsig und betriebsam im stillen Kämmerlein aber nach aussen dringt wenig bis gar nichts. Man verhält sich genügsam im Understatement tief versunken fast schon rezessiv.

    Keine Spur von Marketing erkennbar geschweige denn Aufbruchstimmung.

    Um die Situation von autistischen Menschen hier zu Lande nachhaltig und dauerhaft verbessern zu können, braucht es regelrechte Sensibilisierungs-Offensiven nach AUSSEN.

    In Europa, vor allem in der Schweiz, gibt es selbst heute noch etliche Bahnhofversteher, wenn sie auf ‚Autismus‘ angesprochen werden was hingegen in der USA aber auch Kanada und sogar in Mexiko sicherlich nicht (mehr) der Fall ist.

    Da weist sich ein riesengrosser Nachholbedarf aus.

    Trotz allen Zweifel an der Organisation, dem Unternehmen ‚Autism Speaks‘ in Sachen Publicity, PR und Lobbying sind sie uns sehr, sehr weit voraus.

    Der ‚gute Teil‘ von ‚Autism Speaks‘ (PR, Publicity, Lobbying) soll auch in der Schweiz, endlich einmal, Einzug haben.



    Das Gründer-Ehepaar Suzanne und Bob Wright

    Wenn man an beeinträchtigten, insbesondere autistischen Kindern und Jugendlichen ‚spart‘ kann dass später massiv, und so richtig, teuer werden !!!

    Da sollte man tunlichst über den eigenen Tellerrand denken und vor allem planen können, finde ich.

    Weil eine falsche Unterstützung im Kindesalter, nicht selten, matchentscheidend sein kann, ob diese Person später einigermassen selbständig leben kann oder hernach auf massive das heisst natürlich teure Betreuung angewiesen ist.

    Gretchenfrage, was ist teurer ein Tutor in der Schule oder lebenslange Betreuung 😉😉😉

    Weil die Teilnehmenden der ‚autismusgruppe winterthur‘ äusserst aktive und initiative Personen sind, haben wir der SBB einen freundlichen Brief geschrieben mit der Aufforderung auf Rücksichtnahme für Menschen die eh unter der täglichen Reizüberflutungen zu kämpfen haben. Dazu zählen keinesfalls nur autistische Menschen, sondern auch Leute beispielsweise mit einer Sehbehinderung.

    Ferner bezeugen auch Menschen beispielsweise mit ADS/ADHS und/oder Epileptiker da grössere Schwierigkeiten.

    Eine zusätzliche (absichtliche) Musikberieselung, ich nenne es Musikbeschallung, erschwert gerade für diese Menschen die Benutzung des öffentlichen Verkehrs (zusätzlich) erheblich.

    Die Benutzung jeglichen Verkehrsmitteln bedeutet aber zweifellos Teilhabe am Leben.

    Teilhabe am Leben empfinden wir grundsätzlich als Menschenrecht, dies wird aber geraden diesen Menschen absichtlich und mindestens partiell verweigert beziehungsweise so erschwert, dass es de facto unmöglich wird.


    Anbei die Antwort der SBB die durchaus einer ‚Political Correctness‘ entspricht mehr aber nicht:



    ‚Sehr geehrter Herr Heisch, sehr geehrte Teilnehmende der ‚autismusgruppe winterthur‘,


    Vielen Dank für Ihre ausführliche Rückmeldung und Ihre offenen Worte zur Musik in der Ladenpassage (= ÖFFENTLICHEN Raum) im Zürcher Hauptbahnhof. Gerne zeigen wir Ihnen unsere Überlegungen auf.


    Wir wollen im Shopville eine helle und freundliche Atmosphäre schaffen, wo man sich gerne aufhält und vor allem einkauft. Ähnlich wie in vielen anderen Einkaufszentren schafft dezente (???) Musik eine angenehme Atmosphäre. Nicht zuletzt befürworten unsere Mieter in den Ladenpassagen diese Massnahme.


    Es ist geplant, alle SBB Passagen im Shopville mit Musik zu bespielen. In gewissen älteren Abschnitten ist allerdings die Technik noch nicht soweit. Die Perrons sind ausgenommen. Dort wird die Musik nicht hörbar sein.


    In welchem Bahnhöfen dies noch umgesetzt werden soll, ist noch unklar. Dass es zur Musik im Bahnhof verschiedene Sichtweisen gibt, verstehen wir. Nicht alle Passanten und Reisende mögen dies oder sie fühlen sich dadurch sogar beeinträchtigt. Ich persönlich kann Ihren Standpunkt gut verstehen und hoffe, auf Ihr Verständnis für unsere Haltung.


    Ihre Rückmeldung ist uns wichtig! Deshalb leite ich Ihr Schreiben dem Verantwortlichen Gremium weiter. So sind auch sie im Bild, welche Bedürfnisse bestehen oder eben nicht.


    Vielen Dank, dass Sie uns die Gelegenheit für eine Antwort geben. auf bald und immer herzlich willkommen in den Bahnhöfen und Zügen.


    Freundliche Grüsse‘



    Was sagt Ihr zu diesem Schreiben?



    Anbei der Orginal-Brief der SBB als Anhang:

    In der Grossstadt WINTERTHUR tut sich was bezüglich ‚Autismusförderung‘.

    Nebst der ‚autismusgruppe winterthur‘, die es seit Jänner 2015 gibt, wird demnächst eine weitere Selbsthilfegruppe (SHG) gestartet mit dem vollständigen Titel:


    ‚Selbsthilfegruppe für Angehörigen von Asperger-Autismus betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen‘


    Es versteht sich von selbst, dass sämtliche Teilnehmenden der ‚autismusgruppe winterthur‘ dieses Projekt nur begrüssen und bedingungslos bejahen.

    Nicht zuletzt auch deshalb diese Publikation im ‚AUTISMUS FORUM SCHWEIZ‘ :thumbup::thumbup::thumbup:


    Im Flyer steht unter anderem:

    ‚Nicht nur die von Asperger-Autismus Betroffenen haben es schwierig im Leben. Auch die Angehörigen gehen einen steinigen Weg. Das Suchen nach Lösungen, nach Entlastung oder nach dem ‚richtigen‘ Weg ist sehr kräfteraubend. Redet man mit Ausersehenden über die Situation, wird man oftmals nicht verstanden. Und nicht selten versteht man die Situation ebenfalls nicht.


    Wir wollen eine Angehörigen-Gruppe gründen, welche sich regelmässig zum Erfahrungs-Austausch trifft. Wir erzählen einander, wie es uns geht und hören einander zu - und erfahren, wie hilfreich beides sein kann.

    Weiter soll durch die SHG Dir Vernetzung unter Eltern, Angehörigen und Betreuungspersonen, ich finde aber auch mit ERWACHSENEN autistischen Menschen, gefördert werden.


    Es sind monatliche Treffen geplant.


    Eine Mitarbeiterin des SelbsthilfeZentrums WINTERTHUR unterstützt, wie eigentlich immer üblich, die Gruppe in der Angangsphase.



    Kontaktdaten:

    Selbsthilfe WINTERTHUR

    Holderplatz 4

    8400 Winterthur

    052 213 80 60

    info@selbsthilfe-winterthur.ch

    Im Jahr 2019 lancierte die nationale Dachorganisation ‚Selbsthilfe Schweiz‘ ein Selbsthilfe-Mobil um die breite Bevölkerung, allseits und möglichst überall, besser auf das Selbsthilfewesen sensibilisieren zu können. Am Donnerstag den 23. Mai 2019 gastierte das Selbsthilfe-Mobil in der historischen Altstadt der Grossstadt WINTERTHUR.

    Es ist da nur logisch und völlig nachvollziehbar, dass die allermeisten Teilnehmenden der ‚autismusgruppe winterthur‘ das Mobil und den dazu gehörenden Stand interessiert besucht haben. Die Teilnehmenden ‚autismusgruppe winterthur‘ wissen freilich was sie dem SelbsthilfeZentrum WINTERTHUR zu verdanken haben. Dank dem SelbsthilfeZentrum WINTERTHUR haben wir eine gemütliche eingerichtete Lokalität um unsere Treffen, die ja bekanntlich alle 14 Tage jeweils an einem Mittwochabend stattfinden, abzuhalten.

    Dank dem Selbsthilfewesen haben erwachsene autistische Menschen überhaupt die Chance sich in einer Atmosphäre ohne Konsumzwang und mit der nötigen Ruhe und Reizarmut untereinander begegnen zu können.

    Gerade Organisationen und Institutionen die nur irgendetwas mit Autismus zu tun haben, sollten sich tunlichst dankbarer zeigen, dass es überhaupt die ‚Selbsthilfe Schweiz‘ mit all ihren Selbsthilfezentren gibt.

    Man sollte das Selbsthilfewesen und allgemein die Idee ‚Selbsthilfe‘ bewusster estimieren, zumal die Selbsthilfe die Gesundheitskosten signifikant zu senken vermag.

    Ferner ist der Sinn der Selbsthilfe nicht als quasi ‚Konkurrenz‘ zur institutionalisierten Hilfe angedacht, sondern, natürlich, als deren Ergänzung.

    Anlässlich der Feierlichkeiten zum Jubiläum 25 Jahre ‚Selbsthilfe Winterthur‘ konnte ich, in einer Vorstellungsrunde, die ‚autismusgruppe winterthur‘ kurz aber ausreichend aufzeichnen. Beispielsweise wie kam es zur ‚autismusgruppe winterthur‘, was war meine Motivation eine derartige Selbsthilfegruppe überhaupt zu gründen. Was macht diese Gruppe, welche Projekte verfolgen wir.

    Für mich auch, zweifellos, eine grosse Ehre, weil da Stadträte, Gemeinderäte und eine ehemalige Nationalrätin, natürlich aus der Stadt WINTERTHUR, anwesend waren.

    Autismus muss zu einem öffentlichen Thema werden, da sind wir uns wohl alle einig, an diesem Anlass ist man, mindestens in der Region Winterthur, sicherlich ein Stückchen weitergekommen.

    Bücherausstellung


    Die ‚autismusgruppe winterthur‘ hat auch auf den ‚World Autism Awareness Day‘ 2019 eine Bücherausstellung natürlich zur Thematik, nicht Problematik, ‚Autismus‘ in der Stadtbibliothek Winterthur ERFOLGREICH erwirkt.

    Die ‚autismusgruppe winterthur‘ ist höchstwahrscheinlich die aktivste und initiativste Autismus-Selbsthilfegruppe für erwachsene autistische Menschen hier zu Lande.

    Wir treffen uns alle 14 Tage jeweils an einem Mittwochabend im SelbsthilfeZentrum Winterthur oben im 2. Stock.

    Auf dem offiziellen Papier ist es freilich obsolet aber eben in der alltäglichen Praxis (noch) nicht und auf das kommt‘s letztendlich ja an.


    Den Artikel 8 BV kenne ich ebenfalls aber auch da, es kommt oftmals nicht bis in den Alltag hinüber.


    Mir geht es auch nicht darum das eine gegen das andere quasi ‚auszuspielen‘, sondern viel mehr um die Ausgewogenheit gegenüber ALLER Andersartigkeiten, endlich einmal, durchzusetzen.

    Wer da behauptet, ich tue gegenseitig ‚ausspielen‘, versteht mein Statement dazu nicht richtig.

    Wenn es sich um Förderung von Menschen mit einem möglichst exotischen Migrationshintergrund gehandelt hätte, hätte man in diesem kosmopolitischen Zürich sicherlich sogar sehr viel Geld zusätzlich gesprochen, aber eben die Andersartigkeit von autistischen Menschen findet kein Gehör bei diesen verantwortlichen ‚Tolerantitis‘-Gutmenschen.

    Eben es fehlt auch da wieder an der so manchmal zitierten Ausgewogenheit.

    Meine Meinung nach ist die autistische Andersartigkeit eine völlig gleichberechtigte Andersartigkeit, die es tunlichst zu schützen und gegebenenfalls auch zu fördern ist.

    Mir kommt es vor in Zürich gäbe es ein Zweierlei von Andersartigkeiten.

    In aller Selbstverständlichkeit wird im 21. Jahrhundert immer noch vom ‚Störungsbegriff‘ Autismus gesprochen. Autismus wird immer noch grundsätzlich als eine Problematik statt Thematik angesehen. Leistungen autistischer Menschen werden leider zu oftmals ins Despektierliche gezogen (zB. ‚Kalenderidiot‘).
    Wer gibt den ‚Mainstream-Menschen‘ überhaupt das ‚Recht‘ so über etwas andersartigen Menschen herzuziehen ???
    Eine Arroganz zum Kotzen finde ich.
    Die gleichen Zeitgenossen plädieren aber für eine ‚Toleranz‘ für andere Lebensweisen, selbst wenn ein Weib schwere Einkaufstachen 10m zurückgesetz und zurückgestuft dem stolzen Herr hinterher schleppen muss..
    (Zitat Alice Schwarzer)
    Für den Ausdruck ‚Weib‘ entschuldige ich mich persönlich aber in diesen Kreisen wird nun halt eine Dame als ‚Weib‘ bezeichnet.
    Die Frage stellt sich da ganz banal, was ist wirklich ‚gestörter‘ etwas autistische zu sein oder Frauen derartige und freilich systematisch zu unterdrücken ??? . . .
    Ist nur eine Frage. . .

    In Sachen Schulen bin ich nicht versiert aber ein wichtiger Tip kann ich Dir aber geben:
    Kinder mit ASS sollten tunlichst keine anthroprosophische Rudolf Steiner Schule besuchen, diese Schuleinrichtungen sind konservativ, verstockt, rassistisch (arische Wurzelrasse) und reaktionär im Denken und Handeln.
    Habe selbst sehr negative Erfahrungen diesbezüglich machen müssen. Passt ganz und gar nicht in die Landschaft einer modernen und progressiven Pädagogik und Heilpädagogik.

    Kürzlich wurden Heimverantwortliche vom Landgericht Düsseldorf zu Haftstrafen verurteilt.
    Der Grund hierfür war offenbar eine ‚neue Therapie-Methode durch Festhalten und Essensentzug.
    Derartiges kann und darf nicht nur, lapidar, mit der Überforderung des Heimpersonals erklärt oder gar ‚rechtfertigt‘ werden. Punkt.
    No go bleibt no go!
    Die Erläuterungen des Staatsanwalts kann ich voll und ganz folgen, ohne jegliches wenn und aber.


    Der Grund dieser Publikation ist die Sensiblisierung über die Andersartigkeit autistischer Menschen, weil Autismus grundsätzlich als Thematik und NICHT als Problematik zu betrachten ist.
    Weiter möchte ich da klar festhalten, dass nicht nur Autismus, sondern, ganz klar, auch andere Verhaltensauffälligkeiten durchaus herausfordernd sein können.
    Ferner stört es mich sehr, dass Autismus ständig und andauernd mit dem ‚Störungsbegriff‘ gekoppelt wird. Autistsche Verhaltensweisen können freilich auch einen Gewinn
    für unsere (ehrenwerte) Gesellschaft sein.
    Ausgewogene Toleranz heisst, ganz klar, nicht nur Kulturen und Eigenschaften die basierend einer geographischen Herkunft herrühren, sondern auch für die autistischen Eigenschaften zu leben.
    Das autistische Spektrum ist vielseitig und mannigfaltig und so zweifellos eine Bereicherung für die Menschheit.



    Was sagt Ihr dazu?
    Eure Kommentare würde mich sehr interessieren.



    Auf jegliche andere Andersartigkeiten und Bedürfnisse (zB. Islamischer Glauben ‚Halal‘) nehmen die Grossverteiler freilich sehr Rücksicht. Nur für autistische Menschen sollte dies nicht möglich sein (?!?!)
    Derartiges kann ich absolut nicht verstehen, wieder ein Beleg, dass es an der Ausgewogenheit und Sensibilisierung fehlt.

    Immer wieder wird öffentlich zelebriert, man solle zu allem Menschen und Kulturen tolerant sein, was ich so, als demokratisch denkender Mensch klar auch bejahen kann.
    Nur hat gerade hier in der Schweiz die ganze Sache einen, nicht kleinen Haken.
    Man hat hier ein gültiges Antirassismusgesetz, juristisch eine Strafnorm, währenddessen weiterhin beeinträchtigte Mitmenschen weiterhin diskriminiert, stigmatisiert und gemobbt werden ‚dürfen‘ ohne jegliche rechtliche Konsequenzen.
    Derartiges ist für einen Rechtsstaat wie wir einen sind absolut unwürdig !!!
    Da fehlt schicht und ergreifend die so viel zitierte Ausgewogenheit.
    Beispielweise werden hier nur Kulturen toleriert und akzeptiert die einen kausalen Zusammenhang zur geographischen und/oder religiösen Herkunft haben,. Wie sieht es beispielsweise mit der ‚autistischen Kultur‘ bzw. Andersartigkeit aus? Fragezeichen.
    Im Jahre 2012 hat unser werte Ständerat befunden, es brauche da keine konkrete Strafnorm. Das ist im Sinne einer Ausgeglichenheit absolut nicht und in keinster Art und Weise vernünftig nachvollziehbar.
    Da benutzt dieser Ständerat offensichtlich zwei Ellenmasse.
    Klar gibt es den Artikel 8 in unserer neuen Bundesverfassung. Dieser ist aber sehr allgemein abgefasst und gehört in die ‚Pflichlektüre‘ des Grundgesetzes eines jeden nur einigermassen demokratischen Staates.
    In alltäglichen Praxis braucht es aber auch diesbezügliche klare Gesetze, Verordnungen und Reglemente.

    Wahrscheinlich ist es kaum ein Zufall, dass die 16jährige Schwedische Schülerin Greta Thunberg ausgerechnet eine Autismus-Diagnose hat.
    Durch ihr Asperger-Syndrom lässt sich auch erklären, weshalb sie sich so derartig aufrichtig, rigide und vor allem auch im eigenen Tun konsequent für den Klimaschutz einsetzt.
    Da kann ich nur sagen Chapeaux !!!
    Sie redet nicht nur bloss, sondern handelt auch entsprechend, selbst auch dann, wenn es ganz und gar nicht der bequemste Weg ist. Beispielsweise die weite Anreise nach Davos per Bahn, das Übernachten im
    Zelt bei klirrender Kälte.


    Dem WEF-Gründer Dr. Klaus Schwab entbiete ich ein grosses Dankeschön, dass er die fortschrittliche Weitsicht hat, diese engagierte Schülerin aus Schweden in ‚sein‘ Forum einzuladen.
    Wir in der ‚autismusgruppe winterthur‘ und auch ich können dazu nur sagen, ein echtes ‚Autism Power‘ !!!

    Es bleibt da sehr zu hoffen, dass hierdurch künftig und dauerhaft die Thematik ‚Asperger-Syndrom‘ und ‚Autismus‘, endlich einmal, adäquat in den öffentlichen Fokus rücken wird. Auch hier in der Schweiz !!!


    Alle ASS-betroffenen Menschen und auch deren Angehörigen sollten eigentlich Greta Thunberg sehr dankbar sein.