Neu im Gymi

      Hallo zusammen
      unser Ältester geht seit den Sommerferien ins Langzeitgymi.
      Es ist schön zu erleben, wie er nun in vielen Fächern seine grosse Neugier auf die Welt ausleben kann. Wir merken aber auch, dass es für ihn eine grosse Herausforderung ist: Der lange Schulweg, nicht mehr daheim Mittagessen, der Notendruck und die Angst, die Probezeit nicht zu schaffen, das hohe Mass an Selbstorganisation, das verlangt wird... Bis jetzt haben wir in der Schule seine Aspergerdiagnose nicht geoutet, aber ich bin unsicher, ob wir es nicht tun sollten.
      Ich möchte ihn unterstützen, aber auch seine Selbstständigkeit fördern und daher bin ich an Euren Erfahrungen interessiert! Wie helft Ihr euren Gymi-Schülern? Habt Ihr Tipps und Tricks bei "Prüfungsversagen" (kein gutes Wort, ich mag es nicht, von Versagen zu sprechen.... aber es gelingt ihm oft nicht, sein Wissen und das Gelernte in entsprechende Noten umzusetzen...und das stresst ihn sehr!)? Was hilft Euren Kindern, sich zu organisieren und Ordnung und Übersicht zu behalten?
      Vielen Dank und herzliche Grüsse von Noa
      Wenn du siehst, dass der Druck zu gross werden könnte, er jedoch weiterhin gerne ins Gymi geht, dann würde ich zuerst mit der Klassenlehrperson Kontakt aufnehmen (so machten wir es bei unserer Tochter). Die Klassenlehrperson kennt "ihre" Schule am besten und weiss, ob es allenfalls sinnvoll sein könnte, einen Nachteilsausgleich einzureichen. In diesem Zusammenhang würde sich dann auch die Frage nach einem möglichen Outing stellen.

      Meine Tochter konnte das erste Jahr im Langzeitgymi mit der Unterstützung der Klassenlehrperson gut überstehen. Unterdessen ist sie schon länger im Gymi und in ihrer momentanen Klasse geht es ihr gut, so dass wir im Moment keinen Nachteilsausgleich brauchen. Ich hatte jedoch im Einverständnis mit meiner Tochter mit der neuen Klassenlehrperson auch auf der Oberstufe zu Beginn ein Gespräch, das auch von Seiten der LP sehr geschätzt wurde.
      Es hat jedoch in ihrer Klasse ein Aspie-Junge, der einen Nachteilsausgleich hat und sich auch ganz klar outen wollte. Ein weiterer Junge, der auch betroffen sein könnte, ist in der Klasse gut integriert und mit seinen manchmal ausufernden Monologen bekannt und akzeptiert, da die Klasse auch sein Wissen schätzt.
      In der Unterstufen- wie nun in der Oberstufenklasse von meiner Tochter zeigt sich viel Verständnis für mögliche "Abweichungen". Doch dies ist natürlich auch immer mit den Lehrpersonen und dem Geist der Schule verbunden.

      Für viele Gymis sind Aspies eigentlich nichts Neues ;) Manche Gymis haben sich auch schon mit dem Thema auseinandergesetzt. Oft ist auch eine schulpsychologische Beratung vor Ort und Ansprechpartner für die SchülerInnen als auch für die Eltern oder jemand von der Schulsozialarbeit bietet Sprechstunden an. Diese Personen wissen meistens sehr genau, wie es am Gymi läuft und können sehr behilflich sein - neben dem Rektorat.

      Wenn die Schule deines Sohnes noch zu wenig Wissen zu Autismus hat, und sie bereit wäre für einen Austausch auch auf didaktischer Ebene, dann könnte ich dir eine Fachperson dazu nennen.