Posts by EvilAngel

    Hallo


    ich kann mich sehr gut darin wiederfinden. Ich glaube, es liegt daran, dass man als AutistIn viel emotionale Empathie besitzt. Man verschmilzt sozusagen mit dem anderen Menschen, eigentlich vergleichbar mit dem Verschmelzungs- oder Vertieft-Sein-Zustand in der Kindheit, den du beschreibst mit dem Unterschied, dass man in Beziehungen sich selbst 'verlieren' kann. Ich kann dir dazu die Bücher von Henry Markram empfehlen, wenn du sie nicht schon kennst ('Intense World Theory'). Als Erwachsener maskiert und kompensiert man dann nach und nach sein Verhalten. Ich bin mich am Wiederfinden, seit ich mit dem Aspergerthema beschäftige. Einen Platz zu finden, ist sehr schwierig, ich stecke ebenfalls in diesem Prozess. Oft möchte ich die grosse Sensibilität ebenfalls einfach 'weghaben', es ist sehr anstrengend, auslaugend. Im Grunde aber möchte ich sie nicht missen, sie ist unter günstigen Umständen (die Orte der Kreativität, dort wo du aufblühst), so wie Greta Thunberg sagt, eine 'Superpower'. Ich wünsche dir viel Kraft.

    Ja das ist eben der Trugschluss von wegen "Autisten hätten keine Empathie", das kann manchmal sehr verwirrend sein.. Ich habe mich eben auch immer gefragt ob das auch bei anderen Menschen so ist mit dem Verschmelzen. Bei Neurotypischen ist mir das nämlich nie wirklich aufgefallen und ich denke schon, dass ich sowas merken würde. Ich denke auch, dass es auf eine grosse Sensibilität zurückzuführen ist. Ich gehöre sowieso auch zu den Hochsensiblen. Jedenfalls vielen Dank für die Antwort und die Buchempfehlung:thumbup:

    Also ich habe sehr viel schleches über Autism Speaks gehört. Die Betroffenen selbst haben da ja nicht mal ne eigene Stimme. Das macht meines erachtens nach keinen Sinn. Ich würde diese Organisation nicht unterstützen.

    Mir ist gerade etwas eingefallen, weil ich häufig darüber nachdenke wieso ich mittlerweile so bin und so denke. Denn wie ich mich seit ewiger Zeit durch das Leben und die Gesellschaft schlage, gefällt mir überhaupt nicht. Ich nehme viele Dinge sehr bewusst wahr. Meines erachtens nach viel zu bewusst.. Damit ist gemeint, dass wenn ich in Interaktion mit anderen Menschen stehe, ich viel zu "klarsichtig" bin. Ich bin dann so sehr in dieser Interaktion verwickelt, dass ich mich komplett selbst in anderen Menschen verliere. Ich fühle mich nicht mehr wie ein Individuum, sondern Teil des anderen Menschen. Ich «sehe» dann auch zu viele Dinge und zu viele Details. Meine Aufmerksamkeit ist dann zu 100% bei den anderen Menschen.


    Ich bin halt auch Asperger-Betroffene logischerweise und als Kind, besonders als Kleinkind, war ich eben typisch autistisch. Ich habe in meiner eigenen Welt gelebt, habe sehr viel später angefangen richtig zu sprechen und habe auf meine Umwelt nicht reagiert. Ich war so vertieft in meinem eigenen «sein», dass ich andere Menschen nicht beachtet oder gehört habe. Dementsprechend wurde ich (wahrscheinlich) dazu gezwungen dieses autistische Verhalten zu beenden. Und da ich ein Mensch bin der häufig nicht in der Lage ist die Mitte zu finden, tendiere ich dann zum anderen Extrem.


    Ich muss sagen, für mich ist das eine riesen Belastung und ich bin überhaupt nicht glücklich mit dieser Veranlagung. Schliesslich stecke ich immer noch in dieser Rolle fest, die eigentlich nur gespielt ist damit die anderen glücklich sind. Es ist sehr schwierig authentisch zu bleiben und sich selbst zu sein wenn man sich im Gegenüber verliert. Es gibt zu viele Dinge und Informationen die ich aufnehme und irgendwie nicht so schnell verarbeiten kann. Daher machen mir zwischenmenschliche Kontakte häufig auch heute noch überhaupt keinen Spass. Es ist gegen meine Natur. Mittlerweile bin ich erwachsen und ich wünsche mir häufig, dass ich zurück in dieses autistische Verhalten gehen könnte. Aber ich habe konstant angst was andere über mich denken, da es ja scheinbar nicht gedulded ist. Ausserdem bin ich ein sehr kreativer und enthusiastischer Mensch und «dort» kann ich erst richtig aufblühen. Und so wie jetzt kann ich meine Ressourcen nie voll ausschöpfen und meine gesamte Lebensenergie geht für andere Menschen drauf..


    Was denkt ihr dazu? Kann sich darin jemand wiederfinden?

    Hallo


    Der verzicht auf Casein und Gluten ist schon mal ein sehr guter Schritt, da ich als Aspie auch Probleme damit habe, sowie vermutlich der Grossteil der Betroffen auch.
    Ich empfehle zusätzlich Flohsamenschalen als gute Ballasstoffquelle, welches wunder wirken kann. Zusätzlich kann die Aminosäure L-Glutaminsäure welche man in Apotheken kaufen kann, extrem Unterstützend sein. Da diese Substanz für den aufbau der Darmschleimhaut unerlässlich ist. Zusätzlich ist sie die Vorstufe vom Neurotransmitter GABA(γ-Aminobuttersäure), welcher Angstlösend wirkt und bei Asperger seeehr von nutzen ist. Ich spreche aus Erfahrung! Dann gibt es noch einige Heilpfanzen und Gewürze wie Kurkuma und Zimt, weche Entzündungshemmend und regulierend wirken. Auf die Kohlenhydrat-bzw. Zuckerzufuhr ist ebenfalls zu achten. Denn zu viel Zucker begünstigt das Wachstum von schlechten Bakterien(auch im Darm) und Candida(Hefepilz-Infektion). Candida kann viele Verdauungsstörungen mit sich bringen und dazu noch eine verminderte Aufnahme von Nährstoffen im Darm. Auf Antibiotika sollte man ebenfalls im Ideafall gänzlich verzichten.


    Liebe Grüsse
    EvilAngel:)

    Das kommt mir jetzt ein bisschen strange rüber.. War es wirklich Autismus? Auch kein Asperger-Syndrom oder sonst eine andere Bezeichnung?


    Vllt hat diese Ärztin einfach etwas gesucht, womit sie dich schnell und einfach diagnostizieren kann. Irgendjemand bezahlt diese Frau ja und das heisst noch lange nicht dass alle Ärzte ihre Arbeit richtig machen. Ich empfinde gar das gegenteil. Vielleicht hat sie es ja auch mit ADHS verwechselt^^


    Aber wenn du tatsächlich Autistin bist, dann brauchst du dir keine Sorgen zu machen von wegen "Krankheit". Denn es ist keine. Du bleibst immer noch derselbe Mensch. Mit oder ohne Diagnose. Wenn du nicht möchtest dass dein Leben sich ändert, dann wird dies auch nicht geschehen. Pass einfach auf, dass dir nicht unnötig Medikamente untergejubelt werden.
    Ansonsten findet man immer Wege mit dem "Anders-Sein" leben zu lernen.

    Also ich habe es mittlerweile aufgegeben anderen zu erzählen dass ich ASS habe. Es bringt nichts.


    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sehr viele (zu viele) Menschen das nicht verstehen können. Sie wissen nicht was das ist oder was das heissen soll. Sie kennen "Autismus", aber "Asperger" nicht und würden mir das ohnehin nie abkaufen. Ich kann mich auch daran erinnern, dass ich es vor ein paar Jahren schon mal Freunden erzählt habe als es mir sehr schlecht ging.. darauf sagten sie nur "ach du hast doch gar nichts..". und das war genauso schlimm, wie wenn mich jemand deswegen fertig machen würde, weil sie mir entweder nichts geglaubt haben oder mich nicht ernst genommen haben.
    Ich habe auch bestimmten Personen bestimmte Probleme genau erklärt, da es bezüglich bestimmten Situationen sehr wichtig war.. aber sie schienen es nicht ernst genommen zu haben oder vergassen es. Das verursachte natürlich Probleme... Obwohl sie einfach nur meine Probleme hätten ernst nehmen können.


    Und Jemandem der Job zu kündigen augfrund einer Behinderung oder gar dem Asperger-Syndrom welcher aber normal arbeiten konnte... finde ich dermassen lächerlich 8| .. solche Menschen sollte man einsperren :D


    Aber ein Tipp von mir ist: Vielleicht könnte man versuchen die Bezeichnung AS oder Autismus wegzulassen. Oder auch gar nicht erst erwähnen dass man ein Syndrom mit einem Namen hat. Sondern einfach sagen was einem Probleme bereitet. Immerhin gehört es zur eigener Person und so ist man nun mal. Denn wenn es wirklich wichtig ist es mitzuteilen, geht es doch meist nur um bestimmte Schwierikeiten mit bestimmten Menschen... da muss man nicht gleich alles offenbaren. Dieses Syndrom begreifen die meisten sowieso nicht. Da hilft auch die Bezeichnung nichts.

    Ich wünsche mir mehr Menschen die wahre Freundschaft verstehen und dass mehr Menschen in diesem Land ein höheres Bewusstsein erlangen und auch schon in jungen Jahren über relevante Themen im Leben sprechen können. Auch wünsche ich mir dass Menschen offener werden (besonders in der Schweiz) damit man mit allen offen umgehen kann, ohne dass man andere missversteht oder verurteilt.

    Hallo:)


    Also ich konnte in den letzten Jahren in denen ich regelmässig bzw. wöchentlich auf Partys usw getrunken habe, ausgiebig beobachten wie genau sich meine denkweise verändert. Bei mir ist es so, dass ich auf jedenfall besser und flüssiger mit Menschen reden kann. Es funktioniert "normal" und einwandfrei. Ich kann auch meine Gedanken sehr viel besser in Worte fassen und könnte sehr lange mit Menschen auch über Wissenschaftiche Themen reden. Ich bringe es auch immer genau auf den Punkt.
    Ich erkläre mir das so, dass sich meine Wahrnehmung verschlechtert und somit werde ich von anderen Dingen nicht ununterbrochen abgelenkt. Auch von diversen Gedanken werde ich nicht abgelenkt und meinen Gefühlen die extrem viel Einfuss auf mein Verhalten haben. In Gesprächen kann ich nämlich sehr schnell abschweifen oder verliere den Faden. Mit Alkohol passiert mir das so gut wie gar nicht. Ich komme mir dann auch vom verhalten her sehr normal vor und kann Entscheidungen viel schneller treffen.
    Mir kam es auch lustigerweise immer so vor, als wären die meisten NT's die ich kenne in ihrem normalzustand immer leicht angetrunken, da sie sich so verhalten wie ich, wenn ich getrunken habe. :D


    Aber denke das ist auf jedenfall nicht bei jedem Asperger so. Hatte nämlich auch schon andere Erfahrungen mit einer Person mit Asperger die getrunke hat und danach fast nicht mehr richtig reden konnte und richtig "strange" wurde. Für mich war das eine schreckliche Erfahrung, das von aussen mit ansehen zu müssen.^^ Danach wollte keiner mehr mit ihm reden :/