Kurz zu Erfahrungen, die wir gemacht haben:
Bei uns waren die Eltern von Anfang an informiert über die "Spezialitäten" unseres Sohnes. Es half nicht sehr. Von einer Mutter musste ich sogar hören: "das geht mich doch nichts an, ich muss mich damit nicht auseinandersetzen, interessiert mich nicht...". Mehrheitlich hat auch das Wissen über die Besonderheiten nicht unbedingt zum besseren Verständnis beigetragen. Man sieht dem Kind ja nichts an, es verhält sich nicht so, wie man es erwartet, oft sind es immer dieselben Punkte: es hat kein Benehmen, es ist laut und distanzlos, kann nicht warten, ist egoistisch etc. Das allerschlimmste ist auch bei uns das Verhalten, was ihr auch kennt: Unverblümt die Dinge beim Namen zu nennen, ohne Rücksicht, Schimpfwörter, Fäkalsprache und so weiter. Aber ich habe gelernt, dass ein AS Kind das sagt, was Sache ist, es versteht nicht, warum es etwas "schönreden" soll, denn es ist wie es ist.
Unser Sohn lehnt eine Information über AS in seinem Beisein vehement ab, momentan will er überhaupt nichts hören von Autismus. Er will einfach nur so sein wie alle anderen, auch wenn ihm mit 9 Jahren jetzt immer mehr bewusst wird, dass mit ihm etwas "anders" läuft. Aber ich lasse ihn gewähren, Verständnis erwarte ich im Moment vorallem von den Erwachsenen. Wie schon gesagt, die Kinder untereinander kommen meist gut klar, die Eltern/Erwachsenen haben Probleme, wenn etwas nicht nach ihren Vorstellungen läuft.
Nebenbei empfehle ich ein äusserst einfach zu verstehendes Buch, das mir sehr, sehr hilft, Situationen zu verstehen und Hilfe anzubieten: "Kinder mit Asperger einfühlsam erziehen". Es ist nicht ein Buch, das man einfach durchlesen muss, sondern man kann nachschlagen zu verschiedenen Themen, Auffälligkeiten etc.
Sogar die Schule hat dieses Buch in die Schulbibliothek aufgenommen!
liebe grüsse
kilian02