Posts by Pinguin

    https://www.autismus.ch/adress…fegruppen-3/eltern-3.html


    https://www.autismus.ch/adress…3/selbstbetroffene-3.html


    Schau mal da.


    Ansonsten in akuten Kriesen hilft erst einmal Druck rausnehmen. Also wenns Probleme in der Schule gibt z.B. erst mal krankschreiben und dann nach Lösungen suchen.

    Als Idee vielleicht: in Bern ist Homeschooling erlaubt. Hat mehrere Familien, die ihre Kinder mit ASS-Diagnosen zu Hause unterrichten und gut damit fahren.

    Hallo zusammen
    Möchte ein sehr positives Erlebnis mit euch teilen :-) meine beiden älteren Kinder bewegen sich beide irgendwo zwischen Asperger und Hochsensibel. Neue Situationen und Menschen, grössere Gruppen, laute Umgebungen usw. stressen sie immer. Unter anderem deswegen besuchen sie auch keine Schule sondern werden zu Hause unterrichtet. So läuft es im Alltag eigentlich super. Was aber natürlich fehlt, ist der Austausch mit anderen Kinder. Deswegen suche ich nun schon länger nach passenden Hobbys für die Kids. Die Grosse (6.5) hat zwar bei einigen Sachen brav mitgemacht (Tanzen, Reiten). Aber nur nach langem Überreden von meiner Seite, was ich auch nicht wirklich gut finde. Es soll ihnen ja Spass machen. Unsere Sohn (5) hat sich jeweils komplett geweigert auch nur ansatzweise mitzumachen.
    Nun waren wir zwei Mal Schachspielen. Und obwohl es auch ab und zu laut war, hat es beiden gefallen! :-) sie haben mitgemacht, Tochter hat mit dem Lehrer und anderen Kinder gesprochen, Sohn immerhin durch Nicken oder Kopfschütteln geantwortet, beide haben erste Spielversuche gegen andere Kinder gemacht, ich konnte am Rand des Zimmers sitzen (sonst musste der Sohn eigentlich ständig auf meinem Schoss sitzen) - und vor allem haben beide gelacht, Spass gehabt und gesagt, sie möchten weiterhin gehen.
    Bin gespannt, wies weitergeht. Dachte ich teile hier diese Erfahrung, vielleicht ist es ja auch eine Idee für jemand anders hier.
    Lieber Gruss

    Mein Sohn (5) neigt auch zum Weglaufen, jedoch vor allem, wenn er etwas Schönes sieht (Spielzeug im Supermarkt usw.). Immerhin versteckt er sich nicht oft. Habe auch schon die einte oder andere Suchaktion hinter mir. Ich habe das als Kind auch sehr oft gemacht und es wurde mit dem Älterwerden eher mehr... Wir überlegen uns nun unserem Sohn eine Uhr mit GPS-Sender zu kaufen. Wäre ja vieleicht auch etwas für euch?

    Hallo Jessy
    Das ist sehr hart und traurig, wenn man immer wieder zusehen muss, wie das eigene Kind zurückgewiesen wird...
    Schau doch mal, ob es in deiner Nähe ein passendes Freizeitangebot gibt. Du könntest bei der Pfadi sowieso (für behinderte und nicht behinderte Kinder) nachsehen oder bei plussport.
    Und/oder du gehts zu Elterntreffen und lernst andere betroffene Eltern kennen und je nachdem können sich die Kinder dann auch kennenlernen?
    Weiss jetzt nicht, wo du wohnst, aber in Badem gibt es z.B. das Elterntreff Karusell (https://www.karussell-baden.ch…ieller-interessengruppen/). Da gibts unterschiedliche Angebote, z.T. mit Kinder.
    Liebe Grüsse

    Hallo Marcel


    Habt ihr schon eine Behandlung mit Lachgas schon probiert? Für mich macht es Zahnarztbesuche erträglicher. Es gibt mittlerweile einige Zahnärzte, die das anbieten. Ich habe meinen damals so gefunden, dass ich nach einem Zahnarzt gesucht habe, der auch Angstpatienten behandelt.


    Liebe Grüsse

    Wenn du der grossen Schwester den Begriff Autismus allgemein erklären möchtest, gibt es schöne Bilderbücher dazu.


    Je nachdem ist es aber mit fünf noch schwer einen solch komplexen Begriff richtig zu verstehen und dann noch den Zusammenhang zum Geschwisterchen zu sehen. Denke ich würde eher versuchen, die 'die Schwester zu erklären'. Also zusammen mit der Grossen überlegen, welche Verhaltensweisen sie komisch findet oder nicht versteht und diese dann erklären. Und dann ihr vor allem aufzeigen, wie sie damit umgehen kann. In etwa so: 'Du hast doch sicher gemerkt, dass deine Schwester manchmal Dinge anders macht als du oder andere Kinder. Das ist so, weil sie Autismus hat. z.B. stellt sie doch ganz oft die gleiche Frage. Sie macht das weil.... (ihr etwas Angst macht und sie versucht es zu verstehen/gerne mit dir reden möchte und nicht weiss worüber...). Wenn es dich nervt kannst du... (zu mir kommen/in dein Zimmer gehen....).
    Oder ihr ist es sehr wichtig, dass immer alles am gleichen Ort ist, weil sie sonst im Kopf immer wieder alles neu ordnen und verstehen lernen muss.
    Oder wenn wir Musik hören, ist es für sie viel lauter und es tut ihr in den Ohren weh. Deswegen schreit sie dann so. Du kannst mit Kopfhörer Musik hören/ die Tür zu deinem Zimmer zumachen/ ich gebe deiner Schwester einen Gehörschutz....
    Und so weiter.
    Positive Eigenschaften würde ich aber auch versuchen herauszuheben. z.B. können viele Kinder in dem Alter noch gar nicht gut sprechen.


    Auch würde ich ihr sagen, dass du weisst, dass es für sie anstrengend ist und sie es toll macht mit ihrer Schwester.

    Hallo Alexis72


    Aufforderungen haben doch immer irgendeine Art von Erwartungen dahinter. Das finde ich grundsätzlich schwierig. Denn werden diese Erwartungen dann nicht erfüllt, ist man enttäuscht und das merkt auch das Gegenüber. Und so entstehen eher ungute Gefühle und Unzufriedenheit, auf beiden Seiten. Daher finde ich persönlich, Aufforderungen im Sinne von 'komm doch mit an die Fasnacht' nicht unbedingt produktiv.
    Was es aber meiner Meinung nach oft braucht, sind Möglichkeiten teilzunehmen. Also viel mehr Angebote als Aufforderungen. Wir waren z.B. mit unserem Sohn an der Chilbi. Er fand das Karussell super, wollte aber auf keinen Fall draufsteigen. Es war ihm auch viel zu laut. Wir standen also längere Zeit einfach daneben. Hätten wir ihn aufgefordert draufzusteigen (fahr doch auch ein Mal mit, das macht sicher Spass o.ä.), wäre er sehr wahrscheinlich wütend geworden und/oder hätte geweint. Und das Ganze wäre für ihn in schlechter Erinnerung geblieben. Stattdessen habe ich ihn gefragt, ob er mitfahren wolle, ohne eine bestimmte Antwort zu erwarten. Als er nein sagte, habe ich es dabei belassen und dann etwas später nochmals gefragt. Da er immer noch nicht wollte, war es ok. Er fand es toll, der Musik zu zuhören und erzählt jetzt immer noch gerne davon. Er ist natürlich noch ein Kind und es ist nicht ganz das Gleiche bei einem erwachsenen Menschen.


    Jedoch trifft es auch für mich zu, dass ich Einladungen oder Angeboten eher folgen kann, als Aufforderungen. Ein Freund hat mich z.B. mehrmals aufgefordert an Treffen mit seinen Freunden teilzunehmen. Grundsätzlich habe ich mich sehr gefreut, dass ich auch teilnehmen durfte, doch war ich mit der Situation überfordert.(Es fällt mir schwer neue Menschen kennenzulernen. Das Ganze dann noch an einem unbekannten Ort, ohne klare Rahmenbedingungen, kurzfristig ('einige von uns treffen sich irgendwann heute Abend, komm doch auch), war für mich zu viel.) Einige Male habe ich versucht für mich etwas Klarheit rein zu bringen und bestimmte Dinge nachgefragt (z.B. wo das Treffen sein wird, was man machen wird, wer genau da sein wird usw.). Jedoch war das oft noch gar nicht klar und so hat es eigentlich nie geklappt, dass ich teilgenommen hätte. Das wiederum hat dann zu Enttäuschungen auf beiden Seiten geführt. Ich fühlte mich als Versagerin, weil ich es wieder mal nicht geschafft habe, normal zu sein und einfach ungezwungen neue Menschen zu treffen, mein Freund war enttäuscht, dass ich nicht dabei war.


    Was ich damit sagen will ist: frag ruhig deinen Bruder immer wieder, ob er mit dir irgendwohin gehen möchte usw. Aber erwarte keine bestimmte Antwort von ihm. Und wenn er nein sagt, frag ihn ab und zu warum. Vielleicht gibt es gewisse Dinge, die man ändern kann und es ihm leichter machen, etwas auszuprobieren. Eben z.B. mit der Fasnacht: vorher fragen, ob er mit will. Wenn nein, warum?, ist es ihm zu laut, fragen, ob er einen Gehörschutz mitnehmen will usw. Solche Fragen/Gespräche funktionieren bei mir aber immer nur im Vornherein, also nicht direkt in der Situation. (Warum willst du nicht aus dem Hausflur kommen? Könnte ich dann wohl eher weniger beantworten, wenn dann eher hinterher.) In der Situation selber, helfen mir öfters gemachte Angebote. Also eben z.B. mehrmals fragen, willst du auch zuschauen kommen? Oder auch willst du jetzt lieber nach Hause?

    Für mich war es dann einfacher einige Personen aus der genannten Gruppe zu treffen, als die Rahmenbedingungen klarer waren. Ein oder zwei hatte ich bereits kurz einzeln getroffen (das ist auch schon einfacher, als eine ganze Gruppe). Dann gab es ein Fest, wo ich auch eingeladen war und ich dann eben noch einige andere getroffen habe. Da war klar, wozu man sich trifft, wo das sein wird, wann es anfängt, was man da macht usw. Auch da war das Prinzip 'neue Menschen kennenlernen' für mich sehr anstrengend und herausfordernd, aber der Rahmen war so, dass ich es zulassen konnte.

    Hallo
    Auf der angegeben Webseite sind schon viele gute Infos. Grundsätzlich ist es so, dass du als Deutsche ohne grosse Auflagen in die Schweiz kommen kannst. Wenn du hier bist, musst du eine Aufenthaltsbewilligung beantragen. Und die gibts dann, wenn du eine Arbeitsstelle hast oder sonst nachweisen kannst, dass du finanziell für dich sorgen kannst.
    Hier hats noch weitere Infos dazu.


    https://www.ch.ch/de/aufenthal…icht-antrag-verlangerung/


    Zu bedenken wäre einfach, dass die Lebenshaltungskosten und auch die Kosten für eine Ausbildung ziemlich hoch sind.



    Liebe Grüsse

    Liebe Sonnenregen
    Also ich bin selber Aspergerautistin, kann also nur aus dieser Sichtweise antworten.
    Für mich persönlich erschliesst sich nicht ganz warum du mit deinem Freund darüber noch reden musst. Ihm vielleicht auch nicht? Ihr habt darüber geredet und beschlossen weiterzumachen. Wieder darüber reden ist für ihn vor allem peinlich. Ich weiss manche Menschen wollen immer wieder über das Gleiche reden und verarbeiten so Dinge. Das könnte aber in dieser Situation schwierig sein, da es ja für ihn mit darüber reden nur schlimmer wird.
    Wenn du noch konkrete Fragen an ihn hast, würde ich ihm diese stellen oder evtl schreiben. Z.B. sagen, dass du ihn liebst und ihm verziehen hast, aber noch gewisse Punkte klären musst, um das für dich abschliessen und ihm wieder 100% vertrauen zu können. Und dann auch die Fragen schreiben.


    Liebe Grüsse


    P.s. vergiss bitte alle Aussagen von wegen 'Autisten sind so und so...' Jeder ist einzigartig. Vielleicht sind viele treu, aber sicher nicht alle. Genau so gibt es Autisten, die mathematisch begabt sind, andere sind Künstler, einige leben gerne abgeschieden, andere bringst du nicht aus einer Grossstadt usw.

    Hallo Manuela


    Es gibt den Ponyhof Schwarzenberg in Gonteschwil (AG) (http://www.ponyhof.ch). Da können Kinder Reitferien machen, allerdings geht es nicht nur ums Reiten, die Kinder helfen auch beim Betreuen der Pferde und es hat noch ein paar andere Tiere (Ziege, Katzen, Hasen usw.) Ich weiss nicht, ob sie sich da speziell mit Asperger auskennen, aber sie betreuen diverse Kinder mit speziellen Bedürfnissen. Es gibt spezielle Reitstunden, sie bieten IV-Anlehren an usw. Steht auch alles auf der Webseite. Denke also, dass das durchaus möglich wäre.
    Unsere Tochter war da eine zeitlang im Reitkurs.


    Liebe Grüsse

    Hallo wapiti
    Ich kann dir nicht sagen, ob die IV da einverstanden sein muss, aber wahrscheinlich schon. Bei Erwachsenen, die eine Rente beziehen, muss das meines Wissens abgesprochen sein.


    Für mich stellt sich halt die Frage, ob sie sich wünscht, weiterhin IV zu beziehen oder ob sie sich ein selbständiges/selbstbestimmtes Leben wünscht und in wie weit das möglich ist.
    Wenn der Wunsch da ist und es machbar erscheint (vorerst halt auch finanziell von eurer Seite) kann man ja auch auf eigene Faust etwas machen, wie Regenbogen geschrieben hat.


    Praktikum bietet sich natürlich in die gewünschte Berufsrichtung an, aber auch etwas in einem ganz anderen Bereich kann hilfreich sein. Ich habe mit 19 die Fachmittelschule abgeschlossen. Da hatte ich keine Ahnung, was ich lernen wollte. (Ich hatte keine Diagnose, Abklärung, Unterstützung oder so.) Weil ich Geld verdienen wollte, habe ich als Kindermädchen gearbeitet. Da habe ich positive Rückmeldungen bekommen, die Arbeit machte Spass und ich gewann Selbstbewusstsein. Und ich musste halt zum ersten Mal arbeiten und nicht nur lernen. Das war schon eine ziemliche Umstellung und es brauchte seine Zeit, bis ich sicherer wurde. Aber ich habe dann in einer ganz anderen Richtung einen Beruf gelernt. (Habe Betriebsökonomie studiert.) Das nur als Beispiel.


    LG

    Hallo
    In welche Richtung möchte denn deine Tochter in Zukunft gehen? Wo lässt sie sich leicht ablenken? In der Schule oder bei praktischen Arbeiten?
    Je nachdem würde sich z.B. ein Praktikum anbieten. Gibt verschiedene Firmen, die auch Praktikas anbieten für Jugendliche, die etwas mehr Begleitung brauchen. Was mir spontan einfällt, wären Kinderkrippen, Gärtnereien, Reitstall, Grossküchen. Gibt sicher noch andere. Allenfalls kann man es noch mit Kursen (Sprachdiplome, Informatik, etwas kreatives usw.) ergänzen?
    Liebe Grüsse

    Hallo Nici
    Naja ich denke nicht, dass es unmöglich ist, ein 'normales' Leben zu führen. Es kommt halt immer auf die Person selber an und auch auf das Umfeld. Es stimmt schon, dass es einige Menschen mit Asperger gibt, die nicht oder nicht mehr arbeiten können. Was ich so mitbekommen habe ist, dass da oft die Diagnose erst sehr spät gestellt wurde und sich diese Menschen lange einfach anpassen mussten ohne auf die eigenen Bedürfnisse eingehen zu können.

    Kurz zu meinem Lebenslauf:
    Ich war 12 Jahre in der Schule, ganz normal und in Vollzeit.
    Danach habe ich 2.5 Jahre als Kindermädchen gearbeitet, die meiste Zeit 100%.
    Im letzten halben Jahr meiner Anstellung dort habe ich die Bürofachschule angefangen. Das ist eine berufsbegleitende Ausbildung.
    Dann war ich 1 Jahr bei der Post im Callcenter angestellt. Pensum war da soweit ich mich erinnern kann 80%. Daneben habe ich die Bürofachschule abgeschlossen und das Fernstudium in Betriebsökonomie angefangen.
    Nach diesem Jahr bin ich ins Büro eines KMUs gewechselt und habe dort 4.5 Jahre gearbeitet. Das Pensum war da nicht immer gleich (50-80%). Daneben habe ich weiter studiert und meine zwei Kinder sind zur Welt gekommen. Beim ersten Kind war ich 25.
    Das Studium hat sich um ein Jahr verlängert, weil ich auf Grund der Schwangerschaft eine Prüfung verpasst habe und mir dann Punkte fehlten für das Aufbaustudium.
    Kurz vor Abschluss des Studiums musste ich die Arbeitsstelle wechseln und ging wieder in ein Callcenter. Da arbeitet ich Anfangs 60% danach 80%. Das ging nicht lange gut, weil die Stimmung im Büro immer schlechter wurde und ich mich unterfordert fühlte. Nach ca. 7 Monaten musste ich krankgeschrieben werden. Ich war dann ca. 2 Monate zu Hause und fand in dieser Zeit eine neue Stelle. Den Vertrag mit dem Callcenter löste ich vorzeitig auf. An der neuen Stelle arbeitet ich zuerst 80% dann noch 40%.


    Wie du siehst, habe ich auch nicht lange 100% gearbeitet, jedoch habe ich jetzt nicht das Gefühl, dass das auf Grund des ASS ist. Oder jedenfalls hat es mich nie gestört und ich hatte nicht das Gefühl nicht 100% arbeiten zu können. Mir war/ist Freizeit halt einfach sehr wichtig ;-)
    Für ein Fernstudium habe ich mich entschieden, weil ich die finanzielle Unabhängigkeit nicht aufgeben wollte (ich lebte da ja bereits seit einigen Jahren nicht mehr zu Hause, sondern mit meinem Partner zusammen). Und auch weil ich eigentlich im klassischen Unterricht sehr selten etwas gelernt habe. Meistens war mir langweilig. Diese Form des Studiums entspricht mir einfach mehr.
    Auch wollte ich eigentlich immer trotz der Kinder weiter arbeiten und zwar in einem hohen Pensum. Anfangs ging es nicht, weil mein Partner nicht mehr reduzieren konnte und meine Mutter sich nicht ständig um die Kinder kümmern konnte. Später arbeitet ich ja 80% und mein Partner zum Teil gar nicht oder 20-40%. Das ging aber nicht besonders gut, weil er mit der Arbeit zu Hause überfordert war. Gleichzeitig vermisste ich die Kinder immer mehr und wünschte mir mehr zu Hause zu sein. Deswegen arbeitet er jetzt wieder an 4 Tagen (kommt aber von den Stunden her auf fast 100%) und ich 1 Tag im Büro und noch ca. 20% von zu Hause. Für den Moment passt es so für uns.


    Viel Erfolg in deinem Studium (darf ich fragen, was du studierst?) und alles Gute!

    Hallo zusammen


    Es ist toll, wie viele gute Ideen zusammengetragen wurden! :-)
    Was mir dazu noch einfällt, ist, dass es für mich wichtig gewesen ist, jeweils ein Erfolgserlebnis zu haben. Ich hatte sehr lange auch keine wirklichen Hobbys oder Interessen. Ich wechselte immer vom einen zum anderen und verlor gleich das Interesse. Es gab zwar durchaus Dinge, die mich interessierten, aber ich hatte immer das Gefühl, es schlechter als alle anderen zu können und da liess ich es lieber wieder sein. Zum Beispiel ging ich Reiten. Das war zwar toll, aber alle anderen in der Gruppe, waren schon länger dabei (und wohl auch begabter ;-)) als ich. Da brauchte es immer so viel Überwindung, wieder hinzugehen. Später hatte ich Einzelstunden und so keinen direkten Vergleich und es machte dann auch viel mehr Spass.
    Meine Mutter hat immer sehr viel und gut gekocht. Ich half ihr zwar gerne, aber halt auch nicht immer. Was sie aber nicht besonders gerne macht, ist backen. Das habe ich dann für mich entdeckt. Das konnte ich besser als die anderen bei mir zu Hause und alle freuten sich, wenn ich etwas gebacken habe.
    Da ja du auch nicht so oft etwas bäckst, könntest du das vielleicht ganz gut nutzen. Zum Beispiel sagen, dass du Hilfe brauchst. Klar am Anfang schon noch mithelfen (wenn nötig), aber so nebenbei bemerken, dass du froh bist, dass er hilft und er es besser kann als du o.ä.

    Es ist wirklich unglaublich, wie viel 'falsch' läuft in Schulen. Klar viele versuchen ihr Bestes, aber es ist alles so unglaublich kompliziert und aufwändig....
    Das Argument, euer Sohn falle gar nicht auf usw. kann ich zwar verstehen, aber es bedeutet halt leider nichts. Ich habe 12 Jahre in der Regelschule durchgehalten und niemandem ist irgendetwas aufgefallen. Zwar war ich immer eine Aussenseiterin, aber da ich gute Noten hatte und keinen Ärger machte, störte es niemanden (ausser mich). Es ist sehr sehr gut, dass euer Sohn euch zeigen kann, wie es ihm geht. In seinem Alter konnte ich das nicht. Mit 13 dachte ich darüber nach, wie es wohl wäre, wenn ich mein Leben beenden würde und niemand hat etwas bemerkt. In der Schule nahm ich mich zusammen und lernte so gut es ging. Auf dem Heimweg weinte ich, weil ich da alleine war und bis ich zu Hause war, hatte ich mich wieder soweit im Griff, dass ich kurz mit meinen Eltern reden konnte. Dann verschwand ich im Zimmer. Meine Eltern schoben das wahrscheinlich auf die Pubertät. Naja jedenfalls hat eben niemand etwas mitbekommen, wie es mir wirklich ging.
    Ich finde es daher wirklich gut, dass ihr mit eurem Sohn offenbar darüber reden könnt, wie es ihm geht, er euch vertraut und ihr ihm helfen wollt.
    Gespräche mit der Schulleitung, der Lehrerin usw. können durchaus etwas bringen, denke ich. Nur frage ich mich, wozu. Euer Sohn hat jetzt schon so viele Abklärungen usw. mitgemacht. Jetzt wieder x-Gespräche, abwarten, ausprobieren, nur für die paar Wochen? Jedes Gespräch, jeder Termin bedeutet Stress und braucht Kraft. Im Sommer steht eine grosse Veränderung bevor mit dem Schulwechsel. Ich würde mir überlegen, ob hier eine Pause nicht sinnvoll wäre und ihn bis zum Sommer aus der Schule nehmen. Er hätte dann Zeit sich zu erholen, sein Selbstwertgefühl wieder etwas aufzubauen. Vielleicht könnte er auch bereits die neue Schule einige Male besuchen (nur ein paar Stunden zusehen), damit er sich darauf einstellen kann. Er könnte sich eine Weile mit Dingen beschäftigen, die ihm Spass machen und müsste nicht ständig kämpfen. Vielleicht wäre dann der Neustart nach dem Sommer einfacher?


    Schön, wie ihr ihm beisteht.

    Liebe Emma
    Vielen Dank für deine Rückmeldung :-)
    Ja genau unsere Tochter soll nach den Sommerferien in den Kindergarten. Privatschulen haben wir auch überlegt und auch die eine angesehen. Nur geht das leider bei uns nicht, entweder die Schulen sind zu weit weg oder dann viel zu teuer. Das wäre je nach dem für mich/uns auch eine Alternative gewesen. Die haben da teilweise interessante Konzepte und ich denke, da ist es sicher ein Pluspunkt, wenn Kinder diese Schulen besuchen können. Dort kann man je nachdem wirklich auch Dinge lernen, die man sonst nicht lernen kann. Aber eben geht vorläufig nicht. Und bei der öffentlichen Schule fehlt wir halt irgendwie die Begründung, warum ich sie dorthin schicken soll. Für uns als Familie würde ein Kindergartenbesuch ziemlichen Stress bedeuten. Schon nur dass sie immer pünktlich da wäre und dann am Mittag pünktlich essen können, wäre wohl ständig ein Kampf. Dann noch Elternabende, Schulausflüge usw. Später dann mit einem müden Kind noch Hausaufgaben machen. Ich bin ganz deiner Meinung, dass man es mit einigen Anpassungen schon erträglich machen kann. Und die allermeisten werden die Schule schon überstehen. Nur weiss ich nicht, wozu es gut sein soll. Irgendwie sehe ich halt einfach kein wirkliches Argument für die Schule. Nur weil es alle so machen? Weil es 'normal' ist? Aber wenn man eine Privatschule besucht ist es ja auch nicht 'normal' oder? Erträglich ist zwar ok, aber ist es nicht schade, wenn die meiste Zeit der Kindheit nur erträglich ist?
    Liebe Grüsse

    Hallo Chaoszaubermaus
    Ich kann gut verstehen, dass dich die Diagnose etwas aus der Bahn geworfen hat. Dass man sich dann eine Therapie wünscht 'die alles in Ordnung bringt' ist auch normal. Nur wird es das wohl nicht geben. Keine Therapie wird aus dir einen anderen, 'perfekten' Menschen machen. Du bist so wie du bist und daran muss man nichts ändern. Ich für mich sehe es so, dass die Diagnose(n) eher so eine Hintergrundinformation sind. Ansonsten bin ich ein ganz normaler Mensch, der auch ein ganz normales Leben lebt. Wenn es Probleme oder Schwierigkeiten gibt, suche ich für genau das eine Lösung und habe vielleicht noch im Hinterkopf, dass das auf Grund des Autismus so ist. Z.B. sind für mich Einkaufstouren in der Stadt oder Besuche in Einkaufszentren extrem anstrengend. Also so anstrengend, dass ich danach mehrere Stunden kaum mehr ansprechbar bin. Deswegen bestelle ich inzwischen vieles online. Ab und zu gehe ich aber natürlich trotzdem in Läden einkaufen. Da versuche ich mich dann jeweils so zu organisieren, dass es weniger stressig ist: Ich mache das nicht alleine sondern mit meinem Partner. Dann kann er mit dem Auto fahren und ich muss nicht zusätzlich auch noch Bus fahren und wenn ich auf dem Nachhauseweg müde bin, ist das kein Problem. Ich überlege mir vorher, in welche Läden ich gehen möchte, so muss ich unterwegs nicht darüber nachdenken. Einkaufstouren lege ich eher auf den Nachmittag. So habe ich am Morgen noch Zeit für Anderes und es ist dann nur der Abend, an dem ich zu müde für alles bin. Dann kann ich ja früher schlafen gehen. Mit dem Autismus habe ich eine Erklärung, warum mich das so fertig macht. Es ist dann einfach ok so und ich mache das beste daraus.


    Oder ein Bekannter von mir hat ausgeprägtes ADHS. Er arbeitet als Programmierer. Bei der Arbeit setzt er immer Kopfhörer auf und lässt nebenher Fernsehserien auf seinem Laptop laufen. So kann er sich besser auf die Arbeit konzentrieren.


    ADHS und vor allem Autismus haben so viele verschiedene Seiten, dass es nicht 'die Lösung' dafür gibt. Wie andere schon vor mir geschrieben haben, würde ich Bücher darüber lesen, wenn es dich interessiert. Dann aber vor allem konkrete Dinge in deinem Leben angehen. Z.B. eben den Ausbildungsplatz suchen. Du musst nicht jedem von deiner Diagnose erzählen. Wenn es hilft dann ja, aber ansonsten birgt es nichts. Du weisst, welchen Beruf du lernen möchtest, dein Therapeut findet es auch passend, dann geh das an. Muss ja nicht unbedingt eine Firma sein, die nur Asperger anstellt. Vielleicht ist das eine gute Chance, aber es ist kein Muss. Wenn du Hilfe brauchst bei den Bewerbungen, kannst du dich an die genau gleichen Stellen wenden, wie jeder andere usw.


    Viel Erfolg und liebe Grüsse aus der Schweiz