Irgendwie war Philippos, mein zweiter Sohn, anders als mein erster. Er reagierte nie auf seinen Namen, aber schien ein zufriedenes Baby zu sein. Am liebsten wollte er mit dem Tragetuch getragen werden. Ich dachte oft an meine Schwangerschaft, ob das Mittel gegen der Übelkeit (Protonenhemmer), das mir schon ab der neuen Schwangerschaftswoche verschrieben wurde, seinen Beitrag geleistet hat. Oder war es die leichte Plazentalösung vor der Geburt?
Als er mit zwei Jahren den beginnenden Spracherwerb plötzlich komplett verlor, begannen wir stutzing zu werden. Die Kommunikation zu ihm war schwierieg und der Kindergarten hat uns darauf hingewiesen, dass das Kind in eine Integrationsgruppe gehen sollte, um besser gefördert zu werden.
In der Integrationsgruppe begann das Kind mit viel Liebe, Geduld und Kompetenz aufzublühen.
Als die Diagnose Austismus kam, war es uns klar warum er anders war.
Die intensiven Therapien in Form von Ergo- Logo- und Musiktherapie haben mit drei Jahren begonnen. Wir hatten das Glück von unserem Kinderarzt ein kompetentes Team empfohlen zu bekommen. Wir haben auch das Glück, dass wir in der Großstadt und nicht im Land wohnen, da das Therapieangebot in der Stadt sehr groß ist.
Um seine Hyperaktivität zu dämpfen sind wir auf die Idee gekommen, das heilpädagogische Voltigieren kennenzulernen.
Die Arbeit vom Verein Pferde Stärken und die Kompetenz vom Team hat uns sehr überzeugt. Philippos entwickelt sich prächtig und begann mit sieben die ersten Sätze zu sagen. Er reitet am liebsten auf Nawajo. Wir sind überzeugt, dass er durch die Therapie am Pferd ruhiger und konzentrierter geworden ist.
Obwohl wir keine Prognosen machen können, sind wir optimistisch. Mit seinen achteinhalb Jahren beginnt er jetzt zu kommunizieren und Kinder zum Spielen auffordern. Jeder Tag ist anders, mit seinen Höhen und Tiefen. Und er kann vor allem seine Freude zeigen. Aber wir bekommen tolle Unterstützung von der Autistenhilfe Wien, die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen und gleichzeitig seine Lehrerinnen unterstützen.
Philippos besucht eine Integrationsschule und beginnt zu lesen und schreiben.
Am Abend schläft er am besten mit seiner schweren Decke. So kann er nach vielen Jahren endlich tief schlafen. Zur Entspannung braucht er seine mathematische Übungen, wo er vor dem Einschlafen am liebsten komplizierte Divisionen und Multiplikationen macht.
Ich bin auf meine Kinder, so unterschiedlich sie sind, sehr stolz!